Vereinbarung unterzeichnet

Land und Bauernbund verständigen sich auf Wolfsmanagement

Mittwoch, 01. Juli 2020 | 15:26 Uhr

Bozen – Nach intensiven Gesprächen mit den Interessensvertretern haben der Landesrat für Landwirtschaft Arnold Schuler und Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler kürzlich eine Vereinbarung zum Wolfsmanagement und Herdenschutz zum Schutz der Almwirtschaft unterschrieben.

Schuler: International rechtliche Basis schaffen

Der Landwirtschaftslandesrat erklärt: “Mit dieser Vereinbarung haben wir die gemeinsame Vorgehensweise in Sachen Wolfsmanagement und Herdenschutz in Südtirol definiert.” Die Ziele sind in der Vereinbarung klar erläutert. “Wir werden uns dafür einsetzen, dass das Südtiroler Berg- und Almgebiet als sensibles Gebiet ausgewiesen wird”, berichtet Schuler. So wolle man auf Ebene der Alpenregionen einen Managementplan für den Wolf erstellen und gemeinsam eine Integration im sogenannten „Piano lupo“ erreichen.

LPA/Noemi Prinoth

Laut Schuler will man sich aber auch auf EU- und staatlicher Ebene für eine bessere rechtliche Basis einsetzen. Dies soll die Möglichkeit schaffen, Gebiete festzulegen, in denen der Schutzstatus des Wolfes aufgrund der intensiven Bewirtschaftung und Beweidung gesenkt werden kann und somit Entnahmen möglich sein werden.

Bauernbund: Mehr Zuständigkeit ans Land Südtirol

Bauernbundobmann Tiefenthaler fordert erneut: “Sensible Gebiete sollten grundsätzlich wolfsfrei bleiben und die Zuständigkeit für die Umsetzungsmaßnahmen der genannten Ziele soll dem Land Südtirol übertragen werden.”

Heuer Pilotalmen mit Hirten und Kameras

Die Vereinbarung zwischen dem Land Sdütirol und dem Südtiroler Bauernbund legt auch konkrete Maßnahmen für das Jahr 2020 fest. Auf Vorschlag des Bauernbundes wurden Almen ausgewählt, wo der Wolf nachgewiesenermaßen präsent ist, darunter die Schlanderser Alm, die Kirchberg Alm, die Möltner Kaser, die Cisloner Alm, die Plosachalm, die Tramanzalm, die Do Rönn, die Kapplerkassa, die Nemesalm und die Klammbachalm. Hier wird es Pilotprojekte für den Herdenschutz geben. Zudem will man eine größere Anzahl an Hirten ausbilden, ein Monitoringsystem mit Kamera einführen. Auch garantiert die Vereinbarung eine Auszahlung von Schadensvergütungen möglichst 30 Tagen nach Wolfsrissen.

Klares Vorgehen nach Wolfsrissen festgelegt

Festgelegt wurde auch, wie bei im konkreten Fall eines Wolfsrisses vorzugehen ist: Nach einer gemeldeten Wolfssichtung oder einem Wolfsriss werden Gruppen aus Hirten, Landwirten oder Helfern und Bediensteten der Landesabteilung Forstwirtschaft eingesetzt. “Sie werden schnell vor Ort sein, um die Unversehrtheit der Herdentiere zu gewährleisten und die Erhebungen aufzunehmen”, berichtet Landesrat Schuler. Bei erwiesener Notwendigkeit werde man die Urheberschaft des Risses durch eine DNA-Analyse möglichst innerhalb 30 Tagen klären. Schuler kündigt an, dass die DNA-Proben der Wölfe regelmäßig öffentlich zugänglich gemacht werden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

27 Kommentare auf "Land und Bauernbund verständigen sich auf Wolfsmanagement"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Gustl64
Gustl64
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Reine Zeit- und Geldverschwendung. Man muss sich zwischen Almwirtschaft und Wolfsland entscheiden. Wie es scheint hat man sich für letzteres entschieden. Ein wertvolles Kulturgut geht verloren.

falschauer
1 Monat 9 Tage

welches kulturgut?….kam am sonntag auf dem weg zur hochwart bei einer almhütte vorbei….auf dem weg dorthin mussten wir einige male zur seite springen da wir von privilegierten, staub aufwirbelnden autofahrern überholt worden sind, auf der alm war die hölle los,
ramba zamba und was sonst noch alles dazugehört und wir waren froh dieses ausgelassene treiben hinter uns lassen zu können….wenn das kulturgut ist kann man ruhig darauf verzichten, da wäre ein urige alm wie sie früher waren auch mit wölfen lebenswerte

Gustl64
Gustl64
Tratscher
1 Monat 9 Tage

… so wie es früher war! So mancher wäre dafür, da hat man Wolf und Bär in Gruben gefangen

Blackadder
Blackadder
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Ein Management bezüglich Hunde wäre angebrachter.

Gustl64
Gustl64
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Gefährliche Hunde können ohne Problem von Weidetieren ferngehalten bzw eliminiert werden, was bei Wolf und Bär überhaupt nicht der Fall ist. Es fällt auf, dass Wolfbeführworter häufig hundfeindlich sind

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

👏👏👏👏👏👏👏👏👏👏👍

Guennl
Guennl
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Gut, dass wir die Eu haben und der Wolf geschützt bleibt.

Dublin
Dublin
Kinig
1 Monat 9 Tage

…für Bauern tut SVP-regiertes Land alles…sind ein treues Wahlvolk…

Rocky
Rocky
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Nicht lange reden ,einfach handeln

Mikeman
Mikeman
Kinig
1 Monat 9 Tage

@ Rocky
Könnten SIE vielleicht die Sache etwas konkreter definieren?

brunner
brunner
Superredner
1 Monat 9 Tage

Ist Land und Bauernbund nicht das Gleiche?

rostiger golden
rostiger golden
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

@ brunner
Nein !

ghostbiker
ghostbiker
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Weck mit dei Viecher u.a Ruah isch endgültig amol…werd ols lei mit Steuergelder finanziert

Tratscher
1 Monat 8 Tage

Bauern werden auch mit Steuergeldern finanziert, also weg damit!

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
1 Monat 9 Tage

Wenn das mit der Schadenregulierung binnen 30 Tagen funktioniert, sind sie auf jeden Fall deutlich schneller als die Lohnausgleichskasse !!

genau
genau
Kinig
1 Monat 9 Tage

Jetzt geht das schon wieder los!😄😄🙉

Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
1 Monat 9 Tage
Hallo nach Südtirol, man darf gespannt sein. Selbst bin ich skeptisch. Die ausgebildeten Hirten werden von der Schweiz aufgesaugt werden. Die zahlen einfach besser.. Bei dem Schadensersatz wird sich zeigen ob der tatsächliche “Wert” des Tieres ersetzt wird und nicht nur der “Kiloschlachtpreis”. Und ob beim Schadensersatz auch der Verlust bei versprengten/verschreckten Tieren abgegolten wird? Die Entsorgung der Kadaver und der Zeiteinsatz die verlorenen Tiere aus den Verzeichnissen abzumelden? Kann man jetzt zum Lachen finden aber die Almler und Bergbauern hängen an ihren Kleintierzuchten, da muss man auch von einem ideelen Wert von einem ausgezeichnetem Zuchttier reden.. Diesen Versuch muss… Weiterlesen »
FuxschwoafXlarge
1 Monat 9 Tage

der Lupo tut dann gerne 30 Tage auf seine DNA warten, auf dass man dann den Richtigen erlege !
Tolle Typen die uns regieren !
Nicht wählen ist das Einzige Druckmittel !

Blackadder
Blackadder
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Klientelpolitik. Nix anders.

Norbi
Norbi
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Nach intensiven Gesprächen mit den Interessensvertretern haben der
Landesrat für Landwirtschaft Arnold Schuler und Bauernbundobmann Leo
Tiefenthaler kürzlich eine Vereinbarung zum Wolfsmanagement und
Herdenschutz zum Schutz der Almwirtschaft unterschrieben.
Hab nicht weiter gelesen bringt sowieso nicht. Wenn man intensive Gespräche für so was machen muss ist alles zu spät. 

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Politik und Bauernbund haben sich also entschieden? Dann weiss man jetzt ja wer das sagen hat 🤔

Blackadder
Blackadder
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Was erwarten Sie anders hier im Kuhdorf ? 🙂

Guennl
Guennl
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Kühdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Greiz in Thüringen. Die Gemeinde Langenwetzendorf ist erfüllende Gemeinde für Kühdorf.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 9 Tage

Manche kritisieren hier, dass die Almwirtschaft zu viel leidet, andere kritisieren, dass den Bauern zu sehr nachgegeben wird.

Unterm Strich scheint es also ein guter Kompromiss zu sein, da keine der beiden Seiten alles gekriegt hat, was sie will.

hefe
hefe
Superredner
1 Monat 9 Tage

Üblicher Stimmenfang vor Wahlen……. Wie halt immer blablabla und nix dahinter

montechristo
montechristo
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage
Was kostet denn so ein Wolfsriss wenn da 5 Leute 2-3 Stunden auf die Alm fahren und den Lokalaugenschein machen + Abwicklung und einem zünftigen Schmankerl als Mittagspause.. Schätze mal so 4-500 Euro. Dazu kommt noch die Vergütung für den Bauern. Na das wird ein teurer Spass. Ich hab die Schnauze voll, dass hier Steuergeld – das im übrigen nicht die Landwirte selbst zahlen – verbrannt wird. Schliesst doch selbst eine Versicherung ab. Wir haben 30T Schafe in Südtirol. Würde man nur 1 Euro pro Schaf abtreten, wären die Kosten der Wildschäden pro Jahr gedeckt. Aber nein, lieber noch mehr… Weiterlesen »
Blackadder
Blackadder
Tratscher
1 Monat 8 Tage

In Osteuropa erledigen Hunde den Job. Der Wolf sorgt dafür dass das Gleichgewicht wieder funktioniert.

wpDiscuz