Bewegung schlägt Spucktests vor

Team K spricht von „Chaos“ in Südtirols Bildungspolitik

Freitag, 16. April 2021 | 15:54 Uhr

Bozen – Überlasteter Schülertransport, Widersprüchliche Infos für Schulen und Eltern, Maskenpflicht trotz Testung, Abstand und Hygieneregeln – nach dem langen Lockdown samt Fernunterricht herrsche in der Südtiroler Bildungspolitik weiterhin Chaos, kritisiert das Team K. Die Landtagsabgeordneten Dr. Franz Ploner und Alex Ploner präsentieren Verbesserungsvorschläge für einen „sicheren Unterricht in Präsenz“.

„Nachdem der Schülertransport Anfang Jänner potenziert wurde, scheint von diesen Maßnahmen nicht viel übrig geblieben zu sein“, erklärt das Team K. Die Präsenz in den Oberschulen habe man nicht auf 100 Prozent hochfahren können und wieder sich Südtiroler Schüler dicht an dicht in die Schulbusse drängen. Trotz Lüften der Klassenzimmer sowie Sicherheitsabstand und Testung aller Schüler müssten diese weiterhin stundenlang einen Atemschutz tragen.

„Nach wie vor stehen wir zu unserer Haltung, dass die durchgeführten Selbsttests nicht in die Schulen gehören, sondern auf der Basis der Freiwilligkeit von den Eltern zuhause durchgeführt werden sollten. Es erscheint uns absurd, dass Kinder und Jugendliche trotz Abstand, Hygiene, Testung und Lüftens im Unterricht am Platz die Maske nicht abnehmen dürfen. Die Datenlage würde dies erlauben. Wir schlagen unter diesen Voraussetzungen eine Aufhebung der Maskenpflicht am Platz vor und regen ein breiteres Testangebot mit verschiedenartigen Tests für Volks- und Mittelschüler an. Auch Spucktests könnten z.B. Ergebnisse derselben Validität liefern wie die Nasenflügeltests, würden aber wahrscheinlich die Akzeptanz für die Testverfahren erhöhen“, merkt Dr. Franz Ploner vom Team K an.

Neben der Maskenregelung für Schulkinder und den überfüllten Bussen habe insbesondere der italienische Bildungslandesrat vor kurzem durch chaotische Rundschreiben der italienischen Bildungsdirektion geglänzt. Zu den kürzlich mitgeteilten Fehlinformationen für Eltern italienischsprachiger Schüler habe Landesrat Achammer zuletzt klargestellt, der zuständige Schulamtsleiter unter Landesrat Vettorato habe ohne Wissen desselben eigenmächtig die Fernunterrichtspflicht für Testverweigerer aufgehoben, erklärt das Team K.

„Ich weiß nicht was mich mehr beunruhigt: eine Landesregierung, die unkoordiniert ins Blaue entscheidet oder ein italienischer Bildungslandesrat, der sich mit seinem eigenen Schulamtsleiter nicht abspricht. In beiden Fällen beweist die Landesregierung einmal mehr, nicht Herr der Lage zu sein. Was wir jetzt brauchen, ist eine Landesregierung mit klarer Strategie und eine Abkehr von der Entweder-Oder-Politik. Nun müssen Lösungen für den Schülertransport, für den 100-prozentigen Präsenzunterricht und für die Tests gefunden werden. Mit einer solchen Politik, die auf Druck und Ausgrenzung setzt, werden Menschen verunsichert, verärgert und am Ende gespalten. Die Schulwelt muss endlich zur Ruhe kommen“, meint dazu Alex Ploner, Landtagsabgeordneter des Team K.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "Team K spricht von „Chaos“ in Südtirols Bildungspolitik"


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Trina1
Trina1
Universalgelehrter
29 Tage 13 h

Jeder gegen jeden ja das ist Politik.🙄

Doolin
Doolin
Superredner
29 Tage 10 h

…die Südtiroler sind keine freiwilligen Spucker…wäre ja eine Zweiklassengesellschaft…
🤪

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