In Taiwan startete am Mittwoch die große jährliche Militärübung

Start des großen jährlichen Militärmanövers in Taiwan

Mittwoch, 05. August 2026 | 10:04 Uhr

Von: importer

In Taiwan hat das jährliche Militärmanöver begonnen, mit dem die Armee das Vorgehen im Falle eines möglichen chinesischen Angriffs auf den Inselstaat probt. Reservisten feuerten am Mittwoch an der Straße von Taiwan mit taiwanischen Waffen in Richtung des Gewässers, über das chinesische Soldaten aus Sicht der Armee im Falle einer Invasion kommen könnten. Es ist die größte Übung des Jahres. Sie läuft bis Freitag kommender Woche.

Am Tag vor Beginn der Militärübung registrierte Taiwan nach eigenen Angaben insgesamt 17 chinesische Militärmaschinen, darunter auch Drohnen in der Region. Das kommunistische China betrachtet den demokratisch regierten Inselstaat Taiwan als abtrünnige Provinz, die notfalls mit militärischen Mitteln wieder mit dem Festland vereint werden soll. Peking hat den militärischen Druck in den vergangenen Jahren verstärkt; die chinesische Armee hielt mehrere große Militärmanöver rund um Taiwan ab. Taipeh weist Pekings Ansprüche zurück.

Übung gegen Angriff und Blockade

An dem Militärmanöver beteiligt sind örtlichen Medienberichten zufolge mehr als 20.000 Soldaten, darunter rund 5.000 Reservisten. Sie trainieren die Verteidigung der Insel gegen einen möglichen Angriff oder eine Blockade durch China. Marine und Küstenwache proben zudem, wichtige Seewege zu sichern und Lieferungen lebenswichtiger Güter zu begleiten.

Auch der Einsatz von Drohnen und die Abwehr feindlicher Drohnen werden geübt. Dabei greift Taiwan nach Angaben des Verteidigungsministeriums Erfahrungen aus den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten auf.

Drosselung des mobilen Internets

Taiwan will begleitend zu einer großen Militärübung erstmals gezielt auch das mobile Internet drosseln. Bei zwei jeweils 30 Minuten langen Tests in der kommenden Woche sollen nach Regierungsangaben mobile Datenverbindungen im Norden und in der Mitte der Inselrepublik verlangsamt werden. In den betroffenen Gebieten leben rund 70 Prozent der Bevölkerung.

Datenintensive Dienste wie Videotelefonie oder Streaming könnten dann deutlich eingeschränkt sein. Telefonate, SMS, Notrufe und andere wichtige Dienste sollen weiter funktionieren. Erprobt werden soll, wie die Bevölkerung bei einem Cyberangriff oder einer anderen schweren Krise kommunizieren kann.

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