Von: importer
Nach wiederholten russischen Drohnenangriffen sind an einer zentralen Brücke in der ukrainischen Hauptstadt Kiew am Dienstag neue Schutzvorrichtungen angebracht worden. An beiden Seiten der Nordbrücke wurden große Netze zum Schutz vor Drohnen aufgehängt. Damit kommen solche Netze, die im Osten und Süden der Ukraine bereits weit verbreitet sind, erstmals in Kiew zum Einsatz. Unterdessen wurde im ostukrainischen Kramatorsk ein Polizist durch eine russische Drohne getötet.
Russland hatte zuletzt seine Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt deutlich intensiviert und dabei in den vergangenen Tagen auch die Nord- und die Südbrücke ins Visier genommen, was zu langen Staus führte. Die Nordbrücke wurde auch am Sonntag während des Besuchs von Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew von einer Drohne getroffen. Am Freitag hatte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko die Situation in der Stadt “extrem dramatisch” genannt und davor gewarnt, dass Kiew “in Stücke gerissen” werde.
Russische Drohne trifft Polizeiauto in Ostukraine – Angriff bei Odessa
Beim Einschlag einer russischen Drohne in ein Polizeiauto in Kramatorsk in der Ostukraine kam ein Polizist ums Leben. Drei weitere Polizeibeamte seien bei dem Angriff verletzt worden, teilte der regionale Polizeichef Olexander Biloschizkyj auf Facebook mit. “Es fällt schwer, Worte zu finden, wenn man einen der Seinen verliert”, schrieb er.
Kramatorsk liegt im Osten der Ukraine. Die Stadt gehört zum ukrainischen Festungsgürtel, der seit Monaten schweren Angriffen der russischen Militärs widersteht.
Bei einem russischen Angriff auf eine belebte Landstraße bei Odessa im Süden der Ukraine wurden mindestens fünf Menschen verletzt. Mehrere Fahrzeuge, hauptsächlich Sattelschlepper, seien beschädigt worden, berichtete der regionale Militärverwalter Oleh Kiper auf Telegram.
Kiew übt scharfe Kritik an Südkorea wegen Treibstoff-Lieferungen nach Russland
Die Ukraine kritisierte Südkorea unterdessen wegen der Lieferung von Treibstoff an Russland scharf. Die Lieferungen stünden “in scharfem Kontrast” zur Sanktionspolitik Südkoreas, sagte der ukrainische Präsidentenberater Wladyslaw Wlasjuk am Dienstag. Seoul habe Moskau damit geholfen, die durch ukrainische Angriffe ausgelöste Treibstoffknappheit auszugleichen.
Laut einem Bericht des britischen “Guardian”, der sich auf Angaben von Häfen und Schiffstracking-Daten stützt, wurden im Juli und August 176.000 Tonnen Ölprodukte von Südkorea nach Russland verschifft. Aus den Unterlagen geht demnach nicht hervor, wem der Treibstoff gehörte oder wer ihn verkaufte. Die Lieferungen machten dem Bericht zufolge im August fast ein Drittel der russischen Treibstoff-Importe auf dem Seeweg aus. Drei der sieben eingesetzten Tanker sind demnach mit westlichen Sanktionen belegt.
“Diese Lieferungen begannen genau zu dem Zeitpunkt, als ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien die Verarbeitungskapazitäten verringerten und in der Russischen Föderation einen Treibstoffmangel verursachten”, sagte Wlasjuk, der den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Sanktionsfragen berät. “Mit anderen Worten: Importe aus Südkorea haben Russland de facto dabei geholfen, die Folgen des Verlustes seiner eigenen Raffineriekapazitäten auszugleichen.”
Diplomatische Verstimmungen auch im September
Südkorea hatte nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verschärfte Exportkontrollen gegenüber Russland und dessen Verbündeten Belarus verhängt. Außerdem schränkte Seoul Geschäfte mit den wichtigsten russischen Banken und der Zentralbank ein.
Bereits im September war es zu diplomatischen Verstimmungen zwischen der Ukraine und Südkorea gekommen. Seoul warf Kiew einen Verstoß gegen eine vertrauliche Vereinbarung vor, nachdem Selenskyj bei der UNO-Generaldebatte gesagt hatte, sein Land habe zwei nordkoreanische Soldaten an Südkorea überstellt. Südkorea bestellte daraufhin den ukrainischen Gesandten ein und forderte eine offizielle Entschuldigung. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sprach von einem “diplomatischen Missverständnis”.
Schweden verlegt Patriot-Systeme zu NATO-Drehkreuz in Polen
Schweden verlegt Patriot-Luftabwehrsysteme zur Absicherung eines NATO-Logistikdrehkreuzes nach Polen. Der Einsatz soll im Dezember beginnen und eine Einheit aus den Niederlanden ablösen, gibt Ministerpräsident Ulf Kristersson bekannt. Rund 100 Personen einer Luftabwehreinheit aus Halmstad werden dafür nach Polen geschickt, wie die Regierung mitteilt. In der vergangenen Woche hatte das Land zudem die Verlegung von Gripen-Kampfjets angekündigt.
Die Aufgabe beider Einsätze sei es, das NATO-Logistikdrehkreuz an einem polnischen Flughafen zu schützen, erklärt Kristersson. Zur genauen Anzahl der Patriot-Systeme macht die Regierung keine Angaben. Über das NATO-Logistikzentrum wird die Ukraine mit Waffen versorgt.




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