Von: mk
Bozen – Eine vollständige Erhebung aller Ampelanlagen, ein verbindlicher Nachrüstungsplan und die verpflichtende Ausstattung neuer Ampeln mit akustischen und taktilen Hilfsmitteln – das sieht ein Antrag der Gemeinderatsmitglieder Thomas Brancaglion und Matthias Cologna (Team K) vor. Ziel ist es, Bozen für blinde und sehbehinderte Menschen sicherer und barrierefreier zu machen.
Bozen habe in den vergangenen Jahren wichtige Schritte im Bereich der Barrierefreiheit gesetzt. Dennoch stelle das Überqueren von Straßen für viele Menschen mit Sehbehinderung weiterhin eine tägliche Herausforderung dar, erklärt das Team K im Bozner Gemeinderat. Aus diesem Grund hat Gemeinderatsmitglied Thomas Brancaglion einen Antrag eingebracht, der eine systematische Ausstattung von Fußgängerübergängen mit akustischen Ampelsignalen und weiteren Orientierungshilfen vorsieht.
Der Antrag fordert zunächst eine vollständige Bestandsaufnahme sämtlicher Ampelanlagen im Gemeindegebiet. Dabei soll erhoben werden, welche Anlagen bereits mit akustischen und taktilen Hilfsmitteln ausgestattet sind und wo noch Handlungsbedarf besteht. Auf dieser Grundlage soll ein mehrjähriger Umsetzungsplan erstellt werden, der besonders stark frequentierte Bereiche wie Schulen, Bahnhöfe, Gesundheitseinrichtungen, öffentliche Ämter und Einkaufszonen priorisiert.
Darüber hinaus soll künftig jede neu errichtete oder ersetzte Ampelanlage von Anfang an mit entsprechenden Hilfssystemen ausgestattet werden. Der Gemeinderat soll jährlich über den Fortschritt der Umsetzung informiert werden. Zusätzlich regt der Antrag die Prüfung innovativer Technologien an, etwa Bluetooth-Systeme zur Verbindung mit Smartphones, um die Selbstständigkeit und Sicherheit weiter zu erhöhen.
„Eine Stadt ist erst dann wirklich inklusiv, wenn sich alle Menschen sicher und selbstständig bewegen können“, erklärt Brancaglion. „Noch immer sind viele blinde und sehbehinderte Menschen gezwungen, ihre Wege einzuschränken oder auf fremde Hilfe zurückzugreifen. Mit planbaren und finanziell tragbaren Maßnahmen können wir eine konkrete Barriere beseitigen und Bozen zu einem Vorbild für barrierefreie Mobilität in Südtirol machen. Die selbstständige Mobilität blinder Menschen darf nicht vom Zufall abhängen die richtige Ampel zu finden.“




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen