Von: luk
Bozen – Im Rechtsstreit zwischen Irene Pechlaner und der Provinz Südtirol erhöht sich die geforderte Entschädigung deutlich. Vor dem Berufungsgericht beantragte Pechlaner gestern eine Anhebung des Schadenersatzes von ursprünglich 240.000 auf 380.000 Euro, berichtet die Zeitung Alto Adige.
Hintergrund ist ein Urteil des Arbeitsgerichts vom vergangenen September, das Pechlaner Recht gab: Laut Gericht erfüllte sie alle Voraussetzungen für das Amt der Generalsekretärin des Landtages, das jedoch an Florian Zelger vergeben wurde. Dafür wurden ihr zunächst 240.000 Euro wegen entgangener Karrierechancen zugesprochen. Gegen dieses Urteil legte die Provinz Berufung ein.
Inzwischen ist jedoch ein neuer Umstand hinzugekommen: Pechlaners Vertrag als Direktorin des Gesundheitsbezirks Meran wurde nicht verlängert. Dadurch sank ihr Jahresgehalt um mehr als 40.000 Euro – von rund 165.000 Euro plus Prämien auf etwa 115.000 Euro in ihrer aktuellen Funktion beim Südtiroler Sanitätsbetrieb. Genau diese Einkommenseinbuße begründet die nun höhere Schadenersatzforderung.
“Zum Zeitpunkt des Ersturteils ging man davon aus, dass ihr Auftrag in Meran verlängert wird”, erklärte ihr Anwalt Daniele Simonato. “Da dies nicht geschehen ist, ist der tatsächlich entstandene Schaden heute größer.” Einen rechtswidrigen Zusammenhang oder strafrechtliche Vorwürfe sehe man jedoch nicht.
Die Nichtverlängerung von Pechlaners Mandat hat im Meraner Gesundheitswesen und in der Politik für Diskussionen gesorgt. Mitarbeiter mehrerer Krankenhäuser sammelten Unterschriften zu ihrer Unterstützung, während aus der Opposition die Frage nach möglichen Zusammenhängen mit der Klage gegen die Provinz laut wurde.
Über die neue Forderung entscheidet das Berufungsgericht voraussichtlich im Januar 2027. Bis dahin bleibt der Rechtsstreit offen.




Aktuell sind 9 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen