Vorschläge im Landtag

Team K und Grüne rufen zur Wertschätzung des nicht lehrenden Schulpersonals auf

Montag, 07. November 2022 | 17:19 Uhr

Bozen – Eine Schule besteht nicht nur aus Schulleitern, Lehrpersonal sowie Schülerinnen und Schülern. Eine Schule funktioniert auch dank der wertvollen Arbeit von Schulwarten und Sekretariatspersonal, die allzu oft vergessen und übersehen werden. Ihre Rolle und ihre Aufgaben haben sich im Laufe der Zeit verändert und die Arbeitsbedingungen sind komplexer geworden – mit besorgniserregenden Folgen. Diese Woche legen die Grüne Fraktion und das Team K im Landtag zwei Vorschläge zur Aufwertung des nicht-lehrenden Personals an den Schulen in Südtirol vor.

In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Schulgebäude gestiegen, während die Zahl der Schulwartinnen und -warte zurückgegangen ist. „Die Arbeit hat also unverhältnismäßig zugenommen und wird von immer weniger Menschen erledigt“, so das Team K und die Grünen. Früher seien Schulwartinnen und Schulwarte Bezugspersonen für Lehrpersonal, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern gewesen. Im Laufe der Zeit hätten sich ihre Aufgaben nach und nach verändert, so dass heute die Reinigung und Instandhaltung der Gebäude auf ihren Schultern laste: Eine Vollzeitkraft reinigt 1.216 Quadratmeter am Tag. Dies entspricht der Fläche von über  zehn großen Wohnungen. „Das ist für viele einfach zu viel, zumal das Durchschnittsalter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittlerweile 55 Jahre beträgt. So wird es immer schwieriger, die physischen und psychischen Belastungen dieser Arbeit zu bewältigen“, erklären das Team K und die Grünen.

Auch beim Verwaltungspersonal habe die Arbeit zugenommen. Das Personal müsse eigenverantwortlich immer komplexere Arbeitsprozesse ausführen, die mit zunehmendem Arbeitsaufwand verbunden sind. Durch die sich ständig ändernden Vorschriften entstünden Fragen und Unklarheiten, die juridische Kenntnisse erfordern. So müsse das Personal in den Schulsekretariaten eigenverantwortlich Arbeiten ausführen, die über die für die Arbeitsstellen vorgesehenen Voraussetzungen hinausgehen

Die Folgen sowohl für das Verwaltungs- als auch für das Hilfspersonal in den Schulen seien körperliche Erkrankungen, psychische Probleme, Burnout, Kündigungen und Abwanderung in die Privatwirtschaft, was zu einem zunehmend besorgniserregenden Personalmangel in den öffentlichen Schulen führe.

„Die Reinigung kann nicht die einzige und wichtigste Aufgabe der Schulwart:innen sein. Ihr berufliches Profil muss neu definiert werden. Und zur Unterstützung des Verwaltungspersonals wäre es sinnvoll, den Schulsekretariaten eine Rechtsberatungsstelle zur Verfügung zu stellen, um mehr Sicherheit und eine Harmonisierung der von den Schulen getroffenen Maßnahmen zu gewährleisten“, so die Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa von der Grünen Fraktion.

„Eine Aufwertung der Berufsbilder und damit eine bessere Bezahlung ist unbedingt nötig, damit die Arbeitsstellen als Schulwart und als Verwaltungskraft an unseren Schulen wieder attraktiver werden. Es braucht zudem Zulagen für jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zusätzliche Arbeiten und Verantwortung übernehmen“, betont die Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder vom Team K.

„Ein motiviertes und gesundes Hilfs- und Verwaltungspersonal ist für die Qualität unserer Schulen unabdingbar”, so Brigitte Foppa und Maria Elisabeth Rieder unisono, die mit vereinten Kräften für eine Verbesserung der Situation kämpfen wollen.

 

Von: mk

Bezirk: Bozen

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