Ein Kommentar

Mehr Eigenständigkeit – mehr Nähe

Dienstag, 10. September 2019 | 10:01 Uhr

Bozen – Südtirols Autonomie wird als Vorzeigemodell gefeiert – auch am 100. Jahrestag der Teilung Tirols durch den Friedensvertrag von Saint Germain. Seit dem österreichischen EU-Beitritt und dem Inkrafttreten des Schengener Abkommens konnte an den Übergängen zu Nord- und Osttirol dann auch noch der Wegfall der Grenzbarrieren gefeiert werden.

Trotzdem ist Südtirol immer wieder auch den Unruhen und dem Schlendrian in Rom ausgeliefert. Die Selbstverwaltung durchzieht längst nicht alle Bereiche. Gerade was die Post oder das Gesundheitswesen anbelangt, wäre mehr Eigenständigkeit wünschenswert.

Auch von den Plänen einer eigenen Landespolizei hört man nichts mehr. Denkbar wären auch primäre Kompetenzen im Schulwesen oder ausschließliche Zuständigkeiten im Gemeindewesen – und nicht zuletzt die Finanzautonomie.

Durch die Verbindung mit Italien nimmt Südtirol aber auch eine Brückenfunktion zwischen Nord und Süd ein. Diese Vorteile nutzen wir immer noch noch viel zu wenig: Die Kenntnisse der Zweitsprache sind sowohl bei Deutschen als auch bei Italienern in vielen Fällen ausbaufähig.

Was als friedliches Zusammenleben der Sprachgruppen bezeichnet wird, ist häufig eher ein paralleles Nebeneinander. Eine Annäherung wird auch von der Politik nicht gefördert.

Auch innerhalb der Region gibt es den Austausch nur auf politischer Ebene, kaum aber bei der Basis der Bevölkerung.

Es braucht deshalb von allem einfach mehr. Neben mehr Eigenständigkeit ist definitiv auch mehr Nähe gefragt. Davon profitieren alle.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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24 Kommentare auf "Mehr Eigenständigkeit – mehr Nähe"


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Tanne
Tanne
Tratscher
9 Tage 19 h

Süd-Tirol ist wie ein Fremdkörper im Stiefel.Jeder Schritt tut Weh. Raus aus dem Stiefel, wäre eine Befreiung, eine Wohltat.

idenk
idenk
Superredner
9 Tage 7 h

Ja und dann wo hin?
Zurück zu Österreich oder zum eigenständigen Staat?
Wie sieht der Plan aus?
Denke mal beides nicht mehr realistisch🤔sondern die Autonomie noch mehr ausbauen oder stärken mehr liegt nicht mehr drin🤷🏼‍♂️

toeeuni
toeeuni
Grünschnabel
9 Tage 3 h

@idenk freistaat südtirol unter italien einziger kompromiss

idenk
idenk
Superredner
9 Tage 1 h

@toeeuni

Hätte nichts dagegen☝️……. aber ja.

Neumi
Neumi
Kinig
9 Tage 37 Min

@ toeeuni Meinst du so wie Bayern? Bayern ist ein Freistaat.

Neumi
Neumi
Kinig
9 Tage 36 Min

… sorry, nvm. Hab getippt vor dem Nachdenken. Klar meinst du das.

Tanne
Tanne
Tratscher
8 Tage 20 h

@idenk
Was hältst du von Selbstbestimmung? Verbleib bei Italien, Freistaat Süd-Tirol, oder zurück zum Vaterland Österreich. Die Mehrheit gewinnt, so funktioniert Demokratie. Das wäre das einzig Richtige.

idenk
idenk
Superredner
8 Tage 13 h

@Tanne

Ja so funktioniert Demokratie auf dem Papier aber nicht in der Realität🤷🏼‍♂️

Neumi
Neumi
Kinig
8 Tage 7 h

@ Tanne dann brauchen wir gar nicht erst abzustimmen, du kannst dir sicher sein, dass die Mehrheit der italienischen Südtiroler wohl für den Verbleib ist.
So lange der Rest nicht hinter EINER Alternativlösung steht, besteht keine Chance auf eine Änderung.

Neumi
Neumi
Kinig
8 Tage 6 h

Als erstes muss auf politischer Ebene aber eh noch eine Ausnahme für Südtirol erwirkt werden. Denn auch für uns gillt die Unteilbarkeit des Staates, wie in der Verfassung verankert. “Ich will” wird nicht ausreichen.
Und weil wir dafür auch die Zustimmung aus Rom und die der anderen Provinzen brauchen, sollten wir schon mal die richtige Haltung für’s Arschkriechen einnehmen.

Savonarola
8 Tage 5 h
@Neumi also wenn man die Aussagen von ein paar jungen Südtirolern im Fernsehen am Dienstag gehört hat (“ich bin froh, dass wir zu Italien gekommen sind”, “Italien ist eines von den besten Sachen, die uns hier passiert sind”, “ich bin froh, ein Italiener zu sein, ich finde es fein”), dann sage ich, wir verdienen uns keine Selbstbestimmung, aber auch keine Sonderautonomie mehr, denn die meisten von uns sind selber schon zu ignoranten, stolzen, glühenden und besseren Italienern geworden. Der Autonomie ist es offenbar nicht gelungen, unser Bewusstsein als Minderheit zu bewahren; sie hat also versagt und kann unter den Jubelgesängen… Weiterlesen »
MayerSepp
MayerSepp
Tratscher
8 Tage 4 h

@Savonarola 
Ich wäre da nicht so pessimistisch. Kommt immer darauf an, wen man fragt, und insbesondere wo, und welche Stimmen dann im TV gezeigt werden.
Insbesondere Schützenkompanien, Musikkapellen, Schuhplattergruppen etc. haben gerade bei jungen Leuten enormen Zulauf. Also, nicht aufgeben.

toeeuni
toeeuni
Grünschnabel
8 Tage 3 h

@Savonarola da hast du recht.
wenn schon italia, dann aber ohne autonomie, dann werden wir schon sehen.
denn wer den ursprung für die autonomie vergisst, nähmlich dass wir eine österreichische minderheit in italien sind, der verdient sie auch nicht. denn mit solchen leuten wäre sie auch nie entstanden.

Neumi
Neumi
Kinig
8 Tage 1 h

@ Savonarola Genau. Unt unter diesen Voraussetzungen will man abstimmen lassen? Dann kann ich jetzt schon sagen, wie’s ausgeht.
Würde man denn eine “Wir bleiben bei Italien” Entscheidung protestlos hinnehmen? Ich mein … schließlich wurde sie dann ja demokratisch getroffen, richtig?

Tanne
Tanne
Tratscher
8 Tage 1 h

@Neumi
Du solltest deinen Nick ändern, in Gott der allwissende.

Neumi
Neumi
Kinig
8 Tage 1 h

Ich werde darüber nachdenken, aber irgendwie erscheint er mir zu lang.

Neumi
Neumi
Kinig
8 Tage 1 h

Habe darüber nachgedacht und … … nein, ich bleib dann doch beim alten Nickname. Der Nickname soll schließlich nicht auf die Person schließen lassen.

Savonarola
7 Tage 17 h

@MayerSepp

und die dann alle in Tracht sich die azzurri im Fernsehen anschauen, über Österreich Witze reissen und die Deutschen verspotten…

Ein Louter
Ein Louter
Tratscher
8 Tage 20 h

Ich kann das Wort Zweitsparche nicht mehr höhren, für einen Südtiroler mit ausschließlich deutschen Eltern ist Italienisch immer noch eine Fremdsprache, warum wird bei Englisch nicht von zweit oder dritsprache gesprochen sondern immer nur von Fremdsprache, ach ja siamo in Italia…

Savonarola
9 Tage 17 h

dynamische Super-Sonder-Voll-Autonomie.
Unwort des Jahres

PeterPloner
PeterPloner
Neuling
9 Tage 1 h

Wielange wird nun die Autonomie schon ausgebaut?

Neumi
Neumi
Kinig
9 Tage 37 Min

“ausbaufähig” 😀 Sehr diplomatisch ausgedrückt 👍
Ja, vor allem was das Gesundheitswesen angeht, herrscht zu viel Willkühr.
nett wäre auch, wenn wir selbst für die Einhaltung der Gesetze zur Zweisprachig zuständig wären und nicht ein Kommissar aus Rom. Dann würden vielleicht mal jemandem die mit italienischen Aufklebern überklebten deutschen Beschriftungen der angebotenen Produkte auffallen.

Die Post … kein Ahnung, was da schief läuft, dass die so dermaßen schlecht geregelt ist. Jedes andere Land kriegt das hin.

MayerSepp
MayerSepp
Tratscher
8 Tage 4 h

“Was als friedliches Zusammenleben der Sprachgruppen bezeichnet wird, ist häufig eher ein paralleles Nebeneinander.”
Ja klar. Weil hier zusammenlebt, was historisch nicht zusammengehört und auch kulturell überhaupt nicht zusammen passt.

MayerSepp
MayerSepp
Tratscher
8 Tage 3 h
Politisch kann es mittelfristig nur eine Wiedervereinigung mit Nordtirol geben. Die Wunde der willkürlichen Abtrennung und Zuordnung zu einem kulturell völlig fremden Staat wird niemals verheilen. Unrecht wird auch nach 100 Jahren nicht einfach zu Recht, auch nicht nach 200 oder 300. Schauen wir uns Katalonien an: Die Eigenständigkeit dort wurde 1714 im spanischen Erbfolgekrieg verloren. Gestern, über 300 Jahre später, waren wieder mehrere 100.000 Katalanen in Barcelona auf der Straße, um für ihre Freiheit und Unabhängigkeit zu demonstrieren. Auch die Schotten, da muss man kein Prophet sein, werden nach einem Brexit eine neue Abstimmung durchführen (was die schottische Regionalregierung schon angekündigt hat),… Weiterlesen »
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