In Jerusalem waren Explosionen zu hören

Neue Angriffswelle in Teheran – Raketenangriffe auf Israel

Donnerstag, 05. März 2026 | 08:47 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters/AFP

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben am Donnerstag früh eine neue Angriffswelle in Teheran begonnen. In einer Mitteilung des Militärs war die Rede von groß angelegten Angriffen auf Infrastruktur der iranischen Führung in der Hauptstadt. Augenzeugen berichteten über Explosionsgeräusche im Bereich von Teheran. Außerdem griff Israels Luftwaffe demnach mehrere Kommandozentren der proiranischen Hisbollah-Miliz in der libanesischen Hauptstadt Beirut an.

Im Verlauf der Nacht hatte es in Israel immer wieder Raketenalarm gegeben. Dabei wurde auch über parallele Raketenangriffe aus dem Iran und vom Libanon aus auf den jüdischen Staat berichtet. Ein Einwohner Tel Avivs berichtete von gewaltigen Knallgeräuschen. Es gab zunächst keine Berichte über Verletzte. Am Vortag waren nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom Dutzende von Menschen verletzt worden.

Lokale Medien im Libanon berichteten von Angriffen in den als Dahija bekannten Vororten der Hauptstadt Beirut. Dabei wurden auch zwei Autos getroffen. Drei Menschen kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums ums Leben. Auch ein palästinensisches Flüchtlingslager nahe Tripoli im Norden des Libanons wurde nach libanesischen Angaben getroffen. Dabei seien zwei Menschen getötet worden, meldete das Gesundheitsministerium mitteilte. Eine weitere Person sei verletzt worden.

Irans Militär greift kurdische Gruppen im Irak an

Neben Israel haben die iranischen Streitkräfte nach eigenen Angaben erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak angegriffen. Es seien drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller Verbände abgefeuert worden, meldete die staatlichen Nachrichtenagentur IRNA unter Berufung auf die Militärführung in Teheran. Der regierungstreue Sender Press TV veröffentlichte Videos, auf denen Einschläge in den Stellungen “anti-iranischer Separatisten” zu sehen sein sollen.

US-Medien berichteten zuletzt, Präsident Donald Trump erwäge, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen Irans Regierung zu bewaffnen. Das Weiße Haus wies dies zurück. Regierungssprecherin Karoline Leavitt bestätigte allerdings, dass Trump mit kurdischen Anführern in der Region mit Blick auf den US-Stützpunkt im Norden des Iraks gesprochen habe.

Die Kurden sind eine ethnische Gruppe mit schätzungsweise 30 Millionen Angehörigen, die vor allem im Irak, im Iran sowie in Syrien und der Türkei leben. Sie kämpfen seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat und wurden lange im Irak wie auch im Iran verfolgt und unterdrückt. Die autonome Kurdenregion im Irak entstand nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Jahr 2003.

Umgebung der US-Botschaft in Katar evakuiert

In Katar ist die Umgebung der US-Botschaft in Katar ist evakuiert worden. Die Bewohner der umliegenden Gebäude seien vorübergehend und vorsorglich in Sicherheit gebracht worden, teilte das Innenministerium des Golfstaats mit. Ihnen seien anderweitige Unterkünfte gestellt worden. Zu den Hintergründen der Evakuierung machte die Behörde zunächst keine Angaben.

Seit Beginn des Iran-Kriegs am Wochenende feuern die iranischen Streitkräfte immer wieder Raketen und Drohnen auf Katar ab. Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagte, das Ziel seien nur “US-Interessen in Katar”. Nach katarischer Darstellung trafen die Geschosse jedoch auch zivile und bewohnte Gebiete innerhalb des Landes.

Explosion an Tanker im Persischen Golf gemeldet

Vor der Küste von Kuwait im Persischen Golf kam es indessen zu einer Explosion an einem Tanker. Der Kapitän des rund 55 Kilometer südöstlich von Mubarak al-Kabir vor Anker liegenden Schiffes habe eine große Explosion an der Backbordseite bemerkt, bevor ein kleines Boot davongefahren sei, berichtete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO).Öl aus dem Ladetank laufe ins Meer aus. Ein Brand sei zunächst nicht gemeldet worden, der Besatzung gehe es gut.

Zuletzt wurden im Persischen Golf, der Straße von Hormuz und dem Golf von Oman immer wieder Schiffe von Geschossen getroffen. Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit Beginn der jüngsten Kampfhandlungen am Samstag beinahe zum Erliegen gebracht. US-Präsident Donald Trump erklärte, die US-Marine werde Schiffe bei der Durchfahrt durch die für den Transport von Öl und Gas wichtige Straße von Hormuz eskortieren, falls erforderlich.

Iran kündigt Vergeltung für Versenkung von Kriegsschiff an

Einen Tag nach der Versenkung eines iranischen Kriegsschiffs im Indischen Ozean mit dutzenden Toten durch die US-Marine drohte unterdessen Irans Außenminister Abbas Araqchi den USA mit Konsequenzen. Die iranische Fregatte “Iris Dena” sei “ohne Vorwarnung in internationalen Gewässern angegriffen” worden, erklärte Araqchi am Donnerstag im Onlinedienst X. “Die USA werden diesen Präzedenzfall bitter bereuen.” Die USA hätten “2000 Meilen vor der iranischen Küste eine Gräueltat auf See begangen”, fügte Araqchi hinzu. Demnach sei die Fregatte “Gast der indischen Marine” gewesen.

Das iranische Schiff war am Mittwoch vor der Küste Sri Lankas gesunken. Polizeiangaben zufolge wurden bisher mehr als 80 Leichen von Besatzungsmitgliedern geborgen, rund 60 Menschen wurden noch vermisst.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gab am Mittwoch bekannt, das Schiff sei “von einem Torpedo” versenkt worden. Die Vernichtung der iranischen Marine ist laut Pentagon eines der Ziele des US-israelischen Kriegs gegen den Iran.

Hegseth ruft Israel zum Durchhalten auf

Hegseth hat unterdessen Israel nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums aufgefordert, “bis zum Ende” durchzuhalten. Die USA stünden an der Seite Israels, habe Hegseth Verteidigungsminister Israel Katz in dem Telefonat in der Nacht gesagt, teilte das Ministerium mit. Katz habe Hegseth für die umfangreiche Unterstützung der USA bei der Verteidigung der israelischen Bürger gegen die iranische Raketenbedrohung gedankt.

Kommentare

Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen