Von: APA/AFP/Reuters
Die iranische Führung hat einen Vorschlag für eine Waffenruhe im Iran-Krieg zurückgewiesen. “Der Iran hat Pakistan seine Antwort auf den amerikanischen Vorschlag für eine Beendigung des Krieges übermittelt”, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA am Montag. Der Iran habe dabei den Vorschlag einer Waffenruhe zurückgewiesen und fordere ein “endgültiges Ende des Konflikts”. Im Gegenzug pochte US-Präsident Donald Trump auf die von ihm bis Dienstagabend gesetzte Frist.
Diese sei endgültig, so Trump. “Sie haben einen Vorschlag gemacht, und es ist ein bedeutsamer Vorschlag”, sagte Trump am Montag am Rande einer Osterveranstaltung im Weißen Haus. Dies sei zwar ein wichtiger Schritt, reiche jedoch nicht aus. Der Krieg könne sehr schnell enden, wenn die Führung in Teheran die notwendigen Bedingungen erfülle, erklärte der US-Präsident weiter. Er gehe davon aus, dass der Iran in gutem Glauben verhandle. Trump hatte der Regierung in Teheran zuvor ein Ultimatum bis Dienstagabend (Ortszeit) gesetzt, um eine Einigung in dem Konflikt zu erzielen.
Zuvor hatte das Weiße Haus Medienberichte bestätigt, nach denen ein Vorschlag für eine 45-tägige Waffenruhe mit dem Iran auf dem Tisch liegt. Das sei “eine von vielen Ideen”, sagte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses in Washington. Trump habe den Vorstoß aber noch “nicht gebilligt”. Das Weiße Haus verwies auf eine für 19.00 Uhr MESZ geplante Pressekonferenz von Trump.
Die Plattform “Axios” hatte berichtet, die USA und der Iran verhandelten unter Vermittlung von Pakistan, Ägypten und der Türkei über die Bedingungen für eine mögliche 45-tägige Waffenruhe. Damit solle eine Eskalation in dem Krieg verhindert werden. Der Sender CBS und andere US-Medien schreiben den Waffenruhe-Vorschlag Pakistan zu.
US-Präsident droht mit Zerstörung von Kraftwerken
Trump hat mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken im Iran gedroht, sollte Teheran die Straße von Hormuz nicht bis Ablauf einer von ihm verlängerten Frist am Dienstag öffnen. Zugleich äußerte er sich zuversichtlich, dass vorher noch eine Einigung erreicht werden könnte.
Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Straße von Hormuz, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert. Außerdem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
Iranische Armee bekräftigt Durchhaltewillen
Unterdessen bekräftigte die iranische Armee ihren Durchhaltewillen. “Wir können den Krieg so lange fortsetzen, wie es die politisch Verantwortlichen für angebracht halten”, sagte Armeesprecher Mohammed Akraminia am Montag der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. Der “Feind” müsse den Beginn der Angriffe gegen den Iran “bereuen”, damit nach dem Krieg wieder Sicherheit hergestellt und ein “neuer Krieg” verhindert werden könne.
Israel nahm indes verstärkt die petrochemische Industrie des Iran ins Visier: “Das israelische Militär hat Irans größten petrochemischen Komplex in Asalujeh, der etwa die Hälfte der petrochemischen Produktion des Landes ausmacht, mit voller Wucht angegriffen”, erklärte am Montag Verteidigungsminister Israel Katz.
Der Betreiber des iranischen Industriekomplexes erklärte wenig später, dass die Situation “unter Kontrolle” sei. Auch ein weiterer petrochemischer Komplex im Norden des Landes wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur FARS am Montag angegriffen.
Brand in iranischem Petrochemie-Komplex
Iranische Medien berichteten von mehreren Explosionen in dem Komplex Asalujeh. Nach Angaben des Betreibers brach ein Feuer aus. “Ein Brand ist unter Kontrolle gebracht worden”, erklärte der nationale Petrochemie-Konzern nach IRNA-Angaben. “Die Lage ist derzeit unter Kontrolle, und technische Aspekte sowie das Ausmaß des Schadens werden untersucht.” Es seien keine Verletzten gemeldet worden.
Später am Montag wurde örtlichen Behörden zufolge auch in Marvdasht nördlich von Asalujeh ein petrochemischer Komplex bei Luftangriffen getroffen. Wie die Nachrichtenagentur FARS berichtete, konnte ein dadurch ausgelöster Brand unter Kontrolle gebracht werden.
Am Samstag war bei US-israelischen Angriffen bereits das petrochemische Zentrum Bandar-e Mahshahr im Südwesten des Irans getroffen worden. Dabei waren iranischen Behördenangaben zufolge fünf Menschen getötet worden.
Auf die Anlagen Asaluyeh und Bandar-e Mahshahr entfielen “zusammen rund 85 Prozent der iranischen Petrochemie-Exporte”, erklärte Katz am Montag. Da beide Anlagen infolge der Angriffe außer Betrieb seien, sei dies ein “schwerer wirtschaftlicher Schlag”. Diese Angaben wurden vom Iran nicht bestätigt.
Der Gaskomplex Asaluyeh im Süden Irans liegt am Rande des riesigen Gasfelds South Pars im Persischen Golf. Dieses ist das größte bekannte Gasvorkommen der Welt. Der Iran teilt es sich mit dem auf der gegenüberliegenden Küste gelegenen Katar, das seinen Teil des Vorkommens unter dem Namen North Dome ausbeutet. South Pars liefert rund 70 Prozent des im Iran verbrauchten Erdgases.




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