Myriam Atz Tammerle(STF) nicht zufrieden

STF: „Ein erster Schritt, aber nicht der große Wurf“

Montag, 04. Mai 2020 | 23:45 Uhr

Bozen – „Ein erster Schritt, aber nicht der große Wurf“, so fasst Myriam Atz Tammerle, Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit und Mitglied des ersten Gesetzgebungsausschusses, den vieldiskutierten Entwurf für das Landesgesetz zur Lockerung der Corona-Maßnahmen zusammen. „Viele Leute werden davon enttäuscht sein“, befürchtet Atz Tammerle.

Mit der Ankündigung, Süd-Tirol werde nun seinen eigenen Weg gehen, wurden bei der Bevölkerung viele Hoffnungen geweckt. Doch das Ergebnis ist ernüchternd, stellt Atz Tammerle, nach Abschluss der heutigen Arbeiten im Gesetzgebungsausschuss, fest.

„Positiv ist, dass die Kleinkindbetreuung und zahlreiche wirtschaftliche Tätigkeiten früher als auf staatlicher Ebene wieder starten können. Ein Wehrmutstropfen ist aber der große Aufwand, den die Betriebe dabei betreiben müssen. Die teils übertriebene Litanei an Vorschriften und Nachrüstungen wird vielen Betrieben schwer zu schaffen machen. Die Süd-Tiroler Freiheit hat mehrere konstruktive Änderungsvorschläge eingereicht. Z.B., dass Grenzüberschreitungen nicht „nur“ aus Arbeits- oder Gesundheitsgründen, sondern auch aus Studiengründen, sowie für Partner und Verwandtenbesuche zugelassen werden sollten. Außerdem wurde vorgeschlagen, dass Studenten und Oberschülern, die den Fachkräften bei der Kleinkindbetreuung unter die Arme greifen, der Dienst vergütet und als Praktikum anerkannt werden sollte. Nicht zuletzt sollten Mietwagenfahrern durch bilaterale Abkommen grenzübergreifende Abhol- und Zubringerdienste ermöglicht werden, da die Zugverbindungen von Deutschland und Österreich vollständig eingestellt sind. Besonders im Tourismus bräuchte es dringend bilaterale Abkommen mit den Nachbarländern, um Süd-Tirols wichtigsten Wirtschaftszweig wieder anzukurbeln“, gibt Atz Tammerle zu bedenken.

„Doch von grenzüberschreitenden Maßnahmen oder bilateralen Abkommen ist keine Spur. Vom groß angekündigten ‚eigenen Weg‘ leider auch nicht mehr viel“, unterstreicht Myriam Atz Tammerle abschließend.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "STF: „Ein erster Schritt, aber nicht der große Wurf“"


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Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
25 Tage 19 h

Hallo nach Südtirol,

so eine dreckerte Mäkelei, der LH ist vornweg marschiert und die STF hat nichts Besseres zu schaffen als irgendwelches Einzelsorgengelump um Mietwagenfahrer und Konsorten zu thematisieren.
Es geht um das Ganze,um Südtirol und es stünde der STF sehr gut zu Gesicht sich hinter dem LH rückhaltlos einzufinden.

Für mich gilt das, Stammgast Südtirols und täglich an den geschlossenen Grenzbäumen rüttelnd, Dinge sind im Fluss und wenn Tirol wirklich mal wieder “lei oans” ist könnte Pfingsten die erste nennenswerte Gästewelle bringen.

Auf Wiedersehen in Südtirol

einervonvielen
einervonvielen
Tratscher
25 Tage 8 h

@Andreas1234567, nicht jeder will ein geeinigtes Tirol, eigentlich nur eine Minderheit (welche aber lauter schreit). Ich bin als deutschsprachiger Italiener geboren und auch aufgewachsen und fand das immer nur als Bereicherung.

Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
25 Tage 6 h
Hallo @einervonvielen, das geeinigte Tirol existiert schon.. Jeden Samstag im Innsbrucker DEZ und im Brenneroutlet, auch die Märkte am Brenner an jedem 5. und 20. Gefühlt ist Tirol für mich eins, ich überschreite in diesem Raum keine Grenzen auch wenn bunte Schilder das verkünden. Für mich als deutschen Gast hat das Recht auf deutsche Sprache einen hohen Wert und so wie die italienische Staatsmacht sich gerade aufführt wird da gerade wieder versucht das Rad in die falsche Richtung zu drehen. Reflexartig komm ich dann mit “Tirol isch lei oans” um die Ecke. Einen gewissen angenehmen Einfluss der italienischen Lebensart auf… Weiterlesen »
Guenni
Guenni
Universalgelehrter
25 Tage 9 h

STF, haltet euch am Besten ganz raus, denn viele Köche verderben den Brei, vor allem, wenn einige davon gar nicht kochen können.

Dublin
Dublin
Kinig
25 Tage 11 h

…ein “eigener Weg” ist nicht zu sehen…wir latschen im römischen Trampelpfad…
😢

M_Kofler
M_Kofler
Superredner
25 Tage 11 h

Natürlich nicht zufrieden, wie kann es anders sein 🙂 
Ihre zusätzlichen “Vorschläge” beziehen sich zum Großteil auf Grenzüberschreitungen, dass hier Österreich auch mitspielt und eine autonome Provinz nix zu sagen hat, das möchte sie einfach nicht einsehen. 
Zudem sehe ich ihre Punkte nicht als so große Veränderung, dass man diesen LH-Vorstoß gleich als nicht zufriedn abkanzeln sollte. aber die Sichtweise dieser Partei ist ja immer eigen … 

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