"Autonomie ist Minderheitenschutz, Instrument für Zusammenleben und Verantwortung"

Südtirol-Autonomie erleben: Ausstellungsparcours in Bozen vorgestellt

Freitag, 03. September 2021 | 16:36 Uhr

Bozen – Eine neue Ausstellung am Magnago-Platz macht die Entstehung, Gegenwart und Zukunft der Autonomie für alle jederzeit zugänglich. Heute (3. September) wurde sie der Öffentlichkeit vorgestellt.
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­Neun knallrote Stelen ziehen seit Kurzem auf dem Silvius-Magnago-Platz in Bozen die Blicke der Passanten auf sich, dazu eine ebenso rote kreisförmige Installation im benachbarten Alcide-Berloffa- Park: Gemeinsam bilden sie den neuen, multimedialen Ausstellungsparcours zu Südtirols Autonomie, der am Tag der Autonomie, dem 5. September offiziell seiner Bestimmung übergeben wird. Schon heute (3. September) haben Landeshauptmann Arno  Kompatscher, Landtagspräsidentin Rita Mattei, Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi  und die Mitglieder der für die Installation verantwortlichen Arbeitsgruppe  die Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Parcours erklärt anschaulich und kompakt, wie es zur Südtirol-Autonomie gekommen ist, worin sie im Wesentlichen besteht und auf welchen Grundlagen sie aufbaut. Er berichtet über erreichte Ziele, zugestandene Kompetenzen, aber auch von den Grenzen der Autonomie, gibt Einblick in das Leben von Silvius Magnago und informiert über die tragenden Autonomiebestimmungen wie Proporz, autonomes Schulsystem oder Finanzregelung. Die neun, in vier Sprachen konzipierten Stationen in Stelenform laden zur Auseinandersetzung mit Gemeinschaft und Identität, Gegenwart und Zukunft ein.

Kompatscher: “Autonomie ist Minderheitenschutz, Instrument für Zusammenleben und Verantwortung”

Kompatscher und Mattei erinnerten daran, dass das Land Südtirol damit einen Beschlussantrag des Südtiroler Landtags vom 8. Juni 2018 umgesetzt habe: Es sei darum gegangen, den ” Vater der Autonomie” Silvius Magnago und sein Lebenswerk – die Autonomie – sichtbar zu machen. “Diese Autonomie”, sagte Landeshauptmann  Komptascher, “ist heute nicht allein das Instrument, die Identität der sprachlichen Minderheiten zu schützen, sondern auch ein Instrument des friedlichen Zusammenlebens. Es erlaubt uns, unser Land selbst zu gestalten: Das bedeutet auch große Verantwortung.”

Landtagspräsidentin Mattei erwähnte, dass der Landtag den Beschlussantrag von 2018 einstimmig gefasst habe. “Die Umsetzung erlaubt nun einen Blick auf die Figur Magnago, die Entwicklung der Autonomie und den heute so besonderen Status der Selbstverwaltung”, sagte Mattei und kündigte an, dass der Landtag die Ausstellung im Rahmen der Schulbesuche nutzen werde, um das Bewusstsein der Jugendlichen für die Autonomie zu stärken.

Bozens Bürgermeister Caramaschi  würdigte neben Silvius Magnago auch dessen Mitstreiter Alcide Berloffa: “Zur damaligen Zeit wollten die italienischen Parteien in erster Linie die italienische Identität in Südtirol verteidigen.  Berloffa ging den beschwerlichen Weg der politischen Verhandlung, den friedlichen Weg.” In Erinnerung an ihn hat die Gemeinde Bozen den Park gegenüber des Bahnhofs nach Alcide Berloffa. Dort wird das Wirken Berloffas mit einer Installation gewürdigt, die den Ausstellungsparcours  komplettiert.

Experten der Arbeitsgruppe: “Um jedes Wort gerungen”

Erarbeitet wurde der Autonomie-Parcours unter Leitung des Betriebs Landesmuseen von einer fachlichen Arbeitsgruppe mit Andrea di Michele (Historiker, Freie Universität Bozen), Verena Malfertheiner ( Kunsthistorikerin und Museumsvermittlerin, Betrieb Landesmuseen), Hans Karl Peterlini (Historiker, Universität Klagenfurt) Josef Rohrer (Autor, Journalist und Ausstellungsgestalter) sowie der ehrenamtlich mitarbeitenden Historikerin, Präsidentin der Silvius Magnago Stiftung und ehemaligen Landesrätin Martha Stocker.

Es sei gelungen, das Projekt in der kurzen Zeit von nur zwei Jahren umzusetzen, sagte Stocker: “Wir wollten das Wirken Magnagos und seiner Mitstreiter, aber auch kritische Stimmen darstellen.” Die Mitglieder der Arbeitsgruppe hätten um jedes Wort gerungen, sagte Peterlini, auch weil das Publikum auf dem öffentlichen Platz ein sehr vielfältiges sein werde: Von älteren, die die Geschichte bestens kennen, über junge Menschen aus Südtirol bis zu Gästen, die zum ersten Mal auf das Thema stoßen.

Malfertheiner betonte, die Ausstellung sei ebenso in Entwicklung wie die Autonomie selbst. Geplant ist bereits in Kürze eine Beleuchtung der Stelen, später auch eine Lichtinstallationen an den Gebäuden des Magnago-Platzes.

Die Internetseite Autonomiea.bz.it gibt derzeit erste Informationen zum Parcours, soll künftig aber zu einer regelrechten Dialogplattform zur aktiven Auseinandersetzung mit der Autonomie ausgebaut werden. Schließlich wird der Betrieb Landesmuseen jetzt im Herbst und dann wieder ab Frühjahr 2022 Führungen anbieten. Informationen dazu gibt es ebenfalls auf der Internetseite.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Südtirol-Autonomie erleben: Ausstellungsparcours in Bozen vorgestellt"


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anonymous
anonymous
Universalgelehrter
15 Tage 2 h

Minderheitenschutz sehe ich keinen,im Gegenteil, Südtirol geht den Bach runter,alle Ausländer sprechen kein Deutsch ,somit ist unser deutsche Sprache bald Geschichte,war vor einer Wochen in Brixen bei Agentur Für Einkommen,am Anschläge Brett Hinweise nur auf walsch,der einweiser kann kein Wort Deutsch , weis der Geier wo der herkommt ,U so ist es bald überall

Opa1950
Opa1950
Tratscher
15 Tage 2 h

Welche Autonomie? Die gibt es ja schon lange nicht mehr.

Markuskoell
Markuskoell
Grünschnabel
14 Tage 6 h

Da brauchst du nur durch Meran und Bozen laufen das sagt schon alles 😂

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