Trumps Anschuldigungen haben sich als falsch herausgestellt

“Reflecting Pool”: Trump-Kritik an Einstellung von Verfahren

Samstag, 01. August 2026 | 21:57 Uhr

Von: importer

Nach der Einstellung des Verfahrens wegen Schäden an einem unter Aufsicht von Donald Trump renovierten Wasserbecken in Washington hat der US-Präsident die von ihm eingesetzte Bundesanwältin kritisiert. “Ich bin vollkommen anderer Meinung als Jeanine Pirro (…) Ich weiß nicht, was ihr durch den Kopf gegangen ist!”, so Trump am Samstag im Onlinedienst Truth Social. Er hatte wiederholt Vandalismus für die Schäden am Pool verantwortlich gemacht, ohne dafür Beweise vorzulegen.

“Vielleicht gab es Probleme mit dem Bauunternehmer, aber der Hauptschaden wurde von Vandalen verursacht!”, behauptete Trump weiter und räumte damit indirekt ein, was politisch Verantwortliche und Medien seit Wochen als Ursache vermuten: eine missglückte Renovierung, die zum Ablösen der Abdichtung und zur raschen Ausbreitung von Algen in dem Becken in der US-Hauptstadt geführt hat.

Trump veröffentlichte auf Truth Social zudem ein Video, das seine Vandalismus-These untermauern soll. Auf den Bildern ist allerdings nichts zu erkennen, was eindeutig auf die von ihm angeführten Messerspuren schließen lässt.

Nach Erkenntnissen der Ermittler waren die Schäden durch Pfusch bei den Renovierungsarbeiten entstanden. Die Staatsanwaltschaft stellte aufgrund dieser Erkenntnisse am Freitag ihr Verfahren gegen den früheren US-Olympiateilnehmer David Hearn ein. Sie hatte ihm ursprünglich vorgeworfen, den “Reflecting Pool” mutwillig beschädigt zu haben.

“Fehlerhafte Installation und nicht Vandalismus”

Neue Erkenntnisse zu den Schäden an dem Wasserbecken vor dem Lincoln Memorial “untergraben die Beweisgrundlage für die Anklage”, hatte Bundesanwältin Pirro erklärt. Unterlagen zeigten, dass die Schäden auf eine “fehlerhafte Installation und nicht Vandalismus” zurückzuführen seien. Pirro verwies darauf, dass das Innenministerium ursprünglich von Vandalismus ausgegangen sei.

Der historische Pool wurde in diesem Jahr als Teil der Pläne des US-Präsidenten Donald Trump zur Umgestaltung der US-Hauptstadt im Rahmen eines 14,7 Millionen Dollar (12,2 Mio. Euro) schweren Auftrags ohne Ausschreibung trockengelegt und neu gestaltet. Die Entscheidung Trumps hatte Diskussionen ausgelöst. Am 6. Juni verkündete der US-Präsident, dass die Arbeiten abgeschlossen seien.

Doch weniger als zwei Wochen darauf blätterte die frische Farbe im Pool vom Grund ab und verteilte sich im Becken. Das Verfahren gegen den ehemaligen US-Olympiateilnehmer David Hearn in diesem Zusammenhang wurde eingestellt. Die von Trump angeordneten überstürzten Renovierungsarbeiten seien in Wirklichkeit einfach nur verpfuscht worden, hieß es seitens der US-Justiz.

Hearn war am 19. Juni bei einem Besuch an dem sogenannten Reflecting Pool festgenommen worden, in dem sich der Obelisk zu Ehren des früheren Präsidenten George Washington und auf der anderen Seite das Lincoln-Denkmal spiegeln. Er wurde von einem Bundesgericht wegen schwerer Sachbeschädigung angeklagt. Dem 67-Jährigen drohten bis zu zehn Jahre Haft. Er habe während einer Fahrradtour an dem Wasserbecken angehalten, um sich die von Trump beauftragten Arbeiten selbst anzusehen, sagte er US-Medien nach seiner Festnahme.

Inkompetenz, Algen und ein Sündenbock

Pirro warf ihm jedoch aufgrund von Zeugenberichten die absichtliche Beschädigung öffentlichen Eigentums vor. Hearns Anwalt Norm Eisen warf Trump dagegen vor, unschuldige Bürger zum “Sündenbock” für verpfuschte Renovierungsarbeiten zu machen.

Seit der Wiedereröffnung ist das Wasserbecken zudem von Algen befallen. Um diese zu bekämpfen, sollen öffentliche Bedienstete Chemikalien ins Wasser eingeleitet haben. Dies kann laut Experten dazu führen, dass sich der Bodenbelag ablöst. Presseberichten zufolge kostete die Renovierung rund 14 Millionen Dollar (gut zwölf Millionen Euro). Sie erfolgte kurz vor den 250-Jahr-Feiern der USA am 4. Juli. Den Auftrag erhielt ein mit Trump befreundeter Unternehmer ohne jede öffentliche Ausschreibung. Dasselbe Unternehmen soll die Schäden nun ausbessern.

Hearns Anwälte erklärten am Freitag, dass der Fall “niemals hätte vor Gericht gebracht werden dürfen”. Die Einstellung des Verfahrens mache “den Missbrauch staatlicher Macht bei der Festnahme und Anklage eines patriotischen Amerikaners, der nichts Unrechtes getan hat, nicht ungeschehen”. Von Trumps Regierung forderten sie eine Entschuldigung bei ihrem Mandanten.

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