Von: luk
Rom/Iran – Der am Samstag von den USA und Israel losgetretene Krieg mit dem Iran dürfte zumindest kurzfristig auch Auswirkungen auf die weltweite Wirtschaft haben, da die brenzlige Lage im Nahen und Mittleren Osten den Handel mit Erdöl einschränkt.
Bekanntlich haben die Reedereien die Schifffahrt in der Straße von Hormuz eingestellt, nachdem der Iran die Route gesperrt hatte. Etliche Tanker stecken nun im Golf fest.
Zwar haben die Öl-Länder der OPEC+ am Sonntag angekündigt, ihre Produktion um 206.000 Barrel (159 Liter je Barrel) pro Tag hochzufahren – allerdings erst ab April.
Zur Einordnung: Die globale Ölproduktion betrug nach Angaben der Internationalen Energieagentur zu Jahresbeginn 106,6 Millionen Barrel pro Tag.
Preis-Anstieg von 50 Prozent möglich
Hält die momentane Lage länger an, und brechen in der nächsten Zeit Liefermengen aus der ölreichen Region weg, dürfte das erheblichen Einfluss auf die weltweiten Energiepreise haben.
Immerhin werden durch die Straße von Hormuz täglich rund ein Fünftel der globalen Öltransporte verschifft.
Die Staaten der OPEC+ könnten zwar Ausfälle aus dem Iran ausgleichen, doch sie haben nicht genug freie Produktionskapazitäten, um eine Hormus-Blockade wettzumachen, warnten die Analysten der Commerzbank kurz vor Beginn der jüngsten Eskalation.
100 Dollar pro Barrel
Der Ökonom Prof. Clemens Fuest erklärt gegenüber der BILD, dass eine längere Schließung der Meerenge durch den Iran den Ölpreis in Richtung 100 Dollar pro Barrel treiben lassen könnte. Aktuell liegt der Preis um die 70 Dollar. Würde der Rohölpreis auf 100 Dollar klettern, wäre das ein Anstieg von rund 50 Prozent.
Verbraucher würden das vor allem an der Zapfsäule aber nicht nur spüren.
Da auch rund ein Fünftel des weltweiten Handels mit verflüssigtem Erdgas (LNG) durch die Meerenge von Hormuz verläuft, ist auch hier mit steigenden Preise zu rechnen.




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