Von: importer
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Forderung von Ex-Verteidigungsminister Mychailo Fedorow nach Neuwahlen im Krieg zurückgewiesen. “Ich glaube, dass Wahlen als solche in einem Krieg wie diesem ein großes Risiko darstellen”, sagte Selenskyj in am Sonntag veröffentlichten Äußerungen vor Journalisten. Er warnte vor einem “Tsunami für das Land, der die Ukraine spalten wird”.
Fedorow hatte gut einen Monat nach seiner umstrittenen Ablösung dazu aufgerufen, einen “legalen, sicheren und realistischen Mechanismus” zu finden, um trotz der russischen Invasion Wahlen in der Ukraine zu ermöglichen. “Die Demokratie darf nicht von Russland als Geisel genommen werden”, sagte der 35-Jährige am Dienstag in einer Videobotschaft. Wegen des Kriegsrechts sind Wahlen in der Ukraine seit 2022 ausgesetzt.
Selenskyj hatte im Juli sein Kabinett umgebaut. Der populäre Verteidigungsminister Fedorow wurde zum Rücktritt gedrängt, was tagelange Proteste und einen offenen Streit in der Militärführung auslöste. Inzwischen hat der ehemalige Geheimdienstler Jewhenij Chmara seine Nachfolge angetreten.
Selenskyj: Russland plant Mobilisierung im September
Russland plant indes nach Einschätzung der Ukraine die Mobilisierung von 300.000 weiteren Soldaten nach den Parlamentswahlen im September, sagte Selenskyj weiters. Zudem könnte Russland seinen Worten zufolge 2027 Hunderttausende weitere Soldaten einziehen, um den Rest der ostukrainischen Region Donezk zu erobern.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Region Orenburg stürzten am Sonntag Trümmerteile auf zwei Industrieanlagen, darunter ein Lagerhaus des Online-Händlers Ozon. Die Luftabwehr habe sechs Drohnen über der Region abgefangen, teilte Gouverneur Jewgeni Solnzew mit. Verletzte gebe es demnach keine. Ozon teilte mit, mehr als 300 Mitarbeiter seien evakuiert und der Betrieb im Logistikzentrum eingestellt worden.
Bereits am Samstag Angriff auf Ozon-Zentrum
Am Samstag war bereits ein Ozon-Zentrum in der Region Samara von einer Drohne getroffen worden. Es handelte sich um die erste Attacke auf den zweitgrößten Online-Händler Russlands. In den vergangenen Wochen war der größere Konkurrent Wildberries bereits Ziel von Drohnenangriffen gewesen. Insgesamt schoss die Luftabwehr nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums in der Nacht auf Sonntag 328 ukrainische Drohnen ab.
Norwegen sagt erneute Milliarden-Hilfe zu
Unterdessen will Norwegen die Ukraine im Haushaltsjahr 2027 mit weiteren 85 Milliarden Kronen unterstützen. Umgerechnet sind das 7,82 Milliarden Euro. Die Summe entspreche dem Betrag für das Jahr 2026, teilte die Regierung des skandinavischen Landes am Sonntag mit.




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