Gesetzentwurf verabschiedet

Schluss mit Wolfsromantik: Deutschland erleichtert Abschüsse

Freitag, 14. Februar 2020 | 15:40 Uhr

Berlin – Zum Schutz von Schafen und anderen Nutztieren dürfen in Deutschland Wölfe künftig leichter geschossen werden, berichtet der ARD. Dies ermöglicht ein Gesetzesentwurf der Großen Koalition, der vom Bundestag nach langem Streit verabschiedet worden ist.

Laut Umweltministerin Svenja Schulze soll ein Abschuss künftig auch dann möglich sein, wenn unklar ist, welcher Wolf genau zum Beispiel eine Schafherde angegriffen hat. Abschüsse sollen so lange in einer Gegend erlaubt sein, bis es keine weiteren Wolfsattacken auf Nutztiere mehr gibt – auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet wird.

Trotzdem müssen die Länderbehörden jeden Abschuss einzeln genehmigen. Außerdem sollen Jäger regelmäßig vorab einbezogen werden.

Eigentlich steht der Wolf in Deutschland unter Schutz. Durch die Neuregelung beschlossen reagiert der Bundestag auf die Sorgen in vielen Regionen vor Angriffen auf Nutztiere.

Schon eine Abwendung “ernster wirtschaftlicher Schäden” soll reichen. Bisher ist im Gesetz von “erheblichen Schäden” die Rede. Dadurch soll auch Hobbyschäfern ermöglicht werden, in den Genuss von Entschädigungen zu kommen, wenn Wölfe zuschlagen. Verboten wird außerdem das Füttern und Anlocken, damit sich die Raubtiere nicht an Menschen gewöhnen.

Nachdem der Wolf in Deutschland als ausgerottet galt, ist die Population in den letzten Jahren nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz 275 bis 300 erwachsene Tiere angewachsen. Durch 639 Wolfs-Übergriffe seien im vergangenen Jahr bundesweit 2067 Tiere gerissen worden, betonte der CDU-Abgeordnete Hermann Färber. In den meisten Fällen handelt es sich um Schafe oder Ziegen. Insgesamt werden in Deutschland rund 1,6 Millionen Schafe und gehalten.

Unionsfraktionsvize Gitta Connemann erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: “In dicht besiedelten und wirtschaftlich genutzten Arealen ist kein konfliktfreies Zusammenleben mit dem Wolf möglich. Für Wolfsromantik hat dort aus gutem Grund niemand Verständnis.” Risse würden inzwischen Existenzen bedrohen.

Die Umweltschutzorganisation WWF begrüßte die Pläne der Bundesregierung, da sie deutlich machen würden, dass Ausnahmen vom strengen Schutzstatus des Wolfes und anderer geschützter Tierarten enge Grenzen gesetzt seien. Die Tötung eines Wolfes müsse auch bei der neuen Gesetzeslage der letzte Ausweg bleiben. Um ein langfristiges Miteinander von Menschen, Weide- und Wildtieren zu ermöglichen, forderte der WWF flächendeckende Maßnahmen zum Herdenschutz in allen Bundesländern mit Wolfsvorkommen.

Von: mk

Kommentare

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21 Kommentare auf "Schluss mit Wolfsromantik: Deutschland erleichtert Abschüsse"


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Andreas1234567
Andreas1234567
Tratscher
3 Tage 13 h
Hallo nach Südtirol, ein absoluter Dammbruch zum bisherigen Credo der Wolfsbejubler “der Wolf ist geschützt, geschützt und nochmal geschützt”. Eigentlich ein “Feuer frei” , insbesondere der Passus solange ein Rudel ohne Schadensnachweis bei einzelnen Tieren zu bejagen bis Rissschäden ausbleiben kommt der ultimativen Forderung von Almlern,Schäfern und Deichschützern nach wolfsfreien Zonen sehr nahe.. Ist ein nationaler Gesetzensentwurf aus D, was nach den allfälligen Klagen vor EU-Instanzen davon übrigbleibt wird sich zeigen. Kommt es durch wird sich Südtirol darauf berufen und auf lokaler Anwendung beharren.  Verwunderung löst der Beifall vom WWF aus. Da gab es wohl Druck von Biokleinviehbauern und Wanderschäfern.… Weiterlesen »
Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
3 Tage 13 h

Italien ist nicht Deutschland

Andreas1234567
Andreas1234567
Tratscher
3 Tage 13 h

Hallo @ Aurelius,

aber D und I sind EU und die SVP hat sich vor einiger Zeit dafür feiern lassen für ein Wolfsmanagement künftig die EU konsultieren zu können und Rom dafür weitestgehend ignorieren zu können.
Das macht das Gesetz aus D spannend für Südtirol, es wird jetzt in die Mühlen der EU reingeworfen und wenn es unten halbwegs ungerupft wieder rauskommt kann es Südtirol anwenden.
Und wird es auch sicher anwenden, die “Mehrheit” aus dem Landtag wird es freudig durchwinken und sich dafür die allfälligen Lorbeeren einheimsen.

Grüsse nach Südtirol

ando
ando
Universalgelehrter
3 Tage 11 h

….investiere zeit und mühe in eure politik die ja zum…..ist, anstatt hier grosse töne zu zelebrieren. gruss nach deutschland

Italo
Italo
Tratscher
3 Tage 9 h

@Aurelius jo zum Glück

Italo
Italo
Tratscher
3 Tage 9 h

@Andreas1234567 Bei euch in Germanien hots schun mer Gesetze geben

Frank
Frank
Grünschnabel
3 Tage 6 h

Und die EU wird das Gesetz hoffentlich kassieren. Was da an Unwahrheiten und Lobbyismus als “Argument” angeführt wird, geht auf keine Kuhhaut, während gleichzeitig die schützende Hand über Tierquälerei in der Massentierhaltung und die Verseuchung durch Pestizide gehalten wird. Klar, die CDU hat viele (Groß)Bauern in ihrer Wählerschaft, vielleicht ihre letzten Wähler …

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
2 Tage 22 h

@ando
Vor allem wenn man bedenkt, mit welcher Partei eine CDU und FDP stimmen. Nichts gelernt

Andreas1234567
Andreas1234567
Tratscher
2 Tage 17 h

Hallo @Frank,

es gibt tatsächlich in D das Sprichwort “hast du ne Kuh wählst du CDU”.

Ich weise aber nochmal darauf hin der WWF sitzt bei diesem Gesetz mit im Boot..
Da gb es ordentlich Feuer von kleinen Biobauern, Hobbykleinviehzüchtern und der Zunft der Wanderschäfer..

Grüsse nach Südtirol

kaisernero
kaisernero
Tratscher
3 Tage 11 h

….dia sauviecher kearn aweg und fertig isch!!!!!
do weart jo ein kindergorten ozouchen lei mea zun lochen

Italo
Italo
Tratscher
3 Tage 9 h

kaisernero) Du bisch woll a Kaiser

Rocky
Rocky
Grünschnabel
3 Tage 12 h

Weiter kämpfen das selbe muss in Italien erreicht werden ,irgendwann wird in der EU gehandelt werden

Tabernakel
3 Tage 12 h

“Künftig ist eine Ausnahme vom Zugriffsverbot des Paragrafen 44 zur
„Abwendung ernster land-, forst-, fischerei- oder wasserwirtschaftlicher
oder sonstiger ernster Schäden“ möglich. Bisher ist dies zur „Abwendung
erheblicher land-, forst-, fischerei-, wasser- oder sonstiger
erheblicher wirtschaftlicher Schäden“ möglich.”

Andreas1234567
Andreas1234567
Tratscher
3 Tage 11 h

Hallo@Tabernakel,

um mal etwas Sinnstiftendes in diesen wirren Beitrag einzuwerfen,
der $ 44 des deutschen Forstgesetzes regelt Enteignungen und Zugriffsrechte des Bundes bei Schädlingsbefall und zielt auf Borkenkäfer und Co. ab.

https://www.ris.bka.gv.at/eli/bgbl/1975/440/P44/NOR40029330

Naja, trotzdem Danke für das Interesse an der Wolfsproblematik in Südtirol

Gruss in meine zweite Heimat

Andreas1234567
Andreas1234567
Tratscher
3 Tage 10 h

Hallo @ Tabernakel,

ausdrücklich die Bitte um Entschuldigung für meine sachlich nicht korrekte Antwort.

Der von mir eingestellte Link bezieht sich auf das österreichische Bundesgesetz.

Der $ 44 in Deutschland gibt vieles her, ich denke das wirre Zitat bezieht sich auf das hier:

https://dejure.org/gesetze/BNatSchG/44.html

In der Bewertung bleibt es dabei,

es hat ein Meinungsumbruch in D stattgefunden und die Zukunft wird weisen inwieweit die EU dem folgt.

Gruss nach Südtirol

Frank
Frank
Grünschnabel
3 Tage 6 h

@Andreas1234567 Das ist schon mal eine Lüge, es hat keinen Meinungsumbruch gegeben, die CDU, von der eh nichts Gutes zu erwarten ist, ist nur vor ein paar Wolfshassern eingeknickt.

Spiegel
Spiegel
Tratscher
2 Tage 13 h

@Frank der Abschuss ist ein muss. Südtirol muss Wolfsfrei sein ,werden und bleiben

Einheimischer
Einheimischer
Tratscher
3 Tage 5 h

Die Vernunft gewinnt…
Endlich….

falschauer
2 Tage 21 h

gott sei dank, wir sind alle erleichert und erlöst, der böse wolf ist geschichte

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
3 Tage 6 h

was ist das für ein Journalismus bitte.

Black-Mamba
Black-Mamba
Tratscher
2 Tage 19 h

Die Richtung stimmt…..

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