Trump treibt seine spalterische Grönland-Agenda voran

Trump will in Davos Kauf von Grönland durch USA erörtern

Dienstag, 20. Januar 2026 | 11:37 Uhr

Von: APA/Reuters/AFP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat seine Forderung nach einem Erwerb Grönlands durch die USA bekräftigt und die dänische Arktis-Insel als entscheidend für die nationale und weltweite Sicherheit bezeichnet. Er habe deswegen ein “sehr gutes” Telefonat mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte geführt, schrieb Trump auf Truth Social. “Grönland ist für die nationale und weltweite Sicherheit unerlässlich”, sagte Trump einmal mehr. “Es kann kein Zurück geben – darüber sind sich alle einig!”.

Er kündigte außerdem Gespräche über einen Erwerb Grönlands auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos in dieser Woche an. Dänemark könne das riesige Territorium nicht schützen. “Wir müssen es haben”, sagte Trump vor Reportern. “Ich kenne die führenden Politiker, das sind sehr gute Leute, aber sie fahren nicht einmal dorthin.” Wer konkret an dem von Trump avisierten Treffen in Davos teilnehmen wird, ließ der Republikaner offen. Trump wird am Mittwoch in dem Schweizer Alpenort erwartet, wo er am selben Tag eine Rede halten wird.

Außerdem provozierte der US-Präsident mit Fotomontagen zu Grönland und Kanada. Die Bilder veröffentlichte Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social: Auf einem der Bilder wird Trump im Oval Office mit europäischen Staats- und Regierungschefs und einem Plakat gezeigt, auf dem neben den USA auch Venezuela, Grönland und Kanada in US-Flagge dargestellt werden.

In der Vergangenheit hatte Trump bereits mehrfach öffentlich mit dem Gedanken gespielt, Kanada unter US-Kontrolle zu bringen. So solle das Nachbarland Teil der Vereinigten Staaten und der “51. Bundesstaat” werden. Der kanadische Premierminister Mark Carney hatte Trumps territorialen Ambitionen vergangenen Mai eine klare Absage erteilt.

Bessent zuversichtlich

US-Finanzminister Scott Bessent zeigte sich am Dienstag zuversichtlich, dass die europäischen Regierungen die Spannungen wegen der Arktis-Insel nicht ausweiten. “Ich bin zuversichtlich, dass die Staats- und Regierungschefs nicht eskalieren werden und dass dies für alle zu einem sehr guten Ergebnis führen wird”, sagte Bessent in Davos. Es werde eine Lösung gefunden.

Unterdessen verlangte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einem Treffen mit US-Kongressmitgliedern am Rande des WEF-Treffens bereits die Achtung der Souveränität Grönlands und Dänemarks. “Dies ist für unsere transatlantischen Beziehungen von größter Bedeutung”, erklärte von der Leyen nach der Zusammenkunft mit einer parteiübergreifenden Delegation des US-Kongresses am Montag in Onlinenetzwerken.

Die EU sei weiterhin bereit, “eng mit den Vereinigten Staaten, der NATO und anderen Verbündeten sowie in enger Kooperation mit Dänemark zusammenzuarbeiten, um unsere gemeinsamen Sicherheitsinteressen voranzubringen”. Die von Trump angedrohten Strafzölle stünden “den gemeinsamen Interessen” der EU und der USA entgegen, betonte die EU-Kommissionspräsidentin weiter.

Zolldrohung Trumps

Grönland gehört als autonomes Gebiet zum EU- und NATO-Land Dänemark. Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Meist war von einem Kauf des Gebiets die Rede, aber auch militärische Gewalt schloss Trump nicht aus. Am Samstag hatte Trump den Streit um Grönland nochmals angeheizt, indem er Strafzölle für Deutschland und weitere europäische NATO-Länder androhte, sollten sie der Übernahme Grönlands durch die USA nicht zustimmen.

Da Dänemark wie die USA der NATO angehört, droht der Konflikt um Grönland das Verteidigungsbündnis zu spalten. Vor dem Hintergrund von Trumps Drohungen hatte auf Einladung Dänemarks kürzlich eine Erkundungsmission mehrerer NATO-Länder in Grönland stattgefunden. Alle beteiligten Länder sind nun von Trumps Zolldrohung betroffen.

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