"In Italien müssen alle Ortsnamen italienisch sein"

STF: “Skandalurteil des Verfassungsgerichtshofs”

Samstag, 24. November 2018 | 13:18 Uhr

Bozen – Als skandalös und beschämend bezeichnet die Süd-Tiroler Freiheit das Urteil des italienischen Verfassungsgerichtshofes, wonach in Italien alle Ortsnamen italienisch sein müssen, um „die Vorherrschaft der italienischen Sprache nicht infrage zu stellen“. “Einsprachig nicht-italienische Ortsnamen sind demnach verboten. Der Verfassungsgerichtshof macht sich damit zum Vollstrecker des italienischen Nationalismus und führt Südtirol deutlich vor Augen, was man von Italien zu erwarten hat.”

“In Welsch-Tirol hatte sich eine neue Gemeinde gebildet, die den ladinischen Namen „Sèn Jan“ führen wollte. Italienische Nationalisten hatten dagegen geklagt und gefordert, dass die Gemeinde auch „San Giovanni“ heißen müsse. Das nun erfolgte Urteil des italienischen Verfassungsgerichtshofs ist ein Angriff auf die Minderheitenrechte und ignoriert vollkommen die Tatsache, dass es weder in Südtirol noch in Italien flächendeckend italienische Ortsnamen gibt. Im Aostatal sind beispielsweise alle Ortsnamen (mit Ausnahme der Stadt Aosta) einsprachig französisch. Auch im Friaul sind Gemeindenamen wie „Comeglians“ nicht italienisch sonder friaulisch”, so Sven Knoll.

“Der Verfassungsgerichtshof stellt mit einer abgeschmackten Überheblichkeit die italienische Kultur über die anderen Kulturen und setzt sich nicht nur über wissenschaftliche Erkenntnisse hinweg, sondern ignoriert auch alle internationalen Empfehlungen im Umgang mit Ortsnamen in Minderheitengebieten. Das ist Sprachimperialismus in Reinform”, so der Ortsnamenexperte Cristian Kollmann.

Die Süd-Tiroler Freiheit sieht sich in ihrer Haltung bestätigt, dass nur eine Abschaffung der faschistischen Ortsnamendekrete zu einer Lösung der Ortsnamenfrage in Südtirol führen könne. “Faschistische Ortsnamen sind kein Kulturgut, sondern ein Kulturverbrechen!”

“Die Südtiroler Antwort auf das skandalöse Urteil des italienischen Verfassungsgerichtshofes kann nur Verweigerung lauten”, so der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll. “Niemand kann Südtirol dazu zwingen, faschistische Ortsnamen zu verwenden. Wenn in der Tourismuswerbung, auf Landkarten, Publikationen und im Sprachgebrauch die faschistischen Ortsnamen einfach nicht mehr verwendet werden, dann werden sie von ganz alleine verschwinden – zuerst im Gebrauch und dann auch amtlich.”

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "STF: “Skandalurteil des Verfassungsgerichtshofs”"


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Kinig
15 Tage 6 h

na,wie kann man nur. Ein Volk nach 100!!!Jahren Zwangsbelagerung in Seiner Würde immer und immer wieder verletzen.Nicht mal die Namen lassen Sie Uns.Vom LH aus müssten Wir niederknien und danken dass Wir eine soooo….tolle Autonomie haben.Von den Quengeleien im täglichen Umgang ganz zu schweigen.🙊

felixklaus
felixklaus
Tratscher
15 Tage 5 h

Daa ist nur der anfang ! Und jetzt hat natürlich der kompatscher die schuld ! Aber waa meinst du was salvini vorhat ? Wenn er immer und immer wieder schreit itsliener zuerst ? Jetzt nach den wahlen wird er sich hier in südtirol nicht mehr blicken lassen , natürlich dann wieder vor den Eu wahlen da wird er wieder auftauchen auf ein fest , damit die dummen die ihn hier gewählt haben wieder zufrieden sind ! Dann wird wieder gehetzt und gebrüllt und die wählen ihn wieder ! Denn jetzt ist logisch die eu der böse !

Sag mal
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Kinig
15 Tage 1 h

@felixklaus glaubst etwa,ich hab den Salvini gewählt?Der hatt für Südtirol gar nichts übrig.

algunder
algunder
Tratscher
15 Tage 8 h

Faschismus im jahre 2018

Loewe
Loewe
Superredner
15 Tage 7 h

ist das nicht selbst Verfassungswidrig? 😏

Das ist wirklich ein Skandal!

Wenn das so weitergeht, dann werden die deutschen Schulen komplett abgeschafft und italienisiert!

giftzwerg
giftzwerg
Universalgelehrter
15 Tage 8 h

ha ha ,wos hobs gmoant ?
 kassierts zwor mehr als die italiener ,ober hobs nichts zimelden

00
00
Tratscher
15 Tage 4 h

Rentenmillionäre, Vorschusskassierer und Geldpatrioten gehen schweren Zeiten entgegen.

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