Haushaltsgesetzt: "Es besteht Nachholbedarf"

Unterberger kritisiert geringe Mittel für Frauen

Donnerstag, 29. Oktober 2026 | 15:23 Uhr

Von: Sophia Molitor

Bozen – Julia Unterberger, SVP-Senatorin und Vorsitzende der Autonomiegruppe, bezieht Stellung zum Haushaltsgesetz: „Bei den Maßnahmen für Frauen setzt das Haushaltsgesetz den Kurs der vorhergehenden Haushaltsgesetze fort. Die vorgesehenen Maßnahmen gehen in die richtige Richtung, doch aufgrund der äußerst begrenzten finanziellen Mittel werden sie nur eine geringe Wirkung auf die Situation der Frauen haben.”

Sie fährt weiterhin fort: “In diesem Zusammenhang verdienen einige Maßnahmen dennoch eine positive Bewertung. Ich denke an die Bestätigung des Mütterbonus und an die Anreize für die Beschäftigung von Frauen. Positiv ist vor allem die Ausweitung der Elternzeit, mit einem vierten Monat, der zu 80 % vergütet wird; bei zwei Kindern werden es fünf, bei mindestens drei Kindern sechs Monate. Positiv ist auch der vorgesehene Gutschein in Höhe von 500 Euro für selbstständig erwerbstätige Frauen, die keinen Elternurlaub in Anspruch nehmen können.
Diese Maßnahmen reichen jedoch nicht aus, um Italien bei der Gleichstellung der Geschlechter und der Förderung der Geburtenrate näher an die europäischen Standards heranzuführen. Es genügt nicht, Anreize für Neueinstellungen zu schaffen. Vielmehr braucht es konkrete Maßnahmen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, die Ursachen der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern zu bekämpfen und die gerechtere Aufteilung der Familienarbeit zu fördern.
Das Problem liegt an der Wurzel: Das geringe Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre hat den finanziellen Spielraum extrem eingeschränkt. Es kann sicherlich nicht die Lösung sein, neue Maßnahmen durch zusätzliche Schulden auf Kosten künftiger Generationen zu finanzieren. Doch auch mit den verfügbaren Mitteln hätte man mutigere Entscheidungen treffen und der Frauenbeschäftigung, sowie der Gleichstellung einen höheren Stellenwert einräumen können.
Ich hoffe, dass ein Signal in diese Richtung im Bereich der Renten gesetzt werden kann. Die Regierung hat angekündigt, 850 Millionen Euro bereitzustellen, um flexiblere Möglichkeiten für den Pensionsantritt zu schaffen. Ich hoffe, dass diese Mittel es ermöglichen, eine Form von „Opzione Donna” wieder einzuführen. Gerade Frauen zahlen nämlich den höchsten Preis für die Ungleichheiten in der Arbeitswelt: Unterbrochene Erwerbsbiografien und niedrigere Löhne führen zu Schwierigkeiten beim Zugang zur Pension und zu geringeren Renten. Auch diesbezüglich muss unbedingt gehandelt werden.”

Bezirk: Bozen

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