Von: Lukas Unterkofler
Vinschgau – Die geplante Aufwertung der Fernpassstraße zwischen Nordtirol und Bayern sorgt im Vinschgau für Unruhe. Die Umweltschutzgruppe Vinschgau warnt davor, dass der Ausbau nicht nur am Fernpass selbst für mehr Verkehr sorgen könnte – sondern auch über den Reschen bis nach Südtirol.
Besonders kritisch sehen die Umweltschützer die möglichen Folgen für den Güterverkehr. Eine leistungsfähigere Verbindung könnte die Route für Lkw attraktiver machen und damit zusätzliche Verkehrsströme ins Vinschgau bringen.
Die Umweltschutzgruppe fordert deshalb eine grenzüberschreitende Verkehrsanalyse, bevor Fakten geschaffen werden. Dabei müsse genau untersucht werden, wie sich der Ausbau auf die Verkehrsmenge entlang der gesamten Route – von Bayern über Tirol bis in den Vinschgau – auswirken könnte.
Die Umweltschutzgruppe Vinschgau fordert von den zuständigen Behörden in Tirol und Südtirol einen offenen Dialog und eine gemeinsame Verkehrsplanung. Dieser Forderung schließt sich der Dachverband für Natur- und Umweltschutz auch als Mitglied der CIPRA an: “Wir fordern bereits seit Jahren eine alpenweit abgestimmte, gemeinsame Mobilitätspolitik. Projekte wie das Fernpass-Paket zeigen deutlich, warum dies notwendig ist. Nur gemeinsam werden wir den überbordenden Verkehr in unseren Alpen in nachhaltige Bahnen lenken können”, so Elisabeth Ladinser, Vorsitzende des Dachverbands, und fügt hinzu: “Der heurige Sommer hat uns den Klimanotstand geoffenbart. Es ist mehr als höchste Zeit, dem CO2-Anstieg Gegenmaßnahmen zu setzen. Eine davon ist die Beschränkung des Verkehrs!”
“Der Vinschgau ist bereits heute durch Verkehr und Lärm in einer sensiblen alpinen Landschaft stark belastet. Eine Zunahme dieser Belastungen müsse daher verhindert werden. Stattdessen müssen die Entscheidungsträger alles daransetzen, attraktive Alternativen für den Individual- und Güterverkehr zu schaffen und diese sehen wir eindeutig auf der Schiene”, schließt die Umweltschutzgruppe Vinschgau.




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