Nachtleben

Team K: “Südtirol verliert seine Jugend”

Freitag, 19. Juni 2026 | 15:30 Uhr

Von: mk

Bozen – Die jüngsten Schließungen von Nachtlokalen in Südtirol, darunter die Discothek Max in Brixen und ein Live-Musik-Lokal in Meran, machen laut Team K eine grundlegende Debatte über das Verhältnis zwischen Regelkonformität, Freizeit-Angebot und Sicherheit notwendig. Die Bewegung fordert ein Umdenken und einen gemeinsamen Weg.

Der Landtagsabgeordnete Alex Ploner – selbst mit langjähriger Erfahrung im Veranstaltungsbereich – warnt: „Wenn es still ist, wird es noch stiller. Jeder verlorene Veranstaltungsort bedeutet weniger Begegnungsräume für junge Menschen und weniger kulturelle Vielfalt sowie weniger Chancen für Künstlerinnen und Künstler. In der gesamten Thematik geht es nicht nur um das Nachtleben in Diskotheken oder Nachtlokalen, sondern um die Eventszene als Gesamtes. Was heute verloren geht, lässt sich morgen kaum wieder aufbauen. Man denke an die Landeshauptstadt, die z.B. nach der Schließung des KUBO keinen wirklichen Veranstaltungsort für junge Menschen mehr geschaffen hat.“

Gesetzliche Vorschriften müssten selbstverständlich eingehalten werden – vom Jugendschutz bis zu Lärmgrenzen. „Doch die Durchsetzung darf nicht in eine reine Straflogik abgleiten, die ohne Augenmaß ganze Betriebe trifft, mit Folgen für Betreiber, Beschäftigte, Kulturschaffende und tausende verantwortungsbewusste Gäste. Die Auswirkungen reichen weit über Einzelfälle hinaus. Das kulturelle Angebot wird ausgedünnt  und die Annahme, weniger Nachtleben bedeute automatisch mehr Sicherheit, ist trügerisch“, so das Team K.

„Europäische Städte zeigen: Leere Räume werden nicht sicherer. Wo Leben fehlt, entstehen Unsicherheit, Vandalismus und Kleinkriminalität. Sicherheit entsteht dort, wo Menschen präsent sind und öffentliche Räume nutzen. Für die Sicherheit auf öffentlichen Plätzen und Straßen zu sorgen, dafür sind die Polizeikräfte zuständig. Die Eventszene hat diesbezüglich in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben gemacht und Verantwortung übernommen. Security-Leute gehören mittlerweile zur Grundausstattung jeglicher Veranstaltungen und Nachtlokale“, ist Alex Ploner überzeugt.

Gefordert werde daher ein ausgewogener Ansatz. Klare Regeln seien laut Team K notwendig, aber auch Dialog, verhältnismäßige Maßnahmen und Lösungen, die Missstände beheben, ohne wichtige Treffpunkte sofort zu schließen.

„Wir verlieren unsere Jugend und das ist dramatisch. Neben hohen Wohnkosten und niedrigen Löhnen treibt auch die gähnende Langeweile viele junge Menschen aus dem Land. Wir brauchen mehr, nicht weniger Ausgehmöglichkeiten. Südtirol braucht lebendige, sichere und offene Städte, keine Orte, die abends verstummen. Denn Sicherheit entsteht nicht durch Leere, sondern durch Leben, Begegnung und Kultur”, warnt Paul Köllensperger, Fraktionssprecher im Landtag vom Team K.

Bezirk: Bozen

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