Bewegung verweist auf "Rekordzahlen"

STF: “Abwanderung dringend stoppen!”

Dienstag, 21. April 2026 | 14:00 Uhr

Von: mk

Bozen – Die aktuelle ASTAT-Erhebung zeichnet laut Süd-Tiroler Freiheit ein besorgniserregendes Bild: 2024 wurden über 3.300 neue Eintragungen im Melderegister der im Ausland ansässigen italienischen Staatsbürger (A.I.R.E.) verzeichnet, insgesamt leben bereits 57.090 Südtiroler im Ausland. Seit 2014 ist die Zahl der Auswanderer um mehr als 50 Prozent gestiegen. Besonders viele davon sind Menschen im erwerbsfähigen Alter.

Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, spricht von einem gefährlichen Trend, der die Zukunft des Landes massiv gefährde: „Diese Entwicklung ist ein Weckruf, der längst hätte ernst genommen werden müssen.“

Jeder dritte Abwanderer gehört zur Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen, knapp 20 Prozent sind minderjährig und 17 Prozent gehören zur Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen. Die meisten von ihnen bleiben in Europa und wandern vor allem in den deutschsprachigen Raum ab: 39 Prozent nach Österreich, 23 Prozent nach Deutschland und 17 Prozent in die Schweiz. Besonders dramatisch sei die Lage in den Grenzgemeinden. Im oberen Vinschgau, etwa in Taufers im Münstertal, sei fast jede zweite Person im Ausland gemeldet. Besonders hohe Abwanderungsquoten verzeichnen laut Süd-Tiroler Freiheit auch Innichen und Brenner.

„Südtirol verliert immer mehr junge Menschen. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis politischer Versäumnisse der letzten Jahre“, erklärt Sven Knoll. Hohe Lebenshaltungskosten, fehlender Wohnraum und mangelnde Perspektiven würden immer mehr Südtiroler ins Ausland treiben.

Die Süd-Tiroler Freiheit fordert daher ein entschiedenes Umsteuern in der Landespolitik. Es brauche konkrete Maßnahmen zur Stärkung der einheimischen Bevölkerung, insbesondere beim Wohnbau, bei der Förderung junger Familien und bei der Senkung der Lebenshaltungskosten. „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird Südtirol Schritt für Schritt seine eigene Bevölkerung verlieren. Diese Entwicklung darf nicht weiter hingenommen werden!“, mahnt Knoll abschließend.

Bezirk: Bozen

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