Aussprache in der Forstschule Latemar

Unwetter in Südtirol: Prioritäten setzen, nach Leitlinien handeln

Dienstag, 06. November 2018 | 14:51 Uhr

Welschnofen – Nach den gewaltigen Unwetterschäden sind heute Vertreter des Landes und der Gemeinden mit den betroffenen Grundbesitzern zusammengetroffen.

Von einem Tag auf den anderen hat sich alles verändert: Er habe keinen Wald mehr, er werde mehrere Jahre brauchen, um alles aufzuarbeiten. Die Stimmen der Waldbesitzer bei der ersten Aussprache heute in der Forstschule Latemar oberhalb von Welschnofen klingen besorgt. Die Windböen vom 29. Oktober haben Schneisen der Verwüstung durch die Wälder gezogen. Die dringendsten Bereiche seien nun die Instandhaltung der Forstwege und die Logistik des Holztransports, der Einsatz von zusätzlichen Holzarbeitern und schweren Maschinen, Beiträge und Vorfinanzierung.

Das Gebot der Stunde, unterstrich Landeshauptmann Arno Kompatscher, sei Ruhe: einige wenige Tage Geduld, um klare Informationen zu sammeln und Leitlinien zu erstellen und zu verteilen. Darin werde dargelegt, wie die konkreten nächsten Schritte für die einzelnen Geschädigten aussehen, auch hinsichtlich finanzieller Beiträge. Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler mahnte ebenfalls zur Besonnenheit an, hob aber gleichzeitig hervor, dass nun Antworten und Handeln gefragt seien. Dazu werde in den nächsten Tagen nach der Schadenserhebung ein Managementplan ausgearbeitet, diese Leitlinien stehe dann allen Betroffenen zur Verfügung.

Man sei auf ein Hochwasser vorbereitet gerwesen, gekommen sei ein Sturm: Nun gehe es darum, in die Zukunft zu schauen, hob Welschnofens Bürgermeister Markus Dejori hervor, und Schäden langfristig zu beheben. Die betroffenen Wälder sind zu einem Drittel in Privatbesitz, ein weiteres Drittel ist Landesdomäne, das dritte befindet sich in Besitz der Gemeinden Welschnofen, Karneid und Tiers. Die Prognosen hätten sich als richtig herausgestellt, wies er hin, und die Wildbachverbauung habe sich als sehr wertvoll unter Beweis gestellt.

Für heute Nachmittag wurde ein Treffen der vor drei Jahren eingerichteten Expertenrunde zum Thema Holz einberufen, bei dem sich alle im Bereich Holz Tätigen an einen Tisch setzen. Nun müssen Unmengen an Holz aufgearbeitet und Holzlager gesucht werden, eingebunden sind auch die Besitzer größerer Sägewerksbetriebe, um eine Strategie auszuarbeiten.

Gestern (5. November) hat der Landeshauptmann zwei Dekrete erlassen: Damit wurde einerseits der Landesnotstand ausgerufen, um unter anderem Prozeduren zu vereinfachen und Direktaufträge vergeben zu können. Andererseits macht der Notstand auf gesamtstaatlicher Ebene die Beitragsfonds zugänglich. Mit den obersten italienischen Zivilschützern und den Landeshauptleuten anderer betroffener Regionen bespricht sich Landeshauptmann Kompatscher diesbezüglich am heutigen Nachmittag bei einer Videokonferenz.

Bei dem zweistündigen Treffen in der Forstschule Latemar dabei waren neben anderen der Direktor der Abteilung Forstwirtschaft Mario Broll, der Direktor der Agentur Landesdomäne Josef Schmiedhofer, der Direktor der Abteilung Straßendienst Philipp Sicher, der Bürgermeister der Gemeinde Welschnofen Markus Dejori, sein Stellvertreter Jürgen Pardeller, der Präsident der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern Albin Kofler, der Tierser Bürgermeister Gernot Psenner, die Karneider Bürgermeisterin Martina Lantschner, der Bezirkspräsident der Freiwilligen Feuerwehr Martin Künig.

Von: mk

Bezirk: Salten/Schlern

Kommentare

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5 Kommentare auf "Unwetter in Südtirol: Prioritäten setzen, nach Leitlinien handeln"


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herbstscheich
herbstscheich
Superredner
9 Tage 5 h

kleiner Tipp.. dier Flugplatz eignet sich als Zwischenlager fürs Holz — Herr Landeshauptmann . . .

m. 323.
m. 323.
Superredner
9 Tage 3 h

hon gestr gsehn wia Bauer ..Grärt“ hot* i glab des sog olls..wenn man donn hear daß einige von den Kommentatoren. sogn“ des isch net so schlimm solltn sich de des amol unschaugn..i glab donn warn a de Still…

m. 323.
m. 323.
Superredner
9 Tage 4 h

do wern iaz groase Redn gschungen..zuerst werd amol dr Domänen Verwaltung. kolfn…und dr koane Monn werd durch di Finger blicken….

Bella Bionda
Bella Bionda
Grünschnabel
8 Tage 22 h

das wird so nicht funktionieren, weil auch die Domäne teilweise durch den Grund der Bauern fahren muss um an ihre Gründe zu kommen. Nicht jeder fährt nur durch seinen Wald. Geht doch gar nicht. Bitte mitdenken. Und auch bitte sich diese Katastrophe mal ansehen, bevor immer einer dumm daher reden muss. Das Ausmass ist auf den Bildern nicht ersichtlich. Mir sind sie Tränen gekommen, als ich oben vom Niger ins Tal geblickt habe.

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
9 Tage 2 h

@ m. 323.
Da hast Du vollkommen recht,Windwurf ist ein wildes Zeug , und dran arbeiten ist nicht nur teilweise auch sehr gefährlich sondern auch mühsam da man mit den Sägezähnen dauernd entweder auf Sand,Erde oder Gestein kommt.Da muß eine Hauptverwaltung erstellt werden welche jeden Besitzer von groß bis klein mit allem drumm und dran verwaltet , es ist eine Notstandsituation und da muß die Landesregierung ihre Pflicht ernsthaft erfüllen.

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