Russland meldet Abschuss von 59 Drohnen

Selenskyj: Verhandeln mit USA über Rahmen für Kriegsende

Samstag, 10. Januar 2026 | 17:31 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Die Ukraine und die USA verhandeln nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj über die Bedingungen für eine Beendigung des Krieges. Chefunterhändler Rustem Umjerow habe am Samstag mit US-Vertretern gesprochen, schrieb Selenskyj auf Telegram. “Wir tauschen uns fast jeden Tag mit der amerikanischen Seite aus.” Unterdessen gingen die Kampfhandlungen weiter. Bei einem Bombenangriff auf die ostukrainische Stadt Slowjansk wurden nach Behördenangaben sieben Zivilisten verletzt.

Wie die ukrainische Staatsanwaltschaft der Region Donezk mitteilte, warf das russische Militär eine schwere gelenkte Fliegerbombe vom Typ Fab-250 auf die Stadt ab. Der Ballungsraum Slowjansk – Kramatorsk ist die letzte Bastion im Gebiet Donezk, die die ukrainischen Kräfte noch kontrollieren. Russland beansprucht die Region für sich. In der nördlich davon gelegenen Region Charkiw haben die Behörden einen Raketeneinschlag in der gleichnamigen Gebietshauptstadt vermeldet. Ein Objekt der Infrastruktur und ein Mehrfamilienhaus seien getroffen worden, teilte Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Das Ausmaß der Schäden war demnach zunächst unklar.

Gegenseitige Drohnenangriffe in der Nacht

Bei Drohnenangriffen zwischen Russland und der Ukraine gab es in der Nacht auf Samstag Verletzte und Schäden. In der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk wurden nach Angaben von Gouverneur Olexandr Hanscha drei Menschen verletzt.

In Krywyj Rih seien wegen der Attacke Brände ausgebrochen, schrieb der Gouverneur bei Telegram. “Die Infrastruktur wurde beschädigt. Es gab Stromabschaltungen.” Auch in Dnipro selbst gebe es Schäden an Energieanlagen und dementsprechend Probleme mit der Stromversorgung. Eine Garagenanlage sei in Mitleidenschaft gezogen worden. 27 Drohnen habe die Flugabwehr dabei abfangen können, berichtete Hanscha.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew wurde unterdessen nach Angaben der Stadtverwaltung vom Samstag das Stromnetz für Reparaturarbeiten abgeschaltet. Daher seien Wasser- und Wärmeversorgung sowie der elektrisch betriebene öffentliche Nahverkehr ebenfalls ausgefallen, hieß es auf Telegram. Wie lange die Reparaturarbeiten andauern würden, war zunächst unklar. Nach dem jüngsten russischen Angriff am Freitag war die Hälfte der Wohnblocks in Kiew ohne Heizung. In Kiew herrscht derzeit eisige Kälte mit Temperaturen von minus zehn Grad und weniger.

Russland meldet Abschuss Dutzender Drohnen

Das russische Verteidigungsministerium meldete seinerseits den Abschuss von 59 ukrainischen Drohnen. Elf Flugapparate seien dabei noch über dem Schwarzen Meer, zehn weitere über der südrussischen Region Krasnodar abgefangen worden.

Allerdings gab es auch auf russischer Seite Schäden. So wurde nach Angaben des Gouverneurs von Wolgograd in der städtischen Siedlung Oktjabrski ein Öldepot von Drohnentrümmern getroffen. Dort sei ein Brand ausgebrochen, die Löscharbeiten hielten an. Wegen der Flammen mussten die Anrainer in Sicherheit gebracht werden. Das Gebiet grenzt nicht an die Ukraine, sondern liegt weiter im russischen Hinterland.

In der russischen Oblast Belgorod waren nach Angaben des Gouverneurs 600.000 Menschen ohne Strom. An der Wiederherstellung werde gearbeitet, die Lage sei jedoch äußerst schwierig, schrieb Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram. Aufnahmen von Reuters in der Stadt Belgorod zeigten, dass die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet war und sich die Anrainer mit Taschenlampen und Autoscheinwerfern den Weg suchten. Die an die Ukraine grenzende Oblast wird regelmäßig angegriffen.

Kommentare

Aktuell sind 3 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen