Grüne verlangen, auch an Jugendliche und Zukunft zu denken

Tourismusjahr 2018: Rekorde ohne Ende?

Montag, 18. Februar 2019 | 08:42 Uhr

Bozen – Die Klima-Kundgebung von 3.000 Schülerinnen und Schülern in Bozen war eine nachdrückliche Aufforderung zum Umsteuern auch in der Klima-Politik Südtirols. Dies betonen die Landtagsabgeordneten der Grünen, Brigitte Foppa, Ricardo Dello Sbarba und Hanspeter Staffler in einer Aussendung.

Ein starker Treiber der Klimaveränderung im Alpenraum sei der Tourismus, der vor allem durch Verkehr und Energieverbrauch die in anderen Bereichen vorteilhafte CO2–Bilanz des Landes drücke. Gerade am Tag nach dem starken Schüleren-Signal habe das ASTAT das vorläufige Endergebnis des Tourismusjahrs 2018 mit Winterausblick vorgelegt: Mit 33 Millionen Nächtigungen und 7,5 Millionen Ankünften wurde ein weiterer Rekord eingestellt und der Wert von 2008 um rund fünf Millionen getoppt.

„Seit 2009 aber haben sich Stimmung und Erfahrung radikal gewandelt: Der damalige Krisenpuffer Tourismus steht heute vor der Frage, ob weiteres Wachstum ökologisch (in Sachen Verkehr und Flächenverbrauch), sozial (Anstieg der Grundpreise und des Niveaus insgesamt) und volkswirtschaftlich (Überkapazitäten, Blasenbildung) noch verträglich ist. Darauf geben die Branche wie die Landespolitik nur hinhaltende Antworten: ‚Ja, an einigen Punkten sei die Grenze erreicht, aber insgesamt sei man von Overtourism noch weit entfernt‘“, erklären die Grünen.

Trotz solcher Beschwichtigungen verlaufe die Entwicklung vielfach längst im Roten Bereich, den Südtirol mit der höchsten Bettendichte pro Quadratkilometer im Alpenraum und der höchsten Tourismusintensität längst erreicht habe.

„Für die Mahnung der Schülerinnen und Schüler, die am vergangenen Freitag lautstark erhoben wurde, scheinen sich die Branche und der HGV wie die Landespolitik zu verschließen. Dennoch müssen sie sich die Frage gefallen lassen, wohin die Reise geht, wie viel Tourismus noch verträglich ist. Nach dem Ruf der jungen Menschen nach echtem Klimaschutz zeigt sich die Notwendigkeit eines nachhaltigen, authentischen und umweltverträglichen Tourismus mit allem Nachdruck. Der Tourismusrekord gefährdet Südtirols behaupteten Rekord in Sachen Lebens- und Umweltqualität“, erklären Brigitte Foppa, Ricardo Dello Sbarba und Hanspeter Staffler abschließend.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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4 Kommentare auf "Tourismusjahr 2018: Rekorde ohne Ende?"


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monia
monia
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Deshalb sind die Grünen für mich einfach nicht wählbar! Sie können keine wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen und sind einfach realitätsfremd! Ohne Tourismus wären viele Täler in den Alpen menschenleer und verwildert! Die Verstädterung würde massiv zunehmen und die Kulturlandschaft nicht mehr gepflegt!

Warum verstehen dies die Grünen einfach nicht? Warum denken Sie nicht an die Zukunft der Jugend in den Tälern? Stattdessen wird eine Neidkultur gegen die Touristiker geschürt und versucht mit billiger Polemik und linken Popolismus Stimmen zu fangen!

Fantozzi
Fantozzi
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Ober laut insere politiker brauchts an flughafen weil suedtirol net erreichbar isch. Sein mr auf a insel? Baut die 3. Spur und pustertal und vinschgau a schnelstross wia die mebo….wacht auf!!!!!

niamend
niamend
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

durch di haupttähler schnellstrossen und a dritte spur af der autobohn kimb mir holt schlimmer fir als den flughofen in schuss zu bringen.

Kibra
Kibra
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Stau und überlastete Strassen ist auch rekordverdächtig das ist die Kehrseite der Medallie.

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