Pflegeausbildung im Pustertal

Team K-Antrag K abgelehnt – Landesrat präsentiert konkrete Pläne für Bruneck

Mittwoch, 06. Mai 2026 | 13:44 Uhr

Von: mk

Bruneck – Im Rahmen der gestrigen Landtagssitzung stand die Zukunft der Pflegeausbildung im Pustertal im Mittelpunkt der Debatte. Der vom Team K eingebrachte Vorschlag für eine wohnortnahe Pflegeausbildung wurde mehrheitlich abgelehnt. Gleichzeitig wurden erstmals konkrete Perspektiven und geplante Maßnahmen für den Standort Bruneck vorgestellt. „Mit der Debatte zur Pflegeausbildung im Pustertal liegen nun erstmals konkrete Vorhaben für den Standort Bruneck auf dem Tisch. Jetzt braucht es aber eine klare und verbindliche Umsetzung und die werden wir einfordern“, so Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder (Team K).

Im Rahmen der Diskussion stellte Landesrat Philipp Achammer die bestehenden und geplanten Ausbildungsangebote für den Standort Bruneck vor. Neben den bereits laufenden berufsbegleitenden Ausbildungsangeboten im Pflege- und Sozialbereich startet ab Herbst in Zusammenarbeit mit der Hannah-Arendt eine duale, berufsbegleitende Ausbildung mit stärkerer Praxisanbindung. Zudem soll die Ausbildung durch die Nutzung von Räumlichkeiten im NOI Techpark Bruneck mehr Sichtbarkeit bekommen. Ab dem Schuljahr 2027 wurde außerdem ein modulares Ausbildungsmodell bis hin zur Matura vorgestellt. Die konkrete Ausgestaltung, insbesondere bei Stundenmodellen und Praktika, wird derzeit noch geprüft.

Trotz dieser angekündigten Schritte betonte Maria Elisabeth Rieder in ihrer Wortmeldung, dass weiterhin wesentliche Lücken bestehen: „Alle diese Initiativen sind wichtig. Gleichzeitig müssen wir den Fokus klar auf junge Menschen nach der Pflichtschule legen und ihnen ein wohnortnahes Ausbildungsangebot ermöglichen. Wer Ausbildung und Praktika in der eigenen Region absolviert, bleibt später auch beruflich vor Ort. Viele der bestehenden Ausbildungsangebote richten sich derzeit vor allem an Erwachsene. Für Jugendliche im Pustertal fehlt hingegen weiterhin ein klarer Ausbildungsweg direkt nach der Pflichtschule. Gleichzeitig steigt der Personalbedarf im Pflegebereich laufend – etwa durch den Ausbau von Tagespflegeangeboten, neue Seniorenstrukturen und spezialisierte Einrichtungen wie Demenzzentren. Viele junge Menschen möchten für eine Ausbildung ihren Wohnort nicht verlassen oder finden keine passende Unterkunftsmöglichkeit.“

Der Fachkräftemangel in der Pflege sei im Landtag zwar von allen Seiten als eines der größten Probleme genannt worden, Unterstützung für den Vorschlag habe es vonseiten der Mehrheit jedoch nicht gegeben, bemängelt Maria Elisabeth Rieder. Sie ließ keinen Zweifel daran, die vorgestellten Ausbaupläne konsequent weiterzuverfolgen: „Entscheidend ist jetzt, dass aus den angekündigten Vorschlägen konkrete Angebote werden. Wir werden genau hinschauen, welche Ausbildungswege tatsächlich geschaffen werden, an wen sie sich richten und wann die Umsetzung erfolgt. In den letzten Jahren wurde viel diskutiert – jetzt braucht es konkrete Umsetzung. Klar ist auch: Ohne bessere Rahmenbedingungen, etwa bei Entlohnung und Einstufung, und ohne wohnortnahe Ausbildungsangebote wird sich der Personalmangel im Pflegebereich nicht lösen. Wir bleiben bei diesem Thema dran und lassen uns nicht mit Ankündigungen abspeisen, denn gerade für das Pustertal und den Standort Bruneck sehe ich in diesem Bereich sehr großes Potenzial.“

Bezirk: Pustertal

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