Autokennzeichen-Irrsinn gewinnt neue Dimension

„Lassen Sie sich von Ihrer Frau am Brenner abholen!“

Montag, 18. Februar 2019 | 15:47 Uhr

Bozen – Der Irrsinn um das italienische Autokennzeichen-Dekret nimmt immer groteskere Züge an. Darauf weist die Süd-Tiroler Freiheit in einer Aussendung hin.

Ein junger Meraner, der als Grenzpendler unter der Woche in München lebt und arbeitet und am Wochenende stets zu seiner Familie nach Südtirol heimfährt, habe sich bei der italienischen Straßenpolizei erkundigt, was er tun kann, um gesetzlich in beiden Staaten mit seinem Auto in Ordnung zu sein. Der Lösungsvorschlag der italienischen Polizei lautet allen Ernstes: „Lassen Sie sich von Ihrer Frau am Brenner abholen.“

„Das Beispiel des jungen Familienvaters aus Meran, der sich mit seinem Fall an die Süd-Tiroler Freiheit gewandt hat, offenbart den ganzen Irrsinn des italienischen Kennzeichen-Dekrets“, erklärt die Bewegung.

Die Frau und die Kinder des Mannes leben in einer gemeinsamen Wohnung in Meran, er selbst arbeitet von Montag bis Freitag in München, wo er zu diesem Zwecke ebenfalls mit einem Wohnsitz gemeldet ist. Laut deutschem Gesetz ist er verpflichtet, sein Auto in Deutschland anzumelden, wo er es auch für berufliche Zwecke nutzt. Sobald er am Wochenende mit seinem Auto zur Familie nach Südtiroler fährt, wird er ab dem Brenner nun zum Gesetzesbrecher. Für den jungen Familienvater gebe es keine Lösung, denn wenn er das Auto in Deutschland angemeldet lasse, sei er in Südtirol illegal unterwegs, melde er es hingegen in Italien an, verstoße er in Deutschland gegen die Gesetze, erklärt die Süd-Tiroler Freiheit.

„Der Lösungsvorschlag der italienischen Polizei, dass die Frau ihren Mann einfach am Brenner abholen soll, ist eine Frechheit und entbehrt jeder Realität. Es zeigt sich leider wieder einmal sehr deutlich, dass die schönen Sonntagsreden vom grenzenlosen Europa und der Brennergrenze, die durch die Europaregion Tirol angeblich verschwunden sei, nur inhaltsleere Floskeln sind. Oder soll das etwas die viel gepriesene grenzenlose Europaregion Tirol sein, in der die Bürger nicht mehr mit Fahrzeugen aus dem ‚feindlichen Ausland‘ über die Staatsgrenze fahren dürfen?“, fragt die Bewegung abschließend.

Von: mk

Bezirk: Bozen