Noch stärker auf erneuerbare Energien setzen – ein Kommentar

Südtirol ist keine „Energieinsel”

Donnerstag, 12. März 2026 | 01:55 Uhr

Von: ka

Bozen – Seit Donald Trump den Krieg gegen den Iran begonnen und sich die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Konflikts zerschlagen hat, schießen die Energiepreise durch die Decke. Denn nicht wie anders zu erwarten, hat das um sein politisches Überleben kämpfende islamistische Mullah-Regime eine seiner letzten Karten gezogen und die Straße von Hormuz blockiert. Damit hat es eine weltweite Energiekrise ausgelöst.

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Das Beben dieser Krise schlägt Wellen und hat mittlerweile auch Südtirol erreicht, um die zarte heimische Konjunktur zu bedrohen. Die Krise lässt nicht „nur” die Preise an den Treibstoffzapfsäulen explodieren, sondern wird bald auch zu teureren Stromrechnungen führen. Die Pendler und alle anderen, die hart mit den Transportkosten kalkulieren müssen, wird es zuerst und am härtesten treffen, aber bald wird der Durchschnittsverbraucher den Flächenbrand, der mittlerweile den ganzen Nahen Osten ergriffen hat, hautnah an der Supermarktkasse zu spüren bekommen.

Die Gefahr besteht darin, dass sich die Menschen an die schrecklichen Bilder gewöhnen, die uns täglich aus der Ukraine und dem Nahen Osten erreichen. Das ist einerseits verständlich, denn wir sind diesen Kriegen und ihren Folgen fast völlig ausgeliefert und können selbst wenig beitragen, um sie zu beenden oder zumindest das Leid zu mildern.

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Die Europäer sind politisch zu unbedeutend, um auf die einmal ins Rollen gekommene Kriegsmaschinerie einzuwirken. Unter dem Druck, unbedingt einen großen Sieg erringen zu müssen, kann der hemdsärmelige US-Präsident nichts anderes als eine bedingungslose Kapitulation der Mullahs akzeptieren. Gleichzeitig hat der Iran angekündigt, bis zum Letzten zu kämpfen. Keine guten Aussichten für ein rasches Kriegsende!

Außer auf die eigenen Energiereserven zurückzugreifen und die Steuerschraube etwas zu lockern, kann Italien – und damit auch Südtirol – wenig tun. Doch dieser Krieg und seine weltweiten Verwerfungen zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, sich von den „alten Energieformen” unabhängiger zu machen und auf erneuerbare Energien zu setzen.

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Ob Wasserkraft, Wind- oder Solarenergie – auf Staats- und Landesebene kann viel getan werden, um erneuerbare Energien stärker zu fördern. Der Krieg zeigt anschaulich, dass Südtirol keine „Energieinsel” ist. Den Krieg müssen wir wohl oder übel als unbedeutende Zaungäste miterleben, aber wir können in Zukunft noch stärker darauf setzen, selbst zu einer „Energieinsel” zu werden.

Bezirk: Bozen

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