"Südtirol bremst Mehrsprachigkeit und Inklusion aus"

Team K: “INVALSI-Daten entlarven Bildungsmythen”

Freitag, 24. Juli 2026 | 16:48 Uhr

Von: luk

Bozen – Die jüngsten INVALSI-Ergebnisse und die Bildungsdaten des Landes zeigen laut dem Team K deutlich: Südtirol verfügt mit dem ladinischen Schulsystem über ein erfolgreiches Mehrsprachigkeitsmodell und bleibt dennoch bei der Bildungs- und Inklusionspolitik hinter seinen Möglichkeiten zurück. Das Team K fordert ein Umdenken im Bildungsbereich.

„Die Daten zeigen klar, dass dort, wo Mehrsprachigkeit konsequent gelebt wird, werden bessere und ausgewogenere Ergebnisse erzielt. Trotzdem verteidigt die Landesregierung weiterhin ein überholtes System der strikten Sprachtrennung und ignoriert wissenschaftliche Evidenz“, kritisiert Alex Ploner.

Besonders bemerkenswert seien die Ergebnisse der ladinischen Schulen in Gröden und im Gadertal. “Das paritätische Modell mit Deutsch und Italienisch als gleichwertige Unterrichtssprachen führt zu ausgewogenen Sprachkompetenzen, hoher kognitiver Flexibilität und guten Leistungen in Englisch sowie Mathematik. Die ladinischen Schulen zählen damit zu den erfolgreichsten mehrsprachigen Schulmodellen Italiens. Gleichzeitig zeigt der Vergleich mit der Provinz Trient, dass Südtirol vor allem im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften Aufholbedarf hat. Das Trentiner Schulsystem erzielt stabilere Ergebnisse und verfügt über eine höhere Fähigkeit, Lernrückstände auszugleichen.”

„Während das ladinische Modell die Vorteile gelebter Mehrsprachigkeit beweist und das Trentino zeigt, wie Bildungsrückstände erfolgreich reduziert werden können, verweigert die SVP weiterhin die Öffnung hin zu einer stärkeren mehrsprachigen Bildung ab dem Kindergarten. Es ist mir unverständlich, warum das offensichtlich erfolgreiche paritätische ladinische Schulmodell nicht auch in der deutschen und italienischen Schule eingesetzt wird“, so Alex Ploner.

Besonders kritisch sieht das Team K die Situation bei der schulischen Inklusion. Trotz gegenteiliger Aussagen der Landesregierung liege Südtirol bei der Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf teilweise deutlich unter den Standards anderer italienischer Regionen. “In manchen Schulen stehen lediglich wenige Förderstunden pro Woche zur Verfügung.”

„Wer Inklusion ernst nimmt, darf sie nicht auf ein Minimum an Stunden reduzieren. Zu wenig Unterstützung belastet die betroffenen Schülerinnen und Schüler, ihre Familien, die Lehrpersonen und letztlich das gesamte Klassensystem. Die Stärke eines Bildungssystems zeigt sich nicht in politischen Slogans, sondern in den Ergebnissen. Die INVALSI-Daten liefern klare Hinweise, wo Südtirol erfolgreich ist und wo Handlungsbedarf besteht“, so Alex Ploner abschließend.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen