Pöder plädiert für Software-Lösung im Open-Source-Sektor

Sanität: Zurück in die EDV-Steinzeit?

Sonntag, 29. April 2018 | 14:29 Uhr

Bozen – Scharfe Kritik übt der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, an der Absicht der Südtiroler Landesregierung und des Sanitätsbetriebes, künftig eine Software-Lösungen im Open-Source-Sektor aus dem Sanitätsbetrieb und den Krankenhäusern zu verbannen.

Im neuen Sammelgesetzentwurf (158/18 – Art. 38) der Landesregierung sei ein Passus enthalten, der im EDV-Bereich des Südtiroler Gesundheitswesens Open-Source-Lösungen wieder streicht. Erst vor nicht ganz vier Jahren sei im Sanitätsgesetz vorgesehen worden, dass der Sanitätsbetrieb beim Software-Einsatz auch Open-Source-Lösungen überprüfen soll. Nicht einmal mehr das bleibe übrig, kritisiert Pöder.

“Mit der Änderung im Sammelgesetz marschieren die Südtiroler Landesregierung und der Sanitätsbetrieb zurück in die EDV-Steinzeit. Laut Landesregierung sei die Open-Source-Software in Sachen Datenschutz weniger sicher. Genau das Gegenteil ist der Fall: Die quelloffenen Codes der Software ermöglichen es, klar nachzuvollziehen, ob Mechanismen zum Datenmissbrauch eingebaut sind, oder nicht”, so Pöder.

Es gebe eine Reihe von Forschungsprojekten, die zeigen, dass Open-Source-Software auch im Gesundheitswesen zu verbesserter Sicherheit führe. Noch immer seien zwei Drittel der IT-Entscheider überzeugt, dass Open-Source-Software mehr Sicherheit und höheren Datenschutz als proprietäre Lösungen von einzelnen Software-Unternehmen oder Software-Riesen bringen.

Der Abgeordnete wird einen Änderungsantrag für den Verbleib des Open-Source-Einsatzes im Sanitätswesen einbringen.

“Ich vermute Geschäftsinteressen hinter diesem Streichungsantrag. Die Landesregierung soll nicht eine Lanze für teure und nicht selten unsicherere ‚geschlossene‘ Firmensoftware brechen, sondern weiterhin wenigstens die Überprüfungsverpflichtung im Sanitätsgesetz belassen”, so die BürgerUnion.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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10 Kommentare auf "Sanität: Zurück in die EDV-Steinzeit?"


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Tabernakel
Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
28 Tage 16 h

Und du noch weniger …

enkedu
enkedu
Kinig
28 Tage 5 h

Hier fehlst genau noch du, der mit Wikipedia argumentiert…..

giftzwerg
giftzwerg
Superredner
28 Tage 19 h

die qualität in der sanität ist sehr stark zurückgegangen . schade ,südtirol war eimal vorzeige modell. jetzt ist es fast 3 welt

enkedu
enkedu
Kinig
28 Tage 5 h

Theiner hat eingebrockt und Stocker hat es nicht besser, sondern schlechter gemacht. Politisch ist sie verantwortlich.

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
26 Tage 20 h

@enkedu ich würde eher sagen ER ist verantwortlich! und es wird eher unmöglich sein nachzuholen….

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
28 Tage 20 h

ich gebe ihm da Recht.

Gredner
Gredner
Superredner
28 Tage 11 h

Wer hat den Passus gestrichen und warum? Ich möchte hier einen Namen lesen.

Gredner
Gredner
Superredner
27 Tage 16 h

Hab schon verstanden: es interessiert niemanden, wer für eine Kostenexplosion verantwortlich ist. Man wählt ja eh immer wieder die gleichen Politiker. Und die paar gut dotierten Posten bleiben weiterhin in denselben Händen.

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
26 Tage 20 h

@Gredner bravo, genau deiner Meinung! Die “Informatisierung” des Sanitätsbetriebes ist nie zustande gekommen , aber trotzdem sind Millionen Euros UNSERER STEUERGELDER ausgegeben worden, oder besser gesagt ausgeworfen, verschwendet! Und wie immer, niemand trägt die Verantwortung, kein Politiker, kein Goldbezahlter Generaldirektor oder Verwalter, niemand! Und der Rechnungshof schaut zu…. Südtirol ist genau wie Italien!

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