Von: APA/AFP/Reuters/dpa
Vor den geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan richtet US-Präsident Donald Trump eine martialische Drohung an Teheran. Die Iraner schienen nicht zu begreifen, dass sie “abgesehen von der kurzzeitigen Erpressung der Welt” mit der Straße von Hormuz keinerlei Druckmittel hätten, schrieb er auf der Plattform Truth Social. “Der einzige Grund, warum sie heute noch am Leben sind, ist, um zu verhandeln!” Außerdem drohte er mit neuen Angriffen.
Dies wäre dann der Fall, sollten die Friedensgespräche scheitern. “Wir beladen die Schiffe mit der besten Munition, den besten Waffen, die je hergestellt wurden – sogar besser als das, was wir zuvor eingesetzt haben”, sagte Trump.
“Wenn wir keinen Deal erreichen, werden wir sie einsetzen”, sagte Trump in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der “New York Post” mit Blick auf die von ihm erwähnten Waffen weiter. “Und wir werden sie in sehr wirkungsvoller Weise einsetzen.” Trump sprach in dem Interview von einem “Neustart”, der derzeit laufe. Schon zuvor hatte er in einer kurzen Mitteilung in seinem Onlinedienst Truth Social in Großbuchstaben geschrieben: “Der gewaltigste Neustart der Welt!”.
Trump hatte während des Kriegs mit dem Iran immer wieder mit martialischer Sprache für Aufsehen gesorgt, die ihm international, aber auch im eigenen Land viel Kritik eingebracht hat. Nach Beginn einer zweiwöchigen Waffenruhe in dem Krieg befindet sich US-Vizepräsident JD Vance aktuell auf dem Weg nach Pakistan, wo er bei Verhandlungen zum Iran-Krieg die US-Delegation anführen soll. Die Gespräche über eine dauerhafte Friedenslösung sollen an diesem Samstag beginnen.
Teheran stellt Bedingungen
Der Iran knüpft seine Teilnahme an ein Ende der israelischen Angriffe auf die mit Teheran verbundene Hisbollah-Miliz im Libanon. “Zwei der Maßnahmen, auf die sich die Parteien geeinigt haben, müssen noch umgesetzt werden: ein Waffenstillstand im Libanon und die Freigabe der iranischen Vermögenswerte, noch vor Beginn der Verhandlungen”, schrieb der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf am Freitag auf X.
Als Vermittler in Islamabad fungiert unter anderem der pakistanische Premier Shehbaz Sharif. Bei Bedarf sollen die Gespräche in Islamabad bis Sonntag fortgesetzt werden.
Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen. Anfang März weitete er sich auf den Libanon aus. Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. In der Nacht auf Mittwoch (MESZ) verkündete Trump eine zweiwöchige Feuerpause der USA und des Irans. Nach Darstellung Israels und der USA erstreckt sich diese nicht auf den Libanon.




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