Von: APA/dpa/Reuters
Bei ihrer Abwehr der russischen Invasion hat die Ukraine das Hinterland des Gegners erneut mit Hunderten Kampfdrohnen angegriffen. Dabei kamen in der südrussischen Hafenstadt Rostow am Don mindestens fünf Zivilisten ums Leben, als eine Drohne in ein Hochhaus einschlug, wie Gouverneur Juri Sljussar mitteilte. Zunächst war von zwei Toten die Rede, dann wurden drei weitere Leichen in den Trümmern entdeckt, darunter ein Kind. Weitere fünf Menschen seien verletzt worden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte einen Angriff auf Ölverladung im Hafen von Rostow. Drei zivil genutzte Schiffe seien beschädigt worden. Als weitere Ziele nannte er Ölanlagen im Gebiet Jaroslawl nordöstlich von Moskau und in der russischen Teilrepublik Udmurtien, die etwa 1.300 Kilometer von der Ukraine entfernt vor dem Ural liegt. “Wir tragen den Krieg nach Russland zurück, damit letztlich ein gerechter Frieden eine Chance hat”, schrieb Selenskyj auf der Plattform X.
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, das russische Militär habe zwei Schiffe in der südukrainischen Hafenstadt Mykolajiw beschossen. Die Schiffe hätten Militärgüter an Bord gehabt. Die Angaben beider Seiten ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Russland und die Ukraine haben ihre Angriffe im und um das Schwarze Meer sowie das Asowsche Meer in den vergangenen Wochen verstärkt. Die Ukraine greift zudem seit geraumer Zeit verstärkt Ziele teils tief im russischen Landesinneren an. Sie hat dabei vor allem die Ölinfrastruktur im Visier. Sie will damit eine der wichtigsten Einnahmequellen der Führung in Moskau zur Finanzierung des seit mehr als vier Jahren tobenden Angriffskriegs gegen die Ukraine eindämmen. Gleichzeitig haben die Angriffe zu Treibstoffengpässen in Teilen Russlands geführt, wodurch auch die russische Bevölkerung den Krieg unmittelbarer zu spüren bekommt.
Moskau spricht von mehr als 270 Drohnen
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, in der Nacht seien insgesamt 276 ukrainische Kampfdrohnen über verschiedenen Landesteilen abgefangen worden. Diese Militärzahlen sind nicht unabhängig überprüfbar, sie deuten aber auf einen groß angelegten ukrainischen Angriff hin. Zahlreiche russische Flughäfen mussten den Betrieb zeitweise einschränken. Drohneneinschläge wurden auch aus der russischen Großstadt Belgorod dicht an der Grenze zur Ukraine gemeldet. Es habe zwölf Verletzte gegeben, darunter zwei Kinder.
Nach Kiewer Angaben griff die russische Armee die Ukraine über Nacht mit 147 Kampfdrohnen an, von denen 123 ausgeschaltet worden seien. Es habe Einschläge an zehn Orten im Land gegeben, teilte die Luftwaffe mit.
Selenskyj zu Besuch bei Trump am Dienstag
Die internationalen Friedensbemühungen kommen unterdessen weiterhin nicht nennenswert voran. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte im Vorfeld eines für Dienstag geplanten Treffens zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump in Washington, Moskau lägen keine konkreten Informationen hinsichtlich angeblicher neuer Vorschläge für eine friedliche Lösung vor. Entsprechende Medienberichte seien bisher nichts anderes als Spekulation.
Peskow lehnte es zugleich ab, sich zu einer Behauptung von Selenskyj zu äußern, wonach Moskau Vorbereitungen treffe, um 30.000 nordkoreanische Soldaten in der russischen Region Woronesch zu empfangen.




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