Mehr als 7.000 Menschen bei letzten Protesten getötet

Neue Proteste an iranischer Elite-Universität

Samstag, 21. Februar 2026 | 13:05 Uhr

Von: APA/dpa

Mit Beginn des neuen Semesters im Iran sind an einer renommierten Universität neue Proteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem ausgebrochen. An der Sharif-Universität für Technologie in der Hauptstadt Teheran riefen Studierende Protest-Slogans, wie Aktivisten in den sozialen Medien berichteten. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit den paramilitärischen Basij-Einheiten, wie es in dem Bericht des studentischen Newsletters “Amirkabir” hieß.

Augenzeugen in Teheran bestätigten die neuen Proteste an der Sharif-Universität, die als Elite-Hochschule gilt. Bereits bei früheren Protestwellen, etwa während der “Frau, Leben, Freiheit”-Bewegung, war es dort zu größeren Demonstrationen gekommen.

Auf Videos des bekannten “Amirkabir”-Kanals, der im vergangenen Jahr mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde, waren Menschenmassen auf dem Campus zu sehen. “Lang lebe der Schah”, war auf einem Video zu hören – eine Anspielung auf Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schah, der inzwischen im Ausland zu einer der bekanntesten Oppositionsfiguren aufgestiegen ist.

Neues Semester beginnt mit Verzögerung

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr beginnt am Samstag mit gut einem Monat Verzögerung an zahlreichen Universitäten des Landes das neue Semester. Die Hochschulen hatten ihren Betrieb infolge der Massenproteste Anfang Jänner zunächst eingestellt. Nachdem die Behörden den weltweiten Internetzugang im Land für gut drei Wochen abgeschaltet hatten, nahmen einige Universitäten kürzlich den Lehrbetrieb mit Online-Veranstaltungen wieder auf.

Der iranische Sicherheitsapparat hatte die jüngsten Massenproteste im Land brutal niedergeschlagen. Nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA kamen dabei mehr als 7.000 Menschen ums Leben, unter ihnen auch mehr als 200 Staatskräfte. Die jüngsten Demonstrationen, ausgelöst zunächst durch die massive Wirtschaftskrise, waren die schwersten seit Jahren.

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