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Landtagswahlen in Südtirol: Erfrischung gefällig?

Dienstag, 23. Oktober 2018 | 09:00 Uhr

Bozen – Die Landtagswahlen in Südtirol haben durchaus ein kleines Erdbeben hinterlassen. Von 35 Landtagsabgeordneten sind 19 zum ersten Mal ins Hohe Haus gewählt worden. Das ist keine Erneuerung, die in irgendeinem Wahlprogramm festgeschrieben wurde, sondern eine, die von unten kommt.

Die SVP kam noch einmal mit einem blauen Auge davon, trotzdem lassen sich die Verluste nicht leugnen. Transparenz und den Abbau von Privilegien trauen die Bürger dem Edelweiß offenbar immer noch nicht ganz zu.

Arg gebeutelt wurden neben dem PD vor allem die Freiheitlichen, die von sechs auf zwei Abgeordnete geschrumpft sind, aber auch die Süd-Tiroler Freiheit, die einen Abgeordneten weniger hat.

Die Südtiroler Wählerinnen und Wähler mögen es demnach lieber bodenständig und bürgerlich als populistisch, ausländerfeindlich und patriotisch sentimental, wie man beim Thema Doppelpass sieht. So lässt sich auch der Wahlerfolg vom Team Köllensperger deuten.

Insofern hat das Wahlergebnis durchaus erfrischende Seiten. Dann ist da natürlich noch die Lega: Popstar Salvini wusste auch in Südtirol volksnah die Massen zu bezirzen. Der Lega-Chef, der wie ein Halbstarker endlich in Sachen Migration aufräumen will, hat es offenbar auch in Südtirol geschafft, dass Menschen in der Wahlkabine einfach nicht anders konnten, ihre Prinzipien über Bord warfen und auch als Deutsche eine italienische Partei wählten.

Doch selbst mitsamt Lega sind jene, die gern markige Sprüche klopfen, im neuen Südtiroler Landtag im Vergleich zur letzten Legislaturperiode weniger.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Landtagswahlen in Südtirol: Erfrischung gefällig?"


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Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
23 Tage 11 Min

Südtirol, besser gesagt das Alto Adige ist um ca.20% Italienischer, seit der Wahl. Ich bin dafür, dass jetzt den Hochetschern ca. 20% von den Privilegien der Autonomie genommen wird. Wenn schon Italienisch, dann Richtig!

Martinus
Martinus
Grünschnabel
22 Tage 22 h

@Gagarella
Wieso wenn von 35 Abgeordneten 30 klar zur Autonomie stehen und sie als Zukunftsmodell sehen. Die 2 Freiheitlichen sehen das zumindenst zum Teil so und sogar einem Urzí leuchten Ansätze der Autonomie ein.
Traurig das im Jahr 2018 einzig die STF gegen die Autonomie ist und das darausfolgende friedliche Zusammenleben ein Dorn im Auge ist.
Wie man sieht wurde dieses Verhalten jetzt bei den Wahlen honoriert.

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
22 Tage 21 h

@Martinus  Klar, wenn es um Vorteile geht dann sind viele dabei. Aber was ich sagen will ist, wenn die Hochetscher schon Italienisch sein wollen,dann soll Hochetsch eine normale Provinz Italiens sein, ohne Sonderrechte, ohne grüne Identitätskarte, so wie der Rest vom Stiefel auch.  Meine Meinung. Sonst seit ihr die Rosienen-picker, das habt ihr ja immer uns vorgeworfen. 

andy215
andy215
Grünschnabel
22 Tage 14 h

In Südtirol leben auch 20% Italiener.

Aus dem Wikipedia-Artikel über Südtirol:
Sprachliche Vielfalt: Deutsch ist die Muttersprache von über 62 %, Italienisch von etwa 23 % und Ladinisch von rund 4 % der Bevölkerung.

m69
m69
Kinig
22 Tage 23 h
Art. (…)                 Von: mk Die Südtiroler Wählerinnen und Wähler mögen es demnach lieber bodenständig und bürgerlich als populistisch, ausländerfeindlich und patriotisch sentimental, wie man beim Thema Doppelpass sieht.  Das ist eben Ihr Kommentar, und den Teile ich zu 100% nicht!  DAS mit der SVP und +40% wird sich spätestens im nächsten Jahrzent von alleine regeln, sobald die Generation 80+ nicht mehr unter den lebenden mehr ist, dazu gehören auch meine Schwiegereltern die jetzt schon 90+ Jahre sind. Ich kann mir vorstellen im nächsten Jahrzent unter dem (voraussichtlichen) L.H. Philipp Achammer (ab 2023), wird die… Weiterlesen »
Sag mal
Sag mal
Kinig
23 Tage 1 h

Pleite gefällig?!Weitere Abhänigkeit gefällig u.s.w.

gschaidian
gschaidian
Tratscher
22 Tage 12 h

Alle Parteien haben verloren, davon die Südtiroler Freiheit prozentmäßig noch am wenigsten. Das dritte Mandat war ein Überhangmandat und ging lediglich wahlarithmetisch diesmal an die Grünen, ( das letzte Mal an die STF) obwohl diese viel mehr Verluste aufweisen als die STF.
Was den Doppelpass betrifft so gibt es dafür ein Ansuchen an Österreich ausgehend vom Südtiroler Landtag und da hat Köllensberger DAFÜR gestimmt. Also ich weiß nicht was der Artikelschreiber da recherchiert und interpretiert hat.

efeu
efeu
Superredner
21 Tage 21 h

ich find es Niveaulos wie EX LANDESHAUPTMANN über Kompatscher in der Dolomiten seine Frust aus lest
Er musste auch in seiner Periode Niederlagen einbusen
Er soll vor seiner eigenen Tür kehren den da hat er genug zu tian

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