Von: APA/dpa/Reuters
Russische Angriffe haben in der Nacht auf Donnerstag zu massiven Stromausfällen in der Ukraine geführt. Die Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja waren nach Angaben des ukrainischen Energieministeriums fast vollständig von der Stromversorgung getrennt. Etwa 800.000 Verbraucher waren allein in Dnipropetrowsk ohne Elektrizität. Mehr als eine Million Menschen seien zudem von Ausfällen der Wärme- und Wasserversorgung betroffen, sagte Vize-Ministerpräsident Olexij Kuleba.
Der Bürgermeister der Stadt Dnipro, Borys Filatow, verlängerte die Schulferien aufgrund der Situation um zwei Tage. In der Region Dnipropetrowsk waren dem Energieministerium zufolge zudem acht Bergwerke von Stromausfällen betroffen, die Arbeiter seien jedoch evakuiert worden. Die Reparatur der Wasserversorgung der Stadt Pawlohrad könne bis zu einem Tag dauern, sagte der Leiter des dortigen Regionalrats, Mykola Lukaschuk. Im Gebiet Saporischschja sei die Strom- und Heizungsversorgung nach Behördenangaben wiederhergestellt. Gouverneur Iwan Fedorow sprach vom ersten totalen Blackout in der gesamten Region seit Jahren.
Selenskyj kritisiert Angriffe
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die jüngsten russischen Bombardierungen. “Für solche Angriffe auf den Energiesektor und die Infrastruktur, die die Menschen im Winter ohne Strom und Heizung lassen, gibt es absolut keine militärische Logik”, schrieb er auf der Online-Plattform X. Der diplomatische Prozess zur Beendigung des Krieges dürfe die Lieferung von Luftabwehrsystemen und Ausrüstung an die Ukraine nicht beeinträchtigen, fügte Selenskyj hinzu.
Neben den russischen Angriffen macht auch das Wetter der Energieversorgung der Ukraine zu schaffen. Dadurch seien Siedlungen in den Gebieten Tschernihiw, Kiew, Iwano-Frankiwsk und Transkarpatien ganz oder teilweise ohne Strom, hieß es vom Energieministerium. Ein bevorstehender Kälteeinbruch in dieser Woche dürfte die Störungen bei der Strom- und Wärmeversorgung noch verschärfen, hatte Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko bereits am späten Dienstagabend gewarnt.
Die Ukraine verteidigt sich seit fast vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Russland zielt dabei immer wieder auf die Energieinfrastruktur des Nachbarlandes. Kiew drängt bei seinen internationalen Partnern fortwährend auf die Lieferung weiterer Flugabwehrsysteme.
Drohnenangriff auf Öltanker
Ein Öltanker auf dem Weg nach Russland wurde unterdessen im Schwarzen Meer von einer Drohne angegriffen. Das unter der Flagge von Palau fahrende Schiff “Elbus” bat die türkische Küstenwache um Hilfe und änderte seinen Kurs, wie der Branchendienst Lloyd’s List Intelligence und ein maritimer Sicherheitsdienst am Donnerstag meldeten. Demnach zielte der Angriff auf den Maschinenraum. Verletzte unter der 25-köpfigen Besatzung oder eine Umweltverschmutzung wurden nicht gemeldet.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen