Israel treibt Siedlungsbau im Westjordanland voran

Neue Gewalt im Westjordanland – Ein Toter

Freitag, 21. August 2026 | 13:11 Uhr

Von: importer

Im von Israel besetzten Westjordanland ist es erneut zu Gewalt gekommen. In der Nacht auf Freitag stürmten israelische Soldaten das Haus eines Palästinensers in der Stadt Jenin und töteten den Mann, der sich den Soldaten mit einem Messer widersetzt haben soll. Während radikale Siedler im Dorf Kusra weiterhin Häuser von Palästinensern belagern, veröffentlichte die israelische Regierung diese Woche eine Ausschreibung für den Bau von über 1.200 Wohneinheiten für Siedlungen.

Palästinensische Medien berichteten zudem, dass israelische Sicherheitskräfte im Ort Sababda einen 14-Jährigen durch Schüsse verletzten. Israels Militär sagte auf Anfrage, es gehe dem nach.

Radikale Siedler belagern weiter Häuser in Kusra

In dem Dorf Kusra belagern radikale israelische Siedler Berichten zufolge unterdessen weiterhin die Häuser mehrerer palästinensischer Bewohner. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete unter Berufung auf den Dorfvorsteher Abdul Asim al-Wadi, dass die Betroffenen weiterhin ihre Häuser nicht verlassen könnten. Demnach sind Lebensmittel und einige Medikamente bereits knapp.

Ein Angehöriger der Bewohner sagte jüngst, diese blieben in ihren Häusern aus Angst, Siedler könnten sie andernfalls besetzen. Der siedlerfreundliche US-Botschafter Mike Huckabee nannte die Siedler in Kusra zuletzt “israelische Terroristen”.

Verschärfte Gewalt seit Hamas-Massaker

Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg noch einmal verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Westjordanland seitdem mehr als 1.105 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet.

Aber auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat stark zugenommen. Israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen Siedlergewalt vorzugehen, oder sich sogar auf die Seite aggressiver Siedler zu stellen.

Umstrittenes Siedlungsprojekt im Westjordanland

Für Unruhe im Westjordanland sorgt zudem, dass Israel zugleich ein äußerst umstrittenes Siedlungsvorhaben vorantreibt. Das Bauministerium hatte diese Woche eine Ausschreibung für den Bau von mehr als 1.200 Wohneinheiten für das Projekt veröffentlicht. Konkret geht es um das sogenannte E1-Gebiet zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim.

Eine Bebauung in dem Gebiet würde das Westjordanland faktisch in einen nördlichen und einen südlichen Teil aufspalten. Damit würde die Schaffung eines zusammenhängenden Territoriums für einen künftigen palästinensischen Staat erschwert oder gar unmöglich gemacht.

Seit ihrem Amtsantritt Ende 2022 hat die israelische Regierung über 100 neue Siedlungen im gesamten Westjordanland genehmigt, wie der Sender BBC am Freitag berichtete. Die Siedlungen sind nach Völkerrecht illegal und müssten laut dem Internationalen Gerichtshof so schnell wie möglich geräumt werden.

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