Von: importer
Während die Militärschläge der USA im Iran seit nunmehr zehn Nächten andauern, bemühen sich die Vermittler Berichten zufolge um eine neue Waffenruhe. Katar, Ägypten, Pakistan und andere Vermittler hätten beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet, berichteten US-Medien US-Präsident Donald Trump drohte indes erneut mit US-Angriffen auf das Areal rund um die iranische Atomeinrichtung, die als “Pickaxe Mountain” bekannt ist.
Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht”, sagte er am Dienstag bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus. Bereits zuvor hatte der Republikaner eine entsprechende Attacke auf den Komplex angedroht, der im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natanz im Zentraliran liegt.
Trump: “Wir waren nett”
Trump betonte zudem, dass das US-Militär jede Anlage ins Visier nehmen werde, die die Führung in Teheran für atomare Zwecke nutzen wolle. Er drohte mit noch heftigeren Angriffen. “Ehrlich gesagt haben sie bisher nichts gesehen. Wir waren nett”, behauptete er in Gegenwart von Journalisten und Politikern. Nach Trumps Darstellung hatten die US-Angriffe auf iranische Ziele das Land hart getroffen. Das Land bräuchte Jahrzehnte für den Wiederaufbau. Mit Blick auf die Dauer des Kriegs zeigte sich Trump unnachgiebig. “Wenn wir morgen gehen würden, hätten wir einen riesigen Erfolg verzeichnet. Aber wir werden morgen nicht weggehen”, sagte er. Die USA seien mit dem Iran “noch lange nicht fertig”.
Zuletzt hatte sich die militärische Eskalation zwischen Washington und Teheran verschärft. Erst am Montag hatte Trump dem Iran außerdem erneut mit harter Vergeltung gedroht. “Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!”, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Zuvor hatte das US-Militär den Tod von drei weiteren US-Soldaten nach iranischem Beschuss bekanntgegeben. Die offiziell bekannte Zahl der im Krieg getöteten US-Militärangehörigen stieg damit auf 17.
Treffen in Islamabad
Laut pakistanischen Sicherheitskreisen trifft Irans Innenminister Eskandar Momeni am Dienstag führende Vermittler in Islamabad. Nach einem Termin mit Pakistans Armeechef Asim Munir sei Momeni derzeit im Gespräch mit Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von mit der Angelegenheit vertrauten Quellen.
Über Gesprächsinhalte wurde zunächst nichts bekannt. Bereits zuvor hatten die Kreise jedoch davon gesprochen, Pakistan werde darauf hinwirken, dass für eine neuerliche Verhandlungslösung im US-Iran-Krieg diesmal eine Öffnung der Straße von Hormuz von den mächtigen iranischen Revolutionsgarden verkündet werden müsse.
Die US-Regierung prüfe den Vorschlag der Vermittler derzeit und habe Israel aufgefordert, Maßnahmen zu vermeiden, die das diplomatische Fenster schließen könnten, zitierte “Axios” US-Beamte. Denn die Führung in Teheran verlangt für ein endgültiges Abkommen zur Beendigung des Krieges mit Washington nicht nur die Kontrolle über die Straße von Hormuz, sondern auch ein dauerhaftes Ende des militärischen Konflikts zwischen dem Erzfeind Israel und der mit ihr verbündeten Hisbollah.
Zehnte US-Angriffsnacht in Folge
Vorerst aber ging die Gewalt weiter. Iranische Medien berichteten über Explosionen unter anderem im Raum Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Baluchestan, der Hafenstadt Chabahar am Golf von Oman, der Stadt Shiraz im zentralen Süden, bei der Insel Qeshm in der Straße von Hormuz sowie der Großstadt Bandar Abbas. Das US-Militär will mit den Angriffen Irans Attacken auf Handelsschiffe in der für den globalen Energiehandel wichtigen Straße von Hormuz unterbinden.
Dennoch wurde in der Meerenge erneut ein Tanker attackiert. Er sei vor der Küste des Omans von einem “unbekannten Geschoß” getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Erst am Vortag war vor der Küste des Omans ein Schiff angegriffen worden und in Brand geraten. Sicherheitsfirmen zufolge gehört der betroffene Tanker dem griechischen Unternehmen Dynacom. Ein weiterer Tanker des Unternehmens wurde vor der omanischen Küste demnach fast zur selben Zeit angegriffen.
Iranische Angriffe auf Jordanien und Golfstaaten
Unterdessen wehrte Jordanien erneut einen iranischen Beschuss ab. In der Nacht auf Dienstag seien fünf iranische Drohnen abgefangen worden, teilten die jordanischen Streitkräfte mit. Zudem seien drei iranische Raketen abgefangen und zerstört worden, Schäden oder Opfer wurden zunächst nicht gemeldet. In Jordanien sind wie in den Golfstaaten US-Soldaten stationiert.
Auch Kuwait meldete die Abwehr “feindlicher Raketen- und Drohnenattacken” auf der Onlineplattform X. Durch die iranischen Attacken am Montagabend seien in mehreren Einrichtungen Brände ausgebrochen, erklärte das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien am Dienstag. Mehrere Einheiten seien vorsorglich vom Netz genommen worden, um die Anlagen zu schützen. Der Wüstenstaat Kuwait ist auf die Entsalzung von Meerwasser angewiesen. Aus solchen Anlagen stammen rund 90 Prozent des Trinkwassers in Kuwait. Die Anlagen wurden kuwaitischen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen bereits mehrmals getroffen.
Darüber hinaus habe die Luftverteidigung von Bahrain mehrere aus Iran kommende Flugkörper abgefangen. Die Streitkräfte warfen dem Iran vor, gezielt Zivilisten und zivile Einrichtungen in Bahrain anzugreifen.
Aussichten auf Frieden ungewiss
Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen vereinbart, das den Weg zur Beendigung des Krieges ebnen soll. Seit April galt zudem eine Waffenruhe, die Trump kürzlich aber für beendet erklärte. Auch Teheran fühlt sich inzwischen nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden. Somit bleiben die Aussichten auf Frieden im Krieg zwischen den USA und dem Iran ungewiss.
Unklar ist auch, ob eine der beiden Seiten bereit sein wird, eine erneute Einstellung der Kämpfe zu akzeptieren. US-Medien berichten, dass die USA vielmehr weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Region verlegen. Der iranische Chefverhandler Mohammad Baqer Qalibaf schrieb dazu auf X, dies zeige, dass es den USA nicht ernst damit sei, den Krieg beenden zu wollen.




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