Trump treibt seine spalterische Grönland-Agenda voran

Trump will in Davos Kauf von Grönland durch USA erörtern

Dienstag, 20. Januar 2026 | 09:26 Uhr

Von: APA/Reuters/AFP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat seine Forderung nach einem Erwerb Grönlands durch die USA bekräftigt und die dänische Arktis-Insel als entscheidend für die nationale und weltweite Sicherheit bezeichnet. Er habe deswegen ein “sehr gutes” Telefonat mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte geführt, schrieb Trump am Montag (Ortszeit) auf seiner Online-Plattform Truth Social. “Grönland ist für die nationale und weltweite Sicherheit unerlässlich”, erklärte Trump einmal mehr.

“Es kann kein Zurück geben – darüber sind sich alle einig!”, meinte er. Er kündigt zudem Gespräche über einen Erwerb Grönlands auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos in dieser Woche an. Dänemark könne das riesige Territorium nicht schützen. “Wir müssen es haben”, sagt Trump vor Reportern in Florida. “Ich kenne die führenden Politiker, das sind sehr gute Leute, aber sie fahren nicht einmal dorthin.”

Grönland gehört als autonomes Gebiet zum EU- und NATO-Land Dänemark. US-Präsident Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Meist war von einem Kauf des Gebiets die Rede, aber auch militärische Gewalt schloss Trump nicht aus. Am Samstag hatte Trump den Streit um Grönland nochmals angeheizt, indem er Strafzölle für Deutschland und weitere europäische NATO-Länder androhte, sollten sie der Übernahme Grönlands durch die USA nicht zustimmen.

Da Dänemark wie die USA der NATO angehört, droht der Konflikt um Grönland das Verteidigungsbündnis zu spalten. Vor dem Hintergrund von Trumps Drohungen hatte auf Einladung Dänemarks kürzlich eine Erkundungsmission mehrerer NATO-Länder in Grönland stattgefunden. Alle beteiligten Länder sind nun von Trumps Zolldrohung betroffen.

Telefonat mit Rutte

Wer konkret an dem von Trump avisierten Treffen in Davos teilnehmen wird, ließ der Republikaner offen. Trump wird am Mittwoch in dem Schweizer Alpenort erwartet, wo er am selben Tag eine Rede halten wird.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat rund um die von Trump aufgeworfene Grönland-Frage bei einem Treffen mit US-Kongressmitgliedern am Rande der Jahrestagung des WEF bereits die Achtung der Souveränität Grönlands und Dänemarks verlangt. “Dies ist für unsere transatlantischen Beziehungen von größter Bedeutung”, erklärte von der Leyen nach der Zusammenkunft mit einer parteiübergreifenden Delegation des US-Kongresses am Montag in Onlinenetzwerken. Die EU sei weiterhin bereit, “eng mit den Vereinigten Staaten, der NATO und anderen Verbündeten sowie in enger Kooperation mit Dänemark zusammenzuarbeiten, um unsere gemeinsamen Sicherheitsinteressen voranzubringen”. Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle stünden “den gemeinsamen Interessen” der EU und der USA entgegen, betonte die EU-Kommissionspräsidentin.

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