Rauchschwaden nach israelischen Angriffen im Libanon

Tote und Verletzte im Libanon und Gazastreifen

Samstag, 11. April 2026 | 12:25 Uhr

Von: APA/dpa/AFP

Aus dem Libanon und dem Gazastreifen sind am Samstag erneut Tote und Verletzte gemeldet worden. Das israelische Militär und die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon beschossen einander weiter gegenseitig. Libanesische Quellen sprachen von israelischen Luftangriffen in der Region um Nabatiyeh im Süden des Landes. Drei Menschen seien gestorben, als ein Wohngebäude zerstört wurde. Die radikalislamische Hamas beklagte wiederum sieben Tote bei israelischen Attacken nahe Gaza.

Auch in anderen Teilen des Südlibanon kam es demnach weiter zu Angriffen. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe die Berichte. Israels Militär gab an, weiterhin Angriffe der Hisbollah zu vereiteln. Die israelische Armee veröffentlichte Videos von Angriffen auf Raketenabschussrampen der Hisbollah, die zerstört worden seien, sowie von Hisbollah-Kämpfern, die nach dem Abschuss von Raketen auf Israel beschossen worden seien. Die Hisbollah ihrerseits reklamierte erneut Angriffe auf israelische Stellungen für sich.

Berichte über eingeschlossene Hisbollah-Kämpfer in Grenzort

Medienberichten zufolge kreisten israelische Truppen eine Hochburg der proiranischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon ein. In der Stadt Bint Jubail, die wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt liegt, seien nach Schätzungen Dutzende Hisbollah-Kämpfer seit vier Tagen eingeschlossen, berichtete das israelische Nachrichtenportal “ynet”. Ähnliche Berichte kamen aus dem Libanon.

Israelische Truppen rückten demnach von Yaroun, Maroun al-Ras und Aitarun aus voran, um Bint Jubail von verschiedenen Seiten aus von der umgebenden Region abzuschneiden. Die Schiitenstadt gilt als wichtige Front der Hisbollah. Der 2024 von Israel getötete Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte dort seine erste Kundgebung nach dem israelischen Truppenabzug aus dem Süden Libanons im Mai 2000 gehalten. Israelische Medien bezeichneten den Ort teilweise als “Hauptstadt der Hisbollah”, die Hisbollah selbst als “Hauptstadt des Widerstands (gegen Israel)”.

Intensität der Angriffe ließ zuletzt nach

Die Intensität der gegenseitigen Angriffe hat zuletzt nachgelassen. Vorausgegangen war dem eine großangelegte Angriffswelle des israelischen Militärs im Libanon. Dabei wurden nach Behördenangaben mehr als 300 Menschen binnen weniger Minuten getötet. US-Präsident Donald Trump soll Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu daraufhin dazu gedrängt haben, die Angriffe zu reduzieren.

Das US-Außenministerium wird in der kommenden Woche Gespräche zwischen dem Libanon und Israel ausrichten. Ziel sei die Verkündung einer Waffenruhe und der Beginn formeller Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon unter Vermittlung der USA, hieß es aus Beirut. Laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals “Axios” ist Israel zwar zu Gesprächen mit dem Libanon bereit, nicht aber zu Verhandlungen über eine Feuerpause gegenüber der Hisbollah.

Israel: Waffenruhe mit Hisbollah bei Gesprächen kein Thema

Israel will bei den kommende Woche mit dem Libanon geplanten Gesprächen nicht über eine Waffenruhe mit der pro-iranischen Hisbollah-Miliz sprechen. Der israelische Botschafter in Washington, Yechiel Leiter, erklärte am Freitag (Ortszeit), Israel habe “formalen Friedensverhandlungen” mit der libanesischen Regierung zugestimmt. Israel weigere sich aber, über “eine Waffenruhe mit der Terrororganisation Hisbollah” zu sprechen. Die Miliz greife weiterhin Israel an und sei “das Haupthindernis für Frieden zwischen beiden Ländern”.

Israel und der Libanon, die keine diplomatischen Beziehungen unterhalten, wollen am Dienstag Gespräche im US-Außenministerium in Washington beginnen. Die israelische Regierung strebt nach eigenen Angaben Gespräche über eine Entwaffnung der vom Iran finanzierten Hisbollah-Miliz und über friedliche Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern an. Ein Vertreter der Hisbollah-Miliz bekräftigte unterdessen die Ablehnung seiner Gruppierung gegen jegliche Gespräche mit Israel. Die angekündigten Gespräche seien “ein offensichtlicher Verstoß” gegen “die Verfassung und libanesische Gesetze” und “verschärfen die innenpolitische Spaltung” im Libanon, erklärte der Hisbollah-Vertreter Hassan Fadlallah am Samstag.

Hamas-Zivilschutz: Sieben Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen

Im Zentrum des Gazastreifens sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Zivilschutzbehörde sieben Menschen bei israelischen Luftangriffen getötet worden. Weitere Menschen seien durch den israelischen Angriff nahe einer Polizeistation im Flüchtlingslager al-Bureij verletzt worden, vier von ihnen schwer, erklärte ein Zivilschutzsprecher am Samstag. Die israelische Armee teilte AFP auf Anfrage mit, sie werde den Vorfall “überprüfen”.

Im Oktober 2025 war eine Waffenruhe in dem Palästinenser-Gebiet in Kraft getreten, trotzdem gibt es immer wieder Angriffe und Gewalt. Israel und die islamistische Palästinenser-Organisation Hamas werfen einander gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vor. Am Mittwoch war ein Journalist des arabischen Senders Al Jazeera bei einem Drohnenangriff getötet worden.

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