Russlands Generalstabschef Waleri Gerassimow

Ukraine: Moskaus Generalstabschef kündigt Herbstoffensive an

Sonntag, 31. August 2025 | 01:15 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Russlands Generalstabschef Waleri Gerassimow hat am Wochenende ungeachtet westlicher Forderungen nach Friedensverhandlungen eine Herbstoffensive in der Ukraine angekündigt. Der russische Angriffskriegs wird demnach mit neuen Zielen fortgesetzt. Die ukrainischen Streitkräfte erzielen unterdessen nach Angaben von Militärsprecher Wiktor Trehubow Erfolge an der Front. Russische Truppen seien in den Regionen Donezk und Dnipropetrowsk jeweils am Vormarsch gehindert worden, hieß es.

In einem Abschnitt seien zudem russische Einheiten eingekesselt worden, so Trehubow. Eine russische Stellungnahme zu diesen konkreten Angaben lag zunächst nicht vor.

Gerassimow sagte jedoch zu der seit mehr als dreieinhalb Jahren andauernden Invasion in der Ukraine, es liefen derzeit unaufhörlich Angriffe entlang der gesamten Frontlinie. “Heute legen wir die Aufgaben fest für die Gruppen der Streitkräfte, die auf die Herbstperiode gerichtet sind”, erklärte er. Die Aussagen stehen im Gegensatz zu den Forderungen etwa von US-Präsident Donald Trump, den Krieg rasch zu beenden.

“99,6 Prozent des Gebiets von Luhansk unter russischer Kontrolle”

Nach Darstellung von Gerassimow werden im Moment rund 99,7 Prozent des ukrainischen Gebiets Luhansk von den russischen Streitkräften kontrolliert. Im ukrainischen Gebiet Donezk seien es 79 Prozent und in den Gebieten Cherson 76 Prozent und Saporischschja 74 Prozent. Unabhängig überprüfbar sind die Angaben nicht.

Russland fordert, dass sich die ukrainischen Streitkräfte etwa aus dem Gebiet Donezk komplett zurückziehen und die Region Moskaus Armee überlassen, um einen Waffenstillstand zu erzielen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnt das ab – auch, weil gerade die dort von der Ukraine gehaltenen Städte Slowjansk und Kramatorsk als wichtige Bastionen der Verteidigung gelten. Russland droht deshalb, die Städte zu erobern.

Russische Vorwürfe einer Sabotage durch Europäer

Das russische Delegationsmitglied bei den bisherigen Verhandlungen, Kirill Dmitrijew, sagte, die Europäer versuchten, den Ukraine-Konflikt durch nicht erfüllbare Forderungen in die Länge zu ziehen. Die USA hätten begonnen, das zu verstehen. “Die EU sollte aufhören, den Friedensprozess zu sabotieren”, sagte er. Russland kritisiert etwa immer wieder, dass die Europäer Truppen in die Ukraine zur Absicherung eines möglichen künftigen Friedens entsenden wollen. Moskau lehnt aber Vertreter aus Nato-Staaten kategorisch ab.

Die Europäer wiederum werfen Russland eine Verzögerungstaktik vor. Moskau versuche mit der Aussicht auf Verhandlungen und immer neuen Fristen, Zeit zu gewinnen für neue Angriffe, heißt es auch in Kiew. Russland führt seinen zerstörerischen Angriffskrieg seit mehr als dreieinhalb Jahren.

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