Von: APA/Reuters/AFP/dpa
US-Präsident Donald Trump verschärft seine Drohungen gegen die Führung in Teheran. “Heute wird der Iran sehr hart getroffen werden”, schrieb Trump am Samstag auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. Es würden nun Gebiete und Gruppen für “völlige Zerstörung und sicheren Tod” in Betracht gezogen, die bisher nicht als Ziele galten.
Zugleich erklärte Trump, der Iran habe wegen der unerbittlichen Angriffe der USA und Israels vor seinen Nachbarn kapituliert und sich bei ihnen entschuldigt. Das Land sei nun der “Verlierer des Nahen Ostens”. Der US-Präsident hatte den Iran am Freitag zur “bedingungslosen Kapitulation” aufgerufen.
Pezeshkian entschuldigte sich
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian hatte zuvor in einer von der staatlichen Rundfunkagentur ausgestrahlten Videobotschaft gesagt, der Iran werde keine Raketen abfeuern und Nachbarländer angreifen, sofern von deren Territorium keine Attacken auf den Iran erfolgten. Er nannte jede Form der Unterstützung für Israel und die USA “ehrlos”. Zugleich entschuldigte er sich für die Angriffe auf Nachbarländer. “Diese Vorfälle waren das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandanten, als die Streitkräfte führungslos waren und eigenständig handeln mussten”, sagte er.
Im Anschluss an die Rede Pezeshkians erklärten die Revolutionsgarden laut der Nachrichtenagentur Tasnim, dass sie in Übereinstimmung mit den Anweisungen des Präsidenten die Interessen und die nationale Souveränität der Nachbarländer respektierten. Alle Militärstützpunkte und Interessen der USA und Israels zu Wasser, zu Land und in der Luft in der Region würden aber weiter als Hauptziele angesehen.
Angriffe in Golfregion dauern an
Trotz Pezeshkians Entschuldigung für Angriffe in der Golfregion dauerten die Attacken dort jedoch an. Mehrere Golfstaaten teilten am Samstag erneut mit, sie hätten Angriffe mit Raketen und Drohnen abgewehrt. Dabei standen unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar unter Beschuss. Das katarische Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr habe eine Rakete abgefangen. Am Freitag hatte Katar Angriffe mit zehn iranischen Drohnen gemeldet. In Katar liegt der wichtige US-Militärstützpunkt Al Udeid.
Das emiratische Verteidigungsministerium erklärte Samstag früh, man reagiere auf Beschuss mit iranischen Drohnen und Raketen. Die Emirate sind von den Golfländern am stärksten unter Beschuss und fingen nach eigenen Angaben bisher rund 200 Raketen, 1.100 Drohnen und mehrere Marschflugkörper ab. Das Medienbüro der Metropole Dubai meldete zudem einen “kleinen Vorfall” durch herabfallende Trümmerteile.
US-Stützpunkte angegriffen
Die iranischen Marineeinheiten teilten der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge mit, diese hätten mit Drohnen US-Stützpunkte in Abu Dhabi und in Kuwait angegriffen. Die Revolutionsgarden erklärte, sie hätten an der US-Basis in den Emiraten unter anderem ein Kommunikationszentrum und Radarsysteme getroffen.
Saudi-Arabien teilte mit, die Luftwaffe habe unter anderem mehrere Drohnen am Ölfeld Shaybah im Südosten abgefangen sowie zwei Raketen in Nähe der US-Luftwaffenbasis südöstlich von Riad. Auch in Bahrain heulten am Samstag erneut die Warnsirenen wegen drohender Luftangriffe. Das Generalkommando teilte mit, das Land habe seit Beginn der Angriffe vor einer Woche bisher mehr als 80 Raketen und etwa 150 Drohnen abgefangen.




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