Von: APA/Reuters/AFP
Bei einem erneuten israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind palästinensischen Gesundheitsbehörden zufolge mindestens sieben Menschen getötet worden. Unter den Opfern in einem großen Zeltlager im Zentrum von Gaza-Stadt seien auch zwei Frauen, teilten Sanitäter am Samstag mit. Zudem gebe es 15 Verletzte, darunter Kinder. Das israelische Militär erklärte, der Angriff habe “Terroristen” gegolten. Weitere Details wurden nicht genannt.
Das Al-Shifa-Spital bestätigte die Einlieferung von sechs Leichen. Weiter südlich im Gazastreifen wurde dem Zivilschutz zufolge ein 25-jähriger Mann bei einem Angriff auf ein Flüchtlingszelt getötet. Das Nasser-Krankenhaus in Khan Younis teilte mit, es habe neben dem Getöteten mehrere Verletzte aufgenommen. Ein israelischer Militärsprecher erklärte, die Armee habe “einen Terroristen” angegriffen. Ein Cousin des Getöteten sagte, der Angriff habe dessen Zelt auf dem Dach eines Hauses getroffen. Am Samstag sei die Hochzeit des 25-Jährigen geplant gewesen.
Am Samstag nahmen zudem Vermittler in Kairo neue Gespräche mit der radikal-islamischen Hamas und anderen Palästinenser-Gruppen auf, um die brüchige Gaza-Waffenruhe zu stabilisieren. Die von Ägypten ausgerichtete Verhandlungsrunde soll Insidern zufolge mehrere Tage dauern. Ein Hamas-Sprecher erklärte, im Mittelpunkt stehe die Umsetzung der ersten Phase des von US-Präsident Donald Trump vermittelten Abkommens durch Israel. Zudem solle eine gemeinsame Basis für die zweite Phase gefunden werden, die eine Entwaffnung der Hamas und den Abzug israelischer Truppen vorsieht.
Seit Beginn der Waffenruhe 950 Palästinenser und vier israelische Soldaten getötet
Zwischen Israel und der den Gazastreifen kontrollierenden radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas gilt eigentlich seit Oktober vergangenen Jahres eine Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich immer wieder Verstöße vor. Seit Beginn der Waffenruhe wurden nach Angaben aus Gaza rund 950 Palästinenser bei israelischen Angriffen getötet. Im selben Zeitraum starben nach israelischen Angaben vier Soldaten.
Die indirekten Gespräche waren zuletzt ins Stocken geraten. Gegenüber den Vermittlern aus Ägypten, Katar, der Türkei sowie Gesandten aus einem Gremium von Trump machte die Hamas deutlich, dass ein Ende der israelischen Angriffe die Voraussetzung für jeglichen Fortschritt sei, hieß es aus Kreisen der Gruppe. Die Hamas fordert zudem mehr Hilfslieferungen und einen Rückzug auf die vereinbarten Linien der Waffenruhe.
Die Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Bei Massakern an dem Tag töteten die Islamisten mehr als 1220 Menschen, 251 Opfer verschleppten sie als Geiseln in den Gazastreifen. Israel startete als Reaktion darauf massive Angriffe auf den Gazastreifen. In den zwei sich anschließenden Kriegsjahren wurden nach nicht überprüfbaren Hamas-Angaben mehr als 70.000 Palästinenser getötet.




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