Jermak muss sich wegen Geldwäsche-Vorwürfen verantworten

Ukrainischer Ex-Präsidialamtschef Jermak in U-Haft

Donnerstag, 14. Mai 2026 | 11:23 Uhr

Von: APA/dpa

In der Ukraine hat das Oberste Antikorruptionsgericht am Donnerstag U-Haft gegen Ex-Präsidialamtschef Andrij Jermak angeordnet. Die Haft gelte für zunächst 60 Tage, Jermak habe die Möglichkeit, gegen Kaution auf freien Fuß zu kommen, urteilte der Richter. Jermak war die rechte Hand von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er muss sich wegen Geldwäsche-Vorwürfen verantworten. Ihm und fünf anderen Verdächtigen werden illegale Millionengeschäfte bei einem Luxusbauprojekt vorgeworfen.

Der 54-jährige Jermak wies die Vorwürfe kategorisch zurück. Er sagte auch, dass er keine Mittel habe, um die Kaution von umgerechnet 2,72 Millionen Euro zu bezahlen.

Für Harald Vilimsky, den freiheitlichen Delegationsleiter im Europäischen Parlament, zeigt die Causa Jermak einmal mehr, “wie tief Korruption und dubiose Netzwerke in der Ukraine offenbar verankert sind”. Deshalb plädiert der FPÖ-Politiker für ein “Nein zu einem EU-Beitritt der korrupten Ukraine!”

Am Mittwoch wurden auch Details über Jermaks Kontakt mit einer Esoterik-Beraterin zutage gefördert. Die Anklage ließ bei der Verhandlung in Kiew Chats zwischen Jermak und der Frau verlesen, die in seinen Telefonkontakten als “Veronika Feng-Shui Büro” verzeichnet war.

Präsidialamt: Wir beschäftigen uns nicht mit Esoterik

Demnach habe Jermak, der bis November die rechte Hand von Selenskyj war, mit der Frau über die Besetzung von Spitzenposten in der Ukraine gesprochen. Er habe ihr Geburtsdaten von Kandidaten geschickt und um Rat gebeten. Ukrainischen Presseberichten zufolge bezeichnet sich die 51-jährige Frau aus Kiew selbst als astrologische Beraterin.

Bis zu seinem Rücktritt galt Jermak als der zweitmächtigste Mann in der Ukraine und führte für sein Land Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskriegs. Das Präsidentenbüro teilte angesichts der Nachrichten aus dem Gerichtssaal mit, man beschäftige sich nicht mit Esoterik, Numerologie, Feng-Shui oder ähnlichem. Er habe nie derartige Vertreter in der Kanzlei gesehen, sagte Selenskyjs Berater Dmytro Lytwyn.

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