Häuser in Kiew nach russischem Beschuss in Flammen

Tote und Verletzte nach russischen Attacken auf die Ukraine

Sonntag, 16. August 2026 | 12:08 Uhr

Von: importer

Bei neuen russischen Luftangriffen in der Ukraine sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens drei Menschen getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden. Allein in der südlichen Industriestadt Krywyj Rih gab es nach einer Attacke mit ballistischen Raketen zwei Tote und 14 Verletzte, wie Selenskyj, der von dort stammt, bei Telegram mitteilte. Ein Mensch sei auch in Sumy im Nordosten des Landes getötet worden.

In der Hauptstadt Kiew und Umgebung seien sechs Menschen verletzt worden bei den russischen Angriffen. “Die Rettungsdienste sind an den Orten der morgendlichen und nächtlichen russischen Angriffe im Einsatz”, sagte Selenskyj. In Kiew seien die Brände zügig gelöscht worden. Getroffen wurde in der ukrainischen Hauptstadt auch ein Büchermarkt. “Überall, wo die Russen mit ihren Raketen hinreichen, greifen sie die zivile Infrastruktur an”, erklärte der Präsident. Er warnte vor einer weiteren Angriffswelle.

Selenskyj fordert vom Westen erneut Flugabwehrraketen

Russland feuerte in dieser Woche nach Darstellung Selenskyjs mehr als 1.550 Drohnen, fast 1.560 Bomben und 62 Raketen und Marschflugkörper auf das Land ab. Selenskyj rief die Verbündeten der Ukraine erneut auf, dem Land Flugabwehrraten zu liefern.

“Wenn nordkoreanische Raketen hier in Europa die Infrastruktur zerstören und Menschenleben fordern, darf nicht zugelassen werden, dass europäische Abfangraketen einfach in den Lagern liegen bleiben”, sagte Selenskyj. Er hatte Russland zuletzt vorgeworfen, von Nordkorea gelieferte Raketen einzusetzen. “Russland muss gestoppt werden.”

Ein Toter bei Drohnenangriff auf Region Moskau

Russland meldete unterdessen massive ukrainische Drohnenangriffe auf die Region Moskau. Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin griff die Ukraine die russische Hauptstadt in der Nacht mit rund 600 Drohnen an. Davon seien 201 in der Region Moskau von der Luftabwehr zerstört worden, schrieb Sobjanin auf der Plattform Telegram. Die meisten Drohnen seien bereits vorher beim Anflug auf die Region abgewehrt worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Tass den Bürgermeister.

Es habe sich um einen der größten Angriffe auf die Region gehandelt, teilte der Gouverneur der Region, Andrej Worobjow, auf Telegram mit. Demnach wurde ein 83-jähriger Mann in der Stadt Podolsk getötet, wo ein Lagerhaus des größten russischen Online-Händlers Wildberries getroffen worden sei. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden. Schäden seien zudem an mehreren anderen Standorten entstanden, darunter an einem Lagerhaus in der Stadt Domodedowo nahe einem der Moskauer Hauptflughäfen.

Der ukrainische Angriff auf Moskau schien eine der größten bisherigen Angriffswellen Kiews zu sein. Ende Juli etwa berichteten russische Behörden von 390 Drohnen in einer Nacht, Anfang Juli waren es 452 gewesen.

Das ukrainische Militär griff nach eigenen Angaben auch eine Anlage zur Herstellung von Raketentreibstoff in der russischen Region Rostow an. “Das Unternehmen stellt Feststoffraketentreibstoff für Mehrfachraketenwerfer sowie für eine Reihe von Raketensystemen und luftgestützten Waffensystemen her”, teilte das ukrainische Militär auf Telegram mit. Rostow liegt im Süden Russlands und grenzt an die Ukraine.

Ukraine ballistischen Raketen mangels Abwehrmunition ausgeliefert

Die ukrainische Luftwaffe berichtete auf Telegram in der Nacht auf Sonntag auch von Angriffen mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen auf andere Landesteile in der Ukraine, unter anderem auf die Industriestädte Krementschuk und Krywyj Rih. Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew und andere Städte zuletzt verstärkt.

Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme. Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Abfangraketen, um sie effektiv einzusetzen.

Die Angaben der Kriegsparteien konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Für Gegenangriffe auf russisches Gebiet nutzt Kiew vor allem Drohnen.

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