Kompatscher ruft Rom um Unterstützung an

Migranten am Brenner: Sorge um Entwicklung

Donnerstag, 09. April 2026 | 17:30 Uhr

Von: luk

Bozen – Nach ersten Zurückweisungen von Migranten aus Österreich und Deutschland wächst in Südtirol die Sorge über die weitere Entwicklung. Im Regierungskommissariat in Bozen fand dazu Medienberichten zufolge ein Treffen unter Leitung von Regierungskommissärin Maddalena Travaglini statt.

Aktuell handelt es sich nur um wenige kurdische und afghanische Familien. Dennoch bereitet den Verantwortlichen weniger die Zahl als vielmehr das Prinzip der Rückführungen Kopfzerbrechen. Österreich und Deutschland schicken Asylbewerberfamilien ohne anerkannten Schutzstatus an den Brenner zurück, da Italien als erstes EU-Einreiseland gilt. Die Betroffenen strandeten zuletzt in Bozen.

Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati und andere politische Vertreter zeigen sich besorgt. Gemeinsam mit Landesrätin Ulli Mair wandte er sich daher an die Regierungskommissärin.

Landeshauptmann Arno Kompatscher will nun das Gespräch mit Innenminister Matteo Piantedosi suchen. Ziel ist es, im Falle steigender Zahlen eine Verteilung der Geflüchteten auf das gesamte Staatsgebiet zu erreichen.

STF: Südtirol darf nicht zum Migrationslager Europas werden

Auch die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit ist besorgt: „Südtirol darf nicht zum Migrationslager Europas werden! Wer aus Österreich oder Deutschland zurückgeführt wird, darf nicht in Südtirol stranden. Diese Personen müssen in ein staatliches Aufnahmezentrum in Italien oder in ein Zentrum außerhalb Italiens gebracht werden, von wo aus die rasche Rückführung in die Heimatländer organisiert wird“, unterstreicht Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit.

„Das Migrationsproblem muss an den EU-Außengrenzen gelöst werden und nicht in Bozen, nicht am Brenner und schon gar nicht auf dem Rücken unserer eigenen Bevölkerung“, heißt es weiter.

Bezirk: Bozen

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