Tag der Arbeit

Forderungen nach fairen Löhnen, Sicherheit und mehr Lebensqualität

Freitag, 01. Mai 2026 | 08:10 Uhr

Von: luk

Bozen – Am 1. Mai wird weltweit der Tag der Arbeit begangen. Der Feiertag steht traditionell im Zeichen der Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie der sozialen Gerechtigkeit. Auch in Südtirol nutzen politische Akteure den Anlass, um auf Herausforderungen am Arbeitsmarkt hinzuweisen – von steigenden Lebenshaltungskosten über Sicherheitsfragen bis hin zur Bedeutung von Arbeit für gesellschaftliche Teilhabe.

Kompatscher und Amhof: Arbeit muss ein gutes Leben ermöglichen

Landeshauptmann Arno Kompatscher und Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof betonen, dass Arbeit weit mehr leisten müsse als bloß Einkommen zu sichern. Sie solle Sinn stiften, ein würdiges Leben ermöglichen und Menschen in die Gesellschaft integrieren. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten sehen sie Handlungsbedarf, da es zunehmend vorkomme, dass Erwerbstätige dennoch auf zusätzliche Unterstützung angewiesen sind.

Zugleich heben beide die Bedeutung von sicherer und erfüllender Arbeit hervor. Neben körperlicher Unversehrtheit gehe es auch um stabile Zukunftsperspektiven. Arbeit habe zudem eine zentrale soziale Funktion, etwa bei Integration und Spracherwerb. In all diesen Bereichen gebe es laut Kompatscher und Amhof noch Verbesserungspotenzial.

Tag der Arbeit: Freiheitliche fordern stärkere Ausrichtung auf einheimische Bevölkerung

Die Freiheitlichen betonen zum Tag der Arbeit die Bedeutung von Leistung und fordern mehr Anerkennung für arbeitende Menschen in Südtirol. Arbeit müsse sich wieder lohnen, wobei jene, die arbeiten, klar besser gestellt sein sollten als jene ohne Erwerbstätigkeit, so Obmann Roland Stauder. Ziel sei eine Politik, die sich stärker an den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung orientiert und für faire Löhne sowie soziale Absicherung sorgt.

Kritisch äußert sich die Partei gegenüber Organisationen und Initiativen, die aus ihrer Sicht den Fokus zu stark auf Multikulturalismus und Migration legen und dabei die Anliegen der einheimischen Bevölkerung vernachlässigen. Die Freiheitlichen sprechen sich für eine Rückbesinnung auf die Interessen der arbeitenden Bevölkerung aus und sehen darin die Grundlage für Wohlstand, Sicherheit und eine positive Entwicklung Südtirols.

Soziale Mitte der SVP: Faire Löhne gegen Abwanderung

Die Vorsitzende der Sozialen Mitte der SVP, Gabi Morandell, fordert deutliche Schritte für höhere und fairere Löhne. Angesichts steigender Kosten für Wohnen, Energie und Lebensunterhalt könnten sich viele Menschen – insbesondere Junge und Familien – das Leben in Südtirol kaum mehr leisten. Dies führe bereits zu einer Abwanderung von Fachkräften.

Morandell plädiert daher für eine stärkere Anpassung der Löhne an die realen Lebenshaltungskosten sowie für konkrete Maßnahmen auf Landesebene zur Entlastung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Gleichzeitig nimmt sie auch Unternehmen in die Pflicht: Faire Bezahlung sei Ausdruck von Verantwortung und Voraussetzung, um qualifizierte Arbeitskräfte im Land zu halten. Ein zukunftsfähiger Arbeitsmarkt brauche zudem gute Arbeitsbedingungen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine Aufwertung sozialer Berufe.

Grüne: Gute Arbeit statt nur hoher Beschäftigung

Die Grünen Südtirol verweisen darauf, dass Südtirol zwar eine hohe Beschäftigungsquote und niedrige Arbeitslosigkeit aufweist, dies jedoch nicht über strukturelle Probleme hinwegtäuschen dürfe. Dazu zählen niedrige Löhne im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten, schwieriger Zugang zu Wohnraum sowie prekäre Arbeitsverhältnisse in einigen Branchen.

Besonders kritisch sehen die Grünen die Situation bei der Arbeitssicherheit: Tausende Arbeitsunfälle pro Jahr zeigten den Handlungsbedarf. Parteisprecher Luca Bertolini fordert daher mehr Investitionen in Prävention, stärkere Kontrollen, Lohngleichheit und einen würdigen Mindestlohn. Arbeit müsse Sicherheit und Würde garantieren – niemand solle trotz Beschäftigung in Armut leben müssen.

Generation 60+: Ältere Arbeitnehmer als Teil der Lösung

Auch die Generation 60+ meldet sich zum Tag der Arbeit mit klaren Forderungen zu Wort. Ihr Vorsitzender Otto von Dellemann betont, dass ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein großes, oft unterschätztes Potenzial darstellen. Viele seien weiterhin motiviert, über das Pensionsalter hinaus zu arbeiten oder sich anderweitig einzubringen. Gerade angesichts des Fachkräftemangels brauche es bessere Rahmenbedingungen, um dieses Engagement zu nutzen.

Die Generation 60+ fordert daher konkrete Maßnahmen wie steuerliche Entlastungen für weiterarbeitende Pensionistinnen und Pensionisten sowie flexible Teilzeitmodelle. Bürokratische und finanzielle Hürden müssten abgebaut werden, um den freiwilligen Verbleib im Arbeitsmarkt zu fördern. Arbeit dürfe keine Altersgrenze kennen, so von Dellemann – vielmehr gehe es darum, Erfahrung und Kompetenz stärker wertzuschätzen und aktiv in Wirtschaft und Gesellschaft einzubinden.

Bezirk: Bozen

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