Selenskyj ruft zu mehr Hilfe für die Ukraine auf

Selenskyj: 2.000 russische Luftangriffe in Neujahrswoche

Sonntag, 04. Januar 2026 | 13:58 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach rund 2.000 russischen Luftangriffen in der Neujahrswoche zu mehr Unterstützung für sein Land aufgerufen. “Stabilität und Vorhersehbarkeit der Hilfe für die Ukraine sind das, was Moskau wirklich zur Diplomatie bewegen kann. Wir zählen auf weitere Verteidigungshilfe”, schrieb Selenskyj auf Telegram. Im Laufe der vergangenen Woche habe Russland mehr als 1.070 Gleitbomben, fast 1.000 Drohnen und sechs Raketen eingesetzt.

Dabei erinnerte Selenskyj in einem Video auch an einen Angriff auf die Stadt Charkiw; dort gab es am 2. Jänner zahlreiche Opfer. Am Sonntag stieg die Zahl der aus den Trümmern eines getroffenen Hauses geborgenen Toten auf vier, wie die Behörden mitteilten. Mehr als 30 Menschen waren verletzt worden.

Selenskyj hofft auf “Koalition der Willigen”

Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen äußerte Selenskyj einmal mehr die Hoffnung auf einen gerechten und dauerhaften Frieden. Die Ukraine setze auf künftige Sicherheitsgarantien der USA, Europas und der Partner in der “Koalition der Willigen”. Am Samstag waren nationale Sicherheitsberater, Vertreter der EU und der NATO in Kiew zusammengekommen, um weiter über solche Garantien zu sprechen.

Am Dienstag soll in Paris die “Koalition der Willigen” zusammentreffen, um über Ergebnisse zu reden. Selenskyj fordert solide Sicherheitsgarantien der USA und der europäischen Staaten, die die Ukraine nach einem Kriegsende vor künftigen russischen Angriffen schützen sollen. Das bedeute ganz klar, dass “auf jeden Fall” mindestens französische und britische Truppen in der Ukraine stationiert sein würden, sagte Selenskyj am Samstag.

Russland, das an den Gesprächen nicht beteiligt ist, warnt immer wieder vor der Stationierung von Soldaten aus NATO-Staaten in der Ukraine. Ein Friedensabkommen ist auch nach fast vier Jahren russischen Angriffskrieges weiter nicht in Sicht.

Toter bei Angriff auf russische Grenzregion gemeldet

Der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod meldete unterdessen am Sonntag einen ukrainischen Drohnenangriff, bei dem ein Mann getötet worden sei. Zudem seien eine Frau und ein vierjähriges Kind verletzt worden, teilte Wjatscheslaw Gladkow weiter mit. Ihr Zustand ⁠sei ernst, sie seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Feuerwehr habe einen Brand gelöscht, der nach dem Angriff ein Auto erfasst habe.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es seien in der Nacht 90 ukrainische Drohnen und ⁠Sonntag früh 42 weitere Drohnen abgeschossen worden. Drei von ihnen seien Richtung Moskau unterwegs gewesen.

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