Verzweiflung in den Hallen des Kreml zu erahnen

Putin stellt absurde Bedingungen für Waffenstillstand

Freitag, 14. Juni 2024 | 15:52 Uhr

Von: luk

Moskau/Kiew – Ein erneuter Vorstoß von Russlands Präsident Wladimir Putin sorgt für Aufsehen. Während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beim G7-Gipfel in Italien Unterstützung von den führenden Demokratien der Welt erhält und zunehmend Sicherheitsgarantien für sein Land erreicht, präsentiert der Kremlchef unrealistische Forderungen.

Am Freitag verkündete Kremltyrann Putin in Moskau seine Bedingungen für einen Waffenstillstand. Er verlangt den Rückzug der ukrainischen Streitkräfte aus den Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson – Gebiete, die Russland im September 2022 annektierte, obwohl es diese nicht vollständig kontrolliert. Zudem fordert Putin, dass die Ukraine auf unbestimmte Zeit auf eine Nato-Mitgliedschaft verzichtet.

Putin bezeichnete diese Forderungen als „Angebot für einen Waffenstillstand“. Er behauptet, dass Russland „sofort, buchstäblich in derselben Minute, das Feuer einstellen und Gespräche aufnehmen“ würde, falls die Ukraine diesen Bedingungen nachkommt. Diese Äußerungen hat er bei einem Treffen mit Diplomaten in Moskau getätigt.

Die Forderungen erscheinen jedoch völlig realitätsfern.

Um diese zu erfüllen, müsste die Ukraine sofort ein Gebiet von rund 23.000 Quadratkilometern räumen, nachdem sie seit über zwei Jahren militärischen Widerstand geleistet hat.

Dies ist angesichts der aktuellen Situation auf dem Schlachtfeld auch realitätsfern. Russland macht nämlich nur langsam Fortschritte und bräuchte bei diesem Tempo noch Jahrzehnte, um das geforderte Gebiet militärisch zu erobern.

Zudem erwartet die Ukraine in den kommenden Monaten verstärkte Unterstützung durch westliche Waffensysteme, darunter moderne F-16-Kampfflugzeuge, die die Karten neu mischen könnten.

Kiew hofft zudem langfristig auf einen Nato-Beitritt, um unter den nuklearen Schutzschirm des Westens zu fallen und so zukünftige russische Angriffe präventiv zu verhindern. Diese Perspektive wird sich die Ukraine nicht nehmen lassen.

Die Ukraine weißt Putins Bedingungen für Friedensgespräche daher auch als “Augenwischerei” zurück. “Es gibt nichts Neues, keine wirklichen Friedensvorschläge und keinen Wunsch, die Kämpfe zu beenden”, erklärte der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak am Freitag im Onlinedienst X. “Man muss sich von der Illusion befreien und aufhören die ‘Vorschläge Russlands’ ernst zu nehmen, die dem gesunden Menschenverstand widersprechen”, schrieb Podoljak weiter.

Ähnlich äußerte sich NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. “Dies ist kein Friedensvorschlag”, sagte Stoltenberg am Freitag zum Abschluss eines Verteidigungsministertreffens in Brüssel. “Dies ist ein Vorschlag für mehr Aggression, mehr Besatzung.”

Nach den Worten von US-Verteidigungsminister Lloyd Austin kann Putin der Ukraine keine Bedingungen für einen Frieden diktieren. “Putin hat souveränes ukrainisches Territorium widerrechtlich besetzt”, sagte Austin in Brüssel. “Wir wollen nicht, dass der Anführer eines Landes eines Tages aufwacht und beschließt, die Grenzen seines Nachbarn auszulöschen und dessen Gebiet zu annektieren. Das ist nicht die Welt, in der wir alle leben wollen.”

Kurzum: Putins „Angebot“ ist eher als ein verzweifelter Versuch zu sehen denn als ein ernsthaftes Angebot.

Zu diesem Schluss kommt auch Sicherheitsexperte Nico Lange im Interview mit dem TV-Sender “Welt”. Putin werde nur zu echten Verhandlungen bereit sein, wenn er militärisch unter Druck kommt.

 

Bei ihrem Gipfel in Italien hatten Unterhändler der Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten sich am Donnerstag darauf verständigt, mithilfe von Zinsen aus eingefrorenem russischen Staatsvermögen ein Kreditpaket im Umfang von etwa 50 Milliarden US-Dollar (etwa 47 Mrd. Euro) zu finanzieren. Das Geld soll der Ukraine bis Ende des Jahres zur Verfügung gestellt werden.

Kommentare

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27 Kommentare auf "Putin stellt absurde Bedingungen für Waffenstillstand"


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Eisenhauer
Eisenhauer
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Im Grunde fordert er nicht mal das, das der Sowjetunion versprochen wurde als der eiserne Vorhang fiel. So wie etwa: es gibt keine Nato Osterweiterung. Aber davon will niemand mehr etwas wissen.

OrtlerNord
OrtlerNord
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

eisenkopf..
Das ist GELOGEN!
Wenn es diesen Vertrag gibt hätte DEIN MÖCHTEGERNZAR schon längst den Vertrag auf den Tisch gelegt!

Oracle
Oracle
Kinig
1 Monat 4 Tage

@Eisenhauer…. die Zeit vergeht (34?), die Menschen ändern sich und die Russen sind nicht unbedingt freundlich und demokratisch eingestellt. Jedes Land hat das Recht zu entscheiden, es gibt keine ewigen Entscheidungen! Wenn die osteuropäischen Staaten nach Demokratie streben, können wir das nicht verbieten, oder? Der Putin hätte einfach die Krim nicht einnehmen müssen und auch die Ukraine nicht überfallen und alles wäre gut. Oder sollte mir mein Nachbar vorschreiben können, weil es in seinem Interesse ist, mit wem ich befreundet sein darf und mit wem ich Pizzaessen darf?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 4 Tage

Der berühmte Satz Genschers!
Rein rechtlich soll es so gewesen sein, dass wenn ein Land der Nato ne Ausage macht wäre es bindend. Warum hat man ihm damals eigentlich nicht widersprochen. Da kam kein Wort, von niemandem.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage
@Eisenhauer: dieses angebliche Versprechen hat es nie gegeben. Es wurde am Rande darüber diskutiert, wurde aber in Zuge finanzieller Zugeständnisse an die damals bankrotte UDSSR wieder aufgegeben. Es wäre wohl völlig unglaubwürdig, dass die damaligen Verhandler auf der Seite der UDSSR einen derart wichtigen Punkt vergessen und folglich aus Versehen nicht in den Vertrag aufnehmen. Das zu glauben wäre eine Beleidigung der Intelligenz der sowjetischen Unterhändler und der Unterzeichner. Gier geht es nicht um eine unbedeutende Nebenklausel, sondern um ein Thema, das später von Russland als einer von mehreren Kriegsgründen bemüht wird. Wir wir aber spätestens jetzt wissen, sind diese… Weiterlesen »
Eisenhauer
Eisenhauer
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Das ist nicht mein MÖCHTEGERNZAR. Mir persönlich ist es auch egal ob Russland vorrückt oder sich die Ukraine wieder ein paar Meter vorwärts bewegt. Es gibt aber einige Aussagen von Politikern die das bestätigen.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 4 Tage

@Oracle Wenn man die Geschichte verfolgt dann kann man daraus lernen, dass es für manche Dinge den richtigen Zeitpunkt braucht. Der Wunsch der Ukraine sich dem Westen anzuschließen war zwar ihr gutes Recht, aber der absolut falsche Zeitpunkt. An Deutschland kann man es gut erkennen. Man hat damals nicht die Konfrontation gesucht, den grossen Krieg und der UDSSR Ostdeutschland überlassen. Was daraus wurde wissen wir alle. Unterschied es gab kein Blutvergießen! Wer weiß was in weiteren 50 Jahren in Russland los ist..
Russland hätte dies ider jenes nicht ist Kinderkram… Es ist passiert!

pfaelzerwald
1 Monat 4 Tage

@Eisenhauer
Ein solches Versprechen hat es nie gegeben.!!!
Es wäre sogar rein technisch garnicht möglich gewesen, weil es damals sowohl die UdSSR als auch den Warschauer Pakt gab. Die UdSSR hätte also darauf bestehen müssen, dass man ihr verspricht, dass sie (UdSSR) nicht in die Nato aufgenommen wird.

Goennenihrwichtigtuer
Goennenihrwichtigtuer
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage
Igbo
Igbo
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

So eine Frage nebenbei.
Die Russen im Donbass gegen die von der Ukrainischen Regierung Krieg geführt wurde. 15000 Tote. Durnwalder war dort , weil man ihnen sprache Kultur und politische Vertretung verboten hatte. Als Südtiroler, hat man da eigentlich kein Gefühl von , oha bei uns wars ja auch so.

Faktenchecker
1 Monat 4 Tage

NG Du Schwubler!

“Die Behauptung um die angeblich unrechtmäßige Ausdehnung der Nato Richtung Osteuropa wird schon seit Jahrzehnten wiederholt. Ein zentrales Motiv darin lautet, der Westen habe Russland immer wieder zugesichert, es werde keine Osterweiterung der Nato geben. Nicht nur Putin, sondern auch seine Amtsvorgänger behaupteten das bereits. Klar ist aber: Einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag, der eine solche Abmachung enthält, gibt es nicht. Im Gegenteil: Russland hat sich durch mehrere Verträge dazu verpflichtet, die staatliche Souveränität anderer Länder zu akzeptieren, insbesondere die der Ukraine. ”

https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2022/12/12/nato-osterweiterung-was-russland-und-der-westen-vereinbarten-und-was-nicht/

OrtlerNord
OrtlerNord
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@N. G.
Ein Staat kann niemals eine für die Nato bildende Aussage machen!
Es ist nicht entscheidend was von irgendjemand irgendwo als Diskussionsgrundlage gesagt wird sondern allein was im Vertrag steht! Und da steht in der Art nichts drin.
Aber es gibt einen Vertrag zwischen Russland und der Ukraine über zugesichert Grenzverläufe! Rate mal wer sich nicht daran hält?

ziehpresse
ziehpresse
Superredner
1 Monat 4 Tage

bis an die Wolga, oder was möchte Putler?

ziehpresse
ziehpresse
Superredner
1 Monat 4 Tage

@Selbstbewertung
es gibt auch sachlich fundierte Beiträge hier, Respekt!

Sosonadann
Sosonadann
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@Igbo Du solltest dich zu den Vorgängen ab 2014 im Donbass und der Beteiligung Russlands daran besser informieren.
Suchhilfe: “grüne Männchen’ und “Einschleusung russischer Bürger aus dem benachbarten russischen Gebiet Rostow, die sich als prorussische lokale Demonstranten ausgaben”

Ischjolougisch
Ischjolougisch
Superredner
1 Monat 4 Tage

..Der alte Furz.. es heisst was möchte der alte Furz.

OrtlerNord
OrtlerNord
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@Igbo
Die friedlichen Russen in der Ostukraine wurden von Revolutionäre und Untergrundkämpfer deines Möchtegernzar unterwandert. Ein altbekannte System vom Möchtegernzar, erprobt in mehreren Staaten!

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

@ Eisenhauer

mag sein, dass es einige Politiker gibt die das bestätigen. Es gibt aber viel mehr Politiker die das abstreiten. Die Aussage war damals, dass im ehemaligen Ostdeutschland keine Atomwaffen stationiert werden sollten.
Zu all diesen in den Raum gestellten Behauptungen gibt es gar keinen Beweis. Sollte es diese Aussage wirklich gegeben haben und dann grenzt das an grenzenloser Dummheit der damaligen Verhandler.
Verba volant, scripta manent.

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

@ Igbo

Ja, Durnwalder war da und ist enttäuscht nach Hause gekommen. Die russischsprachige Seite war an keiner Lösung interessiert.
Die 15.000 Tote waren Tote auf beiden Seiten und nicht nur auf einer Seite.
Zudem, das Problem ist erst 2014 entstanden als Russland zunehmend mehr Russische Einwanderer in die dortigen Gebiete ansiedelte die tagtäglich Provokationen provozierten.

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

@ N.G.

Das einzige Versprechen das schwarz auf weiß steht war jenes, dass Russland, im Gegenzug der Entmilitarisierung der Ukraine, bzw. der Rückgabe aller Atomraketen sich zur Einhaltung der damaligen Grenzen verpflichtete.
Das kann jeder, der es eben lesen will, tagtäglich nachlesen. Alles andere sind Worte die irgendwer in den Raum gestellt hat und dann nachgeplappert werden.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage
@Igbo: für mich sind die 15 000 Toten im Donbass völlig unplausibel. Kann mir nicht vorstellen, dass wir davon nichts mitbekommen hätten. Damals gab es vor Ort noch Vertreter der OSZE. Abgesehen davon wäre das kein Grund, die gesamte Ukraine in Schutt und Asche zu legen, die Krim zu annektieren und ähnlich imperialistische Anmaßungen in anderen Nachbarländer geltend zu machen. Wen dem so gewesen sein sollte, hätte es andere, bessere Lösungsansätze gegeben: UNO Resolution, Un-Beobachter, erstärkung der OSZE (statt Auflösung). Für mich fällt das genauso in die Kategorie Rechtfertigungsversuch wie die NATO Osterweiterung. Der wahre Grund liegt im Bestreben, due… Weiterlesen »
Pacha
Pacha
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Es mögen auf dem ersten Blick harte Bedingungen sein, für den Donbass und der Krim aber ist es mit Sicherheit eine gute Lösung, da sich beide ja von der Ukraine abspalten wollten.
Die Verzweiflung, die sieht man im Gesicht von Selenskyj, seine Umfragewerte im eigenen Land liegen bei 17% im Keller, die Russen rücken täglich weiter vor und er scheint realisiert zu haben, daß der den USA auf dem Leim gegangen ist.

Sosonadann
Sosonadann
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@Pacha Das sind keine Bedingungen, das ist ein Versuch, Ziele zu erreichen, die militärisch nicht erreicht worden sind und in derzeitiger Geschwindigkeit Jahrzehnte dauern würde. Die Bedingung, nicht in die NATO zu gehen, ist die Absicherung, jederzeit wieder angreifen zu können.
Auserdem ist es ein Versuch, die Friedensgespräche in der Schweiz zu unterwandern.

OrtlerNord
OrtlerNord
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Pascha
Aller billigste Kremelpropaganda! 🤢🤮

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

@ Pacha

Die Behauptung dass die Krim und der Donbass sich abspalten wollten ist sicherlich falsch. Die einzig anerkannte und von der gesamten Bevölkerung durchgeführte Volksabstimmung war:

https://de.wikipedia.org/wiki/Referendum_%C3%BCber_die_Unabh%C3%A4ngigkeit_der_Ukraine

Die von Russland durchgeführte Volksabstimmung war eine Farce. Zudem nahm daran nur ein kleiner Teil der Bevölkerung teil, da der Großteil der Bevölkerung geflohen war.

OH
OH
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

……. absurde Bedingungen….
Ich glaube nicht nur seine sind etwas absurd um einen möglichen Frieden herzustellen !

Neuling
1 Monat 4 Tage

„Zudem erwartet die Ukraine in den kommenden Monaten verstärkte Unterstützung durch westliche Waffensysteme, darunter moderne F-16-Kampfflugzeuge, die die Karten neu mischen könnten.“

Die Karten neu mischen kann auch die Auflösung des 2+4 Vertrags seitens Russland.

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