Beschlussantrag

Seniorenheime: Team K fordert Entlastung der Heimbewohner und ihrer Familien

Dienstag, 09. Juni 2026 | 10:55 Uhr

Von: mk

Bozen – Bereits im März hat die Team K-Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder einen Beschlussantrag zur Finanzierung der Tagessätze in den Seniorenwohnheimen eingebracht, der jetzt im Landtag behandelt wird. Hintergrund sind die steigenden Kosten bei den Tagessätzen in den Seniorenwohnheimen. Sie fordert, dass kollektivvertraglich sowie inflationsbedingt steigende Personalkosten künftig vollständig durch die öffentliche Hand finanziert werden und nicht über höhere Tagessätze an Heimbewohnerinnen, Heimbewohner und deren Angehörige weitergegeben werden.

„Gute Pflege braucht gut bezahltes Personal. Die Aufwertung der Pflegeberufe ist richtig und notwendig. Diese zusätzlichen Kosten dürfen aber nicht auf die pflegebedürftigen Menschen und ihre Familien abgewälzt werden“, erklärt Maria Elisabeth Rieder. Eine Analyse der offiziellen Tarifübersichten der Seniorenwohnheime zeige deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Einrichtungen. Von insgesamt 79 Seniorenwohnheimen haben im Jahr 2026 insgesamt 74 ihre Grundtarife erhöht. Während einige Heime die Tarife nur geringfügig angehoben oder überhaupt keine Erhöhung vorgenommen haben, mussten Bewohnerinnen und Bewohner anderer Einrichtungen deutliche Mehrkosten hinnehmen. Teilweise liegen die Erhöhungen bei mehreren hundert Euro pro Monat.

„Wer auf einen Heimplatz angewiesen ist, hat meist keine Alternative. Viele Familien stehen ohnehin vor einer schwierigen Situation, wenn Eltern oder Angehörige pflegebedürftig werden. Sie dürfen nicht zusätzlich durch immer höhere Heimkosten unter Druck geraten. Gerade angesichts des Milliardenhaushalts des Landes muss es möglich sein, gute Pflege sicherzustellen, ohne die Rechnung an pflegebedürftige Menschen und ihre Familien weiterzugeben. Niemand sollte sich Sorgen machen müssen, ob die notwendige Pflege noch leistbar ist“, so die Team-K-Landtagsabgeordnete.

Handlungsbedarf sei inzwischen auch von anderer Seite bestätigt worden. So schlägt der Verbraucherschutzverein Robin Alarm: Laut dessen Auswertung sind die Tarife in Südtirols Seniorenwohnheimen in den vergangenen zwei Jahren durchschnittlich um 13,3 Prozent gestiegen, in einzelnen Einrichtungen sogar um bis zu 29 Prozent. Familien müssten dadurch je nach Heim mehrere tausend Euro pro Jahr zusätzlich aufbringen. Besonders kritisch sieht auch der Verbraucherschutzverein, dass die notwendigen Verbesserungen bei der Entlohnung des Pflegepersonals teilweise über höhere Tarife für die Heimbewohnerinnen und -bewohner finanziert werden.

Mit ihrem Beschlussantrag fordert Maria Elisabeth Rieder die Landesregierung auf, die bestehende Finanzierungsstruktur der Seniorenwohnheime zu überarbeiten. Künftig sollen kollektivvertragliche und inflationsbedingte Personalkostensteigerungen vollständig über die öffentliche Hand finanziert werden. Gleichzeitig fordert sie mehr Transparenz bei der Tarifgestaltung, damit nachvollziehbar wird, welche Kostensteigerungen tatsächlich auf Personalaufwendungen zurückzuführen sind und welche anderen Faktoren die Preisentwicklung beeinflussen. „Die Finanzierung einer guten Pflege ist eine öffentliche Aufgabe. Wer sein Leben lang gearbeitet, Steuern gezahlt und seinen Beitrag für die Gesellschaft geleistet hat, darf im Alter nicht vor der Sorge stehen, ob er sich die notwendige Betreuung noch leisten kann. Der Landeshaushalt 2026 beträgt 8,8 Milliarden Euro – am Ende ist es eine Frage der Prioritäten, ob pflegebedürftige Menschen entlastet oder zusätzlich belastet werden,“ betont Maria Elisabeth Rieder.

Bezirk: Bozen

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