Brand in Saporischschja nach russischem Angriff

Tote durch russische Angriffe in der Ukraine

Dienstag, 11. August 2026 | 19:04 Uhr

Von: importer

Bei russischen Raketen- und Bombenangriffen sind in der Ukraine erneut mehrere Menschen getötet worden. Allein in Saporischschja gab es mindestens sieben Todesopfer und 24 Verletzte. “Ein brutaler Angriff, der darauf abzielte, der zivilen Infrastruktur maximalen Schaden zuzufügen”, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Das russische Militär habe auch eine nordkoreanische ballistische Rakete eingesetzt. Auch aus anderen Regionen wurden Todesopfer gemeldet.

Selenskyj zufolge gab es auch russische Angriffe auf Umspannwerke in den Städten Cherson und Charkiw. Es sei zu Stromausfällen gekommen.

Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge galt der Angriff auf die südostukrainische Stadt Saporischschja dem örtlichen Stahlwerk. In der Ukraine bestätigte der Konzern Metinvest die Attacke auf das Werk. Demnach wurden die Werksmitarbeiter auf dem Weg in einen Schutzraum getötet und verletzt. Der Betrieb stellte seine Produktion vorerst ein.

Russisches Ziel: Zerstörung von Drohnenlagern

Das russische Ministerium informierte zudem über Angriffe auf ein Sortierzentrum des Postunternehmens Nova Post in Kiew. Dieses habe auch zur Lagerung und Verteilung von Drohnenbestandteilen und Komplexen der elektronischen Kriegsführung gedient, behauptete das Ministerium.

Außerdem sei in Kiew ein großes Lagerhaus mit etwa 50.000 Quadratmetern Fläche angegriffen worden, das als Drohnendepot gedient haben soll. Die ukrainischen Behörden bestätigten Schäden an Lagerhallen in Kiew und im Landkreis Butscha westlich von Kiew. Es habe einen Verletzten gegeben.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte das russische Militär Anti-Schiffsraketen des Typs Zirkon, ballistische Raketen und 120 Drohnen ein. Die Angriffe zielten demnach vor allem auf das Kiewer Umland und Saporischschja ab. Einschläge habe es an 21 Orten gegeben.

Tote auch in anderen Landesteilen

Auch in anderen ukrainischen Regionen gab es Todesopfer. Russische Angriffe mit Drohnen und Artillerie töteten im Gebiet Dnipropetrowsk nach Behördenangaben mindestens drei Menschen. Weitere fünf seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Olexander Hanscha bei Telegram mit. Unter den Toten sei auch ein 15-jähriger Bursche. Den Angaben zufolge gab es mehr als 20 Angriffe auf Ziele in insgesamt fünf Landkreisen.

Infolge eines russischen Angriffs sind auch im südukrainischen Gebiet Odessa mindestens zwei Menschen getötet worden. Drei weitere seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Ein Tanklaster mit Ölresten und ein Auto seien in Brand geraten. Den Waffentyp nannte er nicht. Zuvor hatte die Luftwaffe jedoch wiederholt vor dem Anflug russischer Drohnen gewarnt.

Auch in Sumy im Nordosten des Landes gab es nach ukrainischen Angaben einen Toten bei Raketenangriffen. Der Mann sei in einem Auto nahe einer Einschlagstelle unterwegs gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf die regionale Militärverwaltung. Zudem seien 20 Wohngebäude und zivile Infrastruktur beschädigt oder zerstört worden. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Großbrände nach ukrainischen Angriffen in Russland

Die Ukraine hat unterdessen bei neuen massiven Drohnenangriffen im russischen Hinterland mindestens eine Ölraffinerie und Lagerhallen des landesweit größten Online-Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Im Gebiet Woronesch brannten Zehntausende Quadratmeter Lagerfläche, wie Gouverneur Alexander Gussew mitteilte. Bei dem Angriff sei ein 49 Jahre alter Mann tödlich verletzt worden, es gebe auch zwei Verletzte, sagte er.

Die Anlagen des Logistikzentrums seien evakuiert worden, teilte Wildberries am Morgen mit. Nach Angaben des Gouverneurs hatte es in der Nacht einen Angriff gegeben, die russische Flugabwehr habe 15 Drohnen abgeschossen. Er sagte nicht, wie viele Drohnen ihr Ziel trafen.

Ölraffinerien brennen

In Orsk im Gebiet Orenburg an der Grenze zu Kasachstan geriet nach einem Drohnenangriff eine Ölraffinerie in Brand. Gouverneur Jewgeni Solnezew bestätigte zunächst lediglich, dass ein Feuer in einem Industrieobjekt nach der Attacke ausgebrochen sei. Ziel sei die Raffinerie Orsknefteorgsintez gewesen, teilte später das ukrainische Militär auf Telegram mit. “Es wurde ein Brand festgestellt, das Ausmaß der Schäden wird ermittelt.” Die Raffinerie hat eine Verarbeitungskapazität von sechs Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. Sie produziert Benzin, Diesel und Flugbenzin, Heizöl, Bitumen und andere Erdölprodukte. Orsk ist die zweitgrößte Stadt in Orenburg und ein wichtiges Industriezentrum.

Einen weiteren Brand in einer Ölraffinerie meldete die russische Staatsagentur Tass aus Komsomolsk am Amur – im äußersten Osten des Landes. Zur Ursache für das Feuer oder Drohnenangriffen in der Region gab es zunächst keine Angaben.

Ukraine mangelt es an Raketenabwehr

Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew und andere Städte verstärkt. Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme. Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Abfangraketen.

In Kiew wächst die Furcht, dass ungehinderte Raketenangriffe zum kommenden Winter die Infrastruktur des Landes erneut schwer schädigen und die Menschen in der Ukraine in noch größere Not bringen könnten.

Ukrainischer Kampfjet stürzt bei Einsatz ab

Unterdessen ist ein ukrainischer Kampfjet vom Typ MiG-29 bei einem Kampfeinsatz in Brand geraten und abgestürzt. Der Pilot rettete sich nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit dem Schleudersitz und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Vorfall ereignete sich in der südukrainischen Region Odessa, als der Pilot russische Stellungen ins Visier nahm, wie die Luftwaffe auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilte. Nach vorläufigen Erkenntnissen sei es beim Abfeuern einer Rakete zu einem Notfall gekommen. Dadurch habe das Flugzeug Feuer gefangen und der Pilot die Kontrolle verloren, obwohl er noch versucht habe, die Maschine zu retten. Die genaue Absturzursache werde untersucht.

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